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Analysen - Marktberichte
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22.07.2011
ATX profitiert vom Griechenland-Paket
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Einigung auf ein Krisenpaket in der Griechenlandfrage bzw. die weiteren Maßnahmen zur Vorbeugung des Übergreifens auf andere bedrohte EU-Staaten beschwert den Märkten ein tiefes Durchatmen, so die Analysten der Erste Bank.
Die finanzwertelastige Wiener Börse habe davon deutlich profitiert und der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) habe im Wochenvergleich um 1,2% zulegen können - verglichen mit den Wochentiefstständen noch viel deutlicher. Die Gewinnerliste sei damit eindeutig: Raiffeisen Bank International (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) (+8,4%), gefolgt von Vienna Insurance Group (VIG) (ISIN AT0000908504/ WKN A0ET17) (+5,1%) und Erste Group (ISIN AT0000652011/ WKN 909943) (+5,0%). Hier habe es kaum sonstige fundamentale News in diesem Sektor gegeben, einzig VIG-CEO Geyer habe in einem Zeitungsinterview die Unternehmensguidance bestätigt und darauf hingewiesen, dass die VIG selbst ihre Griechenland-Anleihen schon zuvor um 20% wertberichtigt habe.
Die weiteren ATX-Gewinner seien bunt gemischt und bedürften keiner speziellen Ausführung. Interessant dagegen seien noch einige ATX-Verlierer: Intercell (ISIN AT0000612601/ WKN A0D8HW) habe wieder einmal einen herben Einbruch um 9,3% erlitten. Hier habe es Berichte über mögliche Übernahmegespräche gegeben, wobei der derzeit wahrscheinlichste Übernehmer (Novartis (ISIN CH0012005267/ WKN 904278)) in Medienkommentaren keine Notwendigkeit für eine Übernahme sehe. Die Analysten würden hier bei ihrer "reduzieren"-Empfehlung bleiben.
Ein ungewohnter Gast in der ATX-Verliererliste sei Andritz (ISIN AT0000730007/ WKN 632305) (-4,5%). Hier handle es sich wohl eher nur um eine Konsolidierung in einem bestehenden Aufwärtstrend. Zumtobel (ISIN AT0000837307/ WKN A0JLPR) habe nochmals um 3,7% korrigiert, aber gegen Ende der Woche zu einem Rebound angesetzt.
Von der Zahlenseite her habe diese Woche AT&S (ISIN AT0000969985/ WKN 922230) Q1-Zahlen vorgelegt, die unter den Erwartungen ausgefallen seien. Auch das Trading Statement von OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) und das Ganzjahresergebnis von Wolford (ISIN AT0000834007/ WKN 893975) am Ende der Woche seien wenig berauschend ausgefallen.
In der nächsten Woche würden die Analysten auf Q2-Zahlen von austriamicrosystems (ISIN AT0000920863/ WKN 632638), Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738), Erste Group und AMAG (ISIN AT00000AMAG3/ WKN A1JFYU) warten. Damit starte nun auch in Wien offiziell die Q2-Berichtssaison mit prominenten Werten.
Sei das nun die Wende gewesen? Nun, der kurz- und mittelfristige ATX-Abwärtstrend sei nach wie vor intakt und verlaufe aktuell bei ca. 2.765 Punkten, was noch knapp 3% über dem aktuellen Stand liege. Die Analysten würden sich zumindest ein Antesten dieses Trends erwarten. Mit den Ergebnissen des Schuldengipfels diese Woche seien die prinzipiellen Probleme natürlich noch nicht gelöst, aber eine gewisse Beruhigung sollte damit schon eintreten.
Auch die fundamentale Bewertung des ATX - mit einem KGV von knapp 10x für 2011 und unter 8x für 2012 bzw. einem K/BW von 1,1x für 2011 und 1,0x für 2012 - spreche eindeutig für einen positiven Indexverlauf. Per Jahresende hätten die Analysten zuletzt einen ATX-Zielwert von 2.900 Punkten genannt, also jedenfalls ein noch interessantes Aufwärtspotenzial.
Kurzfristig stünden weiter Finanzwerte (Banken, Versicherungen) im Vordergrund. Unser Kauf-Tipp der Woche sei aber die AMAG - ein Nebenwert an der Wiener Börse, der Ende nächste Woche mit den Q2-Zahlen in den Mittelpunkt rücken dürfte, so die Analysten der Erste Bank. Und auch IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058/ WKN 911064) sehe weiter wie ein lupenreiner Kauf aus. (25.07.2011/ac/a/m)
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