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Analysen - Marktberichte
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22.07.2011
STOXX 600 wichtige Unterstützung hat gehalten
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Aufgrund des am EU-Sondergipfel beschlossenen Bailouts für die Banken hat der der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) diese Woche um 1,05% auf 270 Punkte zugelegt, so die Analysten der Erste Bank.
Die wichtige Unterstützung des Index bei 261 Punkten habe dabei zum dritten Mal innerhalb von fünf Monaten gehalten werden können. Dies würden die Analysten aus technischer Sicht als sehr positives Signal für weitere Kursanstiege werten. Der negative Überhang der Gewinnrevisionen scheine ebenfalls einen Boden gefunden zu haben. Die Entwicklung der Gewinne pro Aktie zeige auch eine positive Divergenz zur Kursentwicklung des STOXX 600.
Diese Woche hätten insbesondere Banken den breiten Markt outperformen können (+5%). Damit habe der Bankensektor die rote Laterne der schlechtesten Jahresperformance an den Rohstoffsektor (2011: 11%) übergeben. Diese Woche sei der Sektor um 1% gefallen. Schwach hätten auch Industrieaktien (-1,3%) und Automobilhersteller (-1%) performt. Positiv hätten sich hingegen Versorger, Versicherungen und Telekoms mit einem Plus von 2% entwickelt.
Der Öl- & Gassektor habe vom wieder stark steigenden Ölpreis (Brent: +1,87%, WTI: +3,5%) profitiert. Das Barrel Brent notiere nun wieder knapp über USD 120. Ein starker Anstieg des Ölpreises sei eine der größten Gefahren für eine Abschwächung der globalen Konjunktur. Die gesunkene Unsicherheit im Bezug auf Griechenland und die wahrscheinliche Lösung des US-Schuldenlimits, sowie die weiterhin starke Nachfrage in den Emerging Markets dürften aber für weitere Anstiege sorgen. Zudem sei das technische Setup des Brent Charts als bullish zu interpretieren.
Auch würden Öl- & Gas-Aktien seit vier Wochen relative Stärke zum breiten Markt zeigen. Dies habe sich in der Vergangenheit oft als Frühindikator für weitere Ölpreisanstiege erwiesen. Aufgrund des bullishen Setups für den Ölpreis würden die Analysten mit TGS Nopec (ISIN NO0003078800/ WKN 919493) eine weitere Aktie aus diesem Sektor auf ihre Empfehlungsliste nehmen. Die von ihnen auch empfohlene Novatek (ISIN US6698881090/ WKN A0ETK2) habe mit einem Wochenplus von 7,2% ihre Erwartungen erfüllen können.
Am Donnerstag seien die Juli- Einkaufsmanagerindices für die Eurozone veröffentlicht worden. Das Ergebnis sei schlechter gewesen als erwartet. Die Eurozone-Konjunktur habe im Juli nicht nur den dritten Monat in Folge an Dynamik verloren, das Wachstum sei sogar nahezu zum Stillstand gekommen. Der Eurozone Index Produktion stehe nun bei 50,8 Punkten (Juni: 53,3). Das sei ein 23-Monatstief.
Die Frühindikatoren würden ebenfalls nichts Gutes verheißen: So hätten die Geschäftsaussichten binnen Jahresfrist im Servicesektor auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2009 verharrt. Gleichzeitig sei die Quote Auftragseingang/ Fertigwarenlager in der Industrie auf den tiefsten Wert seit April 2009 gesunken. Positiv zu werten sei hingegen das Ergebnis der Befragung zu den Einkaufspreisen der Firmen gewesen, denn der Preisdruck habe im Juli auf breiter Front nachgelassen. So seien die Verkaufs- bzw. Angebotspreise insgesamt mit der niedrigsten Rate seit sechs Monaten angehoben worden.
Auch der wichtigste Gradmesser für die deutsche Konjunktur, der ifo-Index, sei gesunken. Der Index sei auf 112,9 Punkte (Erwartung: 113,8) gefallen. Dies sei der schlechteste Wert seit dem vergangenen Oktober. Die Unternehmen hätten demnach sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Aussichten für das kommende halbe Jahr schlechter bewertet. Die Unternehmen würden damit in der zweiten Jahreshälfte mit einem geringeren Wachstum rechnen.
Es sei jedoch zu beachten, dass die Erhebungen der Umfragen für die Einkaufsmanagerindices zum Höhepunkt der Griechenlandkrise stattgefunden hätten. Mit dem zweiten Rettungspaket sei ein weiterer Unsicherheitsfaktor für Unternehmensmanager (fürs erste) vom Tisch. Zudem würden die Einkaufsmanagerindices (EMI) zumindest weiterhin eine Stagnation der Wirtschaft signalisieren. Solche Phasen seien durchaus normal in einem Wirtschaftszyklus. Historisch hätten Aktien von diesen Niveaus aus deutlich besser performt als bei hohen EMI-Ständen. (22.07.2011/ac/a/m)
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