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Analysen - Marktberichte
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15.07.2011
Wiener Börse herbe Enttäuschung
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Eine herbe Enttäuschung - anders lässt sich die letzte Woche an den Börsen insgesamt und auch in Wien nicht beschreiben, so die Analysten der Erste Bank.
Mit einem Minus von 4,5% sei der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) wieder einmal als einer der schwächsten globalen Indices aus der Woche gegangen. Der leichte Optimismus der Analysten letzte Woche sei schon am Freitagnachmittag von den überraschend schwachen Arbeitsmarktdaten in den USA zunichte gemacht worden. Danach seien noch die Diskussionen über die Bonität Italiens, die Unsicherheiten betreffend die Erhöhung des Schuldenlimits in den USA und weitere Diskussionen über Haircuts, Rating Downgrades in Europa gefolgt. Der ATX befinde sich daher leider weiter in seinem kurz-/mittelfristigen Abwärtstrend, den die Analysten letzte Woche schon fast überwunden zu haben geglaubt hätten.
Die Diskussion der ATX-Wochengewinner sei eine recht kurze - kein einziger Wert. Zumindest unter den sonstigen Prime Market-Werten seien mit Wolford (ISIN AT0000834007/ WKN 893975), Polytec (ISIN AT0000A00XX9/ WKN A0JL31) und BWT (ISIN AT0000737705/ WKN 884042) zumindest drei der Small- und Mid Cap-Kaufempfehlungen der Analysten unter den Werten mit einem positiven Vorzeichen gewesen. Auch die Bekanntgabe der Banken-Stresstestergebnisse habe dazu geführt, dass keine positive Stimmung in dieser Woche habe aufkommen wollen.
Die Diskussion der größten Verlierer würde etwas länger benötigen. In diesem Umfeld seien nicht ganz überraschend alle Finanz- und Immobilienwerte darunter zu finden. Mit Zumtobel (ISIN AT0000837307/ WKN A0JLPR), Wienerberger (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) und RHI (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) seien aber auch einige zyklische bzw. Industriewerte schwach gewesen. Am besten hätten sich zuletzt - etwas überraschend - kleinere Werte abseits des ATX behaupten können.
Der Ausblick bleibe aus der Sicht der Analysten derzeit kurzfristig unsicher - der Abwärtstrend sei intakt und der Index sei auch deutlich unter die 200-Tages-Linie gerutscht. Der Fokus liege daher auf den nächsten Unterstützungszonen, die bei rund 2.600 bzw. 2.550 Punkten lägen. Dass der Index - wie so viele andere auch - fundamental günstig bewertet sei, interessiere derzeit kaum jemand. Zu groß sei die Furcht vor den Auswirkungen der Schuldenkrise.
Für einen positiven Schub könnte eine Einigung beim USA-Schuldenlimit sorgen, für negative Überraschungen gebe es zahlreiche Möglichkeiten. Vor allem aber werde nächste Woche die in den USA, aber auch schon in Europa stark laufende Berichtssaison für Impulse in die eine oder andere Richtung sorgen. Vorsichtige Anleger würden auf ein Überwinden des Abwärtstrends warten, risikobereite könnten Abstauberlimits setzen, um von Ausverkaufsschüben zu profitieren. (15.07.2011/ac/a/m)
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