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Analysen - Marktberichte
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14.07.2011
Chinas Aktienmärkte mit ernüchternder Performance
fairesearch
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Ein Vergleich des Hang Seng Index (HSI) (ISIN HK0000004322/ WKN 145733) mit dem Deutschen Aktienindex (DAX) (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) oder dem französischen CAC40 (ISIN FR0003500008/ WKN 969400) in den letzten zwölf Monaten zeigt ein ernüchterndes Resultat, zumindest für die China Enthusiasten, berichtet Dr. Eberhardt Unger, Analyst von fairesearch.
Die europäischen Indices würden eine erheblich bessere Performance ausweisen. Noch besser die Edelmetalle, Gold sei in einem Jahr in $/Unze um 30% gestiegen, Silber um rund 100%. In jüngster Zeit habe der chinesische Leitindex von schwächeren Wirtschaftsdaten profitiert. Das aber sei nicht paradox, wenn man bedenke, dass in China und Hongkong die monetären Einflussfaktoren auf den Aktientrend meist gewichtiger seien als die fundamentalen. So sei im Juni der Einkaufsmanager-Index mit 50,9 unter dem Vormonat mit 52,0 geblieben. Die monetären Einflussfaktoren würden weiter zur Vorsicht mahnen.
Ende Mai habe das breite Geldmengenaggregat (M2) bei 76,34 Bill. Yuan gestanden, ein Anstieg von 15,1% gegenüber dem Vorjahr, und die Geldmenge M1 liege um 12,7% darüber. Der Anstieg habe sich zwar in den letzten Monaten etwas verlangsamt, sei aber immer noch zu stark. Die Prognosen des IWF für Chinas BIP lägen bei 9,6% in 2011 und 9,3% in 2012. Betrachte man auch die hohe Teuerungsrate des CPI von 6,4% im Juni, dann erscheine die Geldpolitik immer noch zu expansiv. Die PBoC habe konsequent am 7.7.2011 ihren Leitzins zum fünften Mal seit 10.10 erhöht; Kredit- und Einlagenzins stiegen um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Große Sorgen bereite die ausufernde Verschuldung der Regionen, die die Regierung unbedingt eindämmen wolle. Vor allem die Zweckgesellschaften der Regionalregierungen sollten verstärkt geprüft werden. Tausende von "local government funding vehicles" würden USD 1,6 bis 2 Billionen umfassen.
Die ausstehenden Kredite in Renminbi (RMB) und Fremdwährungen seien gegenüber dem Vorjahr um 16,9% gestiegen. Von Dezember 2007 bis Mai 2011 habe sich die Kreditvergabe der Banken verdoppelt. Das sehe schon fast wie eine Kreditblase aus. Die Banken könnten mit erheblichen Abschreibungen auf ihre Kredite an die Regionalregierungen konfrontiert werden. Das gelte auch für den Immobilienmarkt, der in den Küstenregionen Überhitzungserscheinungen aufweise. Jetzt würden die Liquiditätskonditionen verschärft, was mit großer Wahrscheinlichkeit Anspannungen und Verwerfungen verursachen werde.
Für Investoren an den Finanzmärkten werde es in China schwierig, eine zufrieden stellende Performance zu erzielen. (14.07.2011/ac/a/m)
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