|
Analysen - DAX 100
|
27.07.2011
Vossloh Q2-Zahlen schwach aber besser als erwartet
Warburg Research
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Frank Laser, Analyst von Warburg Research, bewertet die Aktie von Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) nach wie vor mit dem Rating "halten".
Vossloh habe heute Morgen schwache Q2-Zahlen 2011 veröffentlicht, die jedoch ca. 15% über den Erwartungen von Warburg Research und 10% über dem Konsens lägen.
Durch den schleppenden Abruf bei den Befestigungssystemen in China und Verzögerungen in Russland sei der Q2-Umsatz um mehr als 20% rückläufig gewesen. Allerdings sei der Umsatzrückgang in diesem Segment (-36%) in Q2 niedriger als erwartet ausgefallen. Grund hierfür sei eine gute Nachfrage in Europa (insbesondere Deutschland) gewesen, die den Rückgang in China und Russland teilweise habe kompensieren können.
Die Top Line im Segment Transportation habe sich - wie erwartet - durch niedrigere Volumina in Kiel (Q2-Umsatz: -16%; verspätete Auftragseingänge und die entsprechend verzögerte Aufnahme der Produktion) sowie in Valencia (-41%; schwacher Auftragseingang) verringert. Des Weiteren sei Vosslohs Bereich Electrical Systems (Q2-Umsatz: -27%) durch ein schwächer als geplantes Volumen im Bahnsegment belastet worden. Angesichts des höher als erwarteten Umsatzvolumens im margenstarken Befestigungsgeschäft habe das EBIT in Q2 jedoch die Erwartungen des Marktes übertroffen.
Vossloh erwarte derzeit einen Umsatz von ca. EUR 1,25 Mrd. und ein EBIT zwischen EUR 120 und 130 Mio. Angesichts der heutigen Zahlen und einem Auftragsbestand von EUR 1,4 Mrd. (+40% yoy) erscheine diese Guidance realistisch, allerdings müsse Vossloh in H2 2011 wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren (ca. 5% EBIT-Steigerung sei für ein Erreichen des unteren Endes der Guidance in H2 erforderlich).
Bereits gestern habe Vossloh bekannt gegeben, dass das Unternehmen alle ca. 1,5 Mio. eigenen Aktien einziehe, ohne das Grundkapital herabzusetzen. Damit würden sich die Beteiligungen der Familie Vossloh und von Herrn Thiele auf ca. 34,4% bzw. knapp 17% erhöhen. Darüber hinaus wolle Vossloh ein neues Programm für den Rückkauf von weiteren 10% (oder ca. 1,3 Mio. Aktien) über den Aktienmarkt durchführen. Unter der Annahme, dass das Unternehmen die gesamten 10% zurückkaufe, würden sich die EPS für die Folgejahre um den gleichen Betrag erhöhen.
Mit diesen zwei Schritten sollten Vossloh und die Familie Vossloh dann bis zu 45% der Unternehmensanteile halten, was ein klares Bekenntnis der Familie sein dürfte, auch langfristig an ihrer Beteiligung festzuhalten. Dies und die Annahme, dass auch Herr Thiele seinen Anteil weiter erhöhen sollte, dürfte das Kursrisiko für die Aktie in den kommenden Monaten begrenzen.
Dennoch wird angesichts eines fehlenden deutlichen kurzfristigen Katalysators die "halten"-Empfehlung für die Vossloh-Aktie mit leicht höheren Annahmen für 2011 bestätigt, so die Analysten von Warburg Research. Das Kursziel werde weiterhin bei EUR 90 gesehen. (Analyse vom 27.07.2011) (27.07.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|