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Analysen - Ausland
14.07.2011
Electronic Arts setzt auf Online-Spiele
Frankfurter Tagesdienst

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Detmold (aktiencheck.de AG) - Laut den Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" gibt es bei der Aktie von Electronic Arts (ISIN US2855121099/ WKN 878372) keinen Handlungsbedarf.

Der Markt für Unterhaltungssoftware unterliege seit einiger Zeit einem tief greifenden Wandel. Immer weniger User würden auf Spiele zurückgreifen, die in physischer Form im Laden gekauft werden könnten. Online-Plattformen würden sich dagegen einer steigenden Beliebtheit erfreuen. Das soziale Netzwerk Facebook habe den Trend weiter angefeuert. Relativ einfache Spiele zum Zeitvertreib würden Millionen von Nutzern stundenlang an ihre Computer fesseln.

Electronic Arts zähle zu den großen Namen in der Branche, auf den Trend Online-Spiele habe man jedoch zu spät reagiert. Wer zu spät komme, zahle in diesem Fall einen hohen Preis. Für 1,3 Mrd. USD kaufe das Unternehmen PopCap Games.

Erst Ende 2009 habe das Unternehmen die Zeichen der Zeit erkannt und mit Playfish einen Anbieter von Online-Spielen übernommen. Damals sei der Markt noch nicht überhitzt gewesen, mit 300 Mio. USD habe man einen vertretbaren Preis gezahlt. Einen Sicherheitspuffer habe Electronic Arts auch in das Geschäft mit PopCap eingebaut. Ein Teil der Kaufsumme werde nur fließen, wenn sich die Geschäfte in den kommenden zwei Jahren ansprechend entwickeln würden. Die Eigentümer von PopCap würden in einem ersten Schritt 650 Mio. USD in bar erhalten, dazu gebe es Papiere von Electronic Arts im Wert von 100 Mio. USD als Dreingabe.

Auch wenn das Unternehmen hier kein Schnäppchen gemacht habe, sei der strategische Ansatz hinter dem Kauf nachvollziehbar. In den zurückliegenden Quartalen habe Electronic Arts immer wieder Verluste geschrieben, man sei dringend auf einen Impulsgeber angewiesen. PopCap habe mit "Plants vs. Zombies", "Zuma" und "Bejeweled" bewiesen, dass man in der Lage sei, den Nerv der Kunden zu treffen.

Die Unternehmensleitung habe neben der Übernahme auch Nachrichten zur aktuellen Geschäftsentwicklung im Gepäck gehabt. Für das laufende Q2 werde ein Nettoverlust in einer Spanne zwischen 0,05 und 0,15 USD je Anteilschein in Aussicht gestellt. Die Konsensprognose, die aktuell auf einen Gewinn von 0,11 USD je Aktie laute, werde somit ohne Zweifel klar verfehlt werden.

Der Ausblick für das Gesamtjahr stelle sich hingegen etwas ansprechender dar, sei aber zumindest bezüglich der Gewinnentwicklung noch reichlich vage. Die Unternehmensleitung gehe von einem Umsatz in Höhe von 3,8 bis 4,03 Mrd. USD aus. Der Gewinn solle zwischen 0,70 und 0,90 USD je Anteilschein liegen. Die Konsensschätzungen würden auf 3,9 Mrd. USD und 0,85 USD lauten.

Das Unternehmen fördere von Zeit zu Zeit Lichtblicke zu Tage, habe es jedoch bisher nicht geschafft, Konstanz in die Geschäftsentwicklung zu bringen. Erst wenn die Investoren nicht mehr vor jedem Quartalsbericht bangen müssten, würden die Experten für das Papier wieder signifikantes Aufwärtspotenzial sehen.

Einstweilen gibt es bei der Aktie von Electronic Arts keinen Handlungsbedarf, so die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst". (Ausgabe 106 vom 13.07.2011) (14.07.2011/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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