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Analysen - DAX 100
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25.07.2011
Südzucker der einzige Weg ist aufwärts
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Südzucker (ISIN DE0007297004/ WKN 729700) nach wie vor mit dem Rating "kaufen".
Die Analysten würden damit rechnen, dass der EU-Zuckerpreis ab dem Zuckerwirtschaftsjahr 2011/12 (Oktober 2011) in Richtung 700 EUR/t (+45%) steigen werde. Zucker sei in der Welt aktuell knapp und angesichts der Nachrichten aus dem weltgrößten Zuckerproduktionsland Brasilien (24% der Weltproduktion), dessen Exportmenge seit April um mehr als 20%yoy zurückgegangen sei, dürfte sich das hohe Niveau noch länger halten.
Die EU-Zuckerproduzenten würden zum kommenden Zuckerwirtschaftsjahr kräftige Preiserhöhungen durchsetzen, was die Analysten in den bereits erhöhten Prognosen für das laufende Geschäftsjahr berücksichtigt hätten (∅-Preis 550 EUR/t). Aufgrund der neuen Preisverhandlungen mit den Zuckerrübenbauern gelte die alte Regelung (+10 EUR/t = +35 Mio. EUR operatives Ergebnis bei Südzucker) zukünftig allerdings nicht mehr.
Da die Materialkosten für die Produzenten in einem ähnlichen Verhältnis zum Verkaufspreis ansteigen dürften, würden die Analysten aktuell mit einer operativen Marge von 10 bis 12% für die kommenden drei Jahre als realistische Bandbreite für die Südzucker AG rechnen, obwohl die Marge in Q1 sogar bei 13,5% gelegen habe. Aufgrund der höheren Verkaufspreise hätten sie aktuell die Schätzungen erneut angehoben. Eine Margensteigerung von 1% habe ein operatives Ergebnisplus von rund 35 Mio. EUR zur Folge.
Mit Blick auf die EBIT-Konsenserwartungen für die nächsten zwei Jahre würden die Analysten trotz der deutlich konservativen Einschätzung zur Zucker-Margenentwicklung (10 bis 12% vs. Q1 13,5%) ein um bis zu 9,6% höheres EBIT als der Markt sehen, der ihres Erachtens die von ihnen erwarteten Zuckerpreise von bis zu 700 EUR/t und die steigende Menge (EU erwartet 9,2% mehr Produktionsmenge im ZWJ 2011/12) noch nicht berücksichtigt habe.
Zusätzliche Ergebnisbeiträge werde Südzucker aus der Beteiligung an dem Handelsunternehmen EDF & Man (BHLe: +20 Mio. EUR p.a.) in den kommenden Jahren generieren können. Dass die Analysten das EPS 2012/13ff. reduzieren würden, liege in der vollständigen Berücksichtigung der Aktien aus der Wandelanleihe (283,5 Mio. EUR Volumen wandelbar in 15 Mio. Südzucker-Aktien) begründet, deren Wandlung immer wahrscheinlicher werde.
Höhere Ergebnisbeiträge würden für ein höheres Kursziel von nunmehr 33,00 EUR (zuvor: 29,00 EUR) auf Jahressicht sorgen.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass dem Unternehmen in den kommenden Jahren bis zu 700 Mio. EUR jährlich operativ zufließen könnten. Zur Erinnerung: Die Jahre 2005 bis 2008 seien von der EU-Zuckermarktordnungsreform geprägt gewesen, entsprechend habe der operative Cash-Flow in diesem Zeitraum im Schnitt bei 314 Mio. EUR gelegen. Die Phase der großen Investitionen sei aktuell abgeschlossen, sodass in den kommenden Jahren das Abschreibungsniveau über den Investitionsausgaben liegen dürfte.
Bei der SOTP-Analyse hätten die Analysten den Multiplikator EV/Umsatz für das Zuckersegment von 0,7 auf 0,75 leicht angehoben, obgleich Wettbewerber wie Tate & Lyle (ISIN GB0008754136/ WKN 854798) (EV/Umsatz 2011: 1,1) deutlich höher bewertet würden. Somit bleibe der faire Wert mit 28,09 EUR konservativ gerechnet.
Der Peer-Group-Vergleich weise einen fairen Wert von 30,37 EUR je Aktie aus.
Zucker werde mit rund 60% Anteil am operativen Ergebnis auch in Zukunft der bedeutende Treiber im Portfolio der Südzucker AG bleiben. Die Finanzstärke der Südzucker AG werde es dem europäischen Marktführer ermöglichen, auch auf dem Weltmarkt sein Profil zu stärken. Südzucker könnte wieder verstärkt in die Expansion investieren. Ziele dürften unverändert das Zuckergeschäft außerhalb der EU sein (Kooperation mit EDF & Man als erster Schritt in diese Richtung), aber auch der Bereich Spezialitäten könnte gestärkt werden.
Die Südzucker-Aktie bleibt ein klarer Kauf, so die Analysten vom Bankhaus Lampe. (Analyse vom 25.07.2011) (25.07.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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