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Analysen - DAX 100
13.08.2002
Degussa verkaufen
WGZ-Bank

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Dr. Bernd Schnarr, Analyst der WGZ-Bank, bewertet die Degussa-Aktie (WKN 542190) mit "verkaufen".

Degussa habe heute Morgen die Zahlen für das 2. Quartal präsentiert: Umsatz 3.057 (-4%, 3.200) Mio. Euro, EBITDA 496 (-6%, 525) Mio. Euro, EBIT 280 (-7%, 300) Mio. Euro, EBT 61 (-59%, 149Mio. Euro und EPS 0,02 (-97%, 0,74) Euro.

Umsatz, EBITDA und EBIT seien besser gewesen als der Analysten-Konsens. Das EBT sei durch hohe Einmalaufwendungen, unter anderem Restrukturierungskosten, Personalmaßnahmen und einer Strafe für Kartellvergehen (122 Mio. Euro) belastet worden. Zudem sei der Ertragssteueraufwand auf Halbjahresbasis mit einer Steuerquote von 57% unerwartet hoch gewesen, hinzu gekommen seien noch Verluste aus den nicht fortgeführten Bereichen.

Der Konzernüberschuss von 4 (152) Mio. Euro im 2. Quartal bzw. 11 (269) Mio. Euro im 1. Halbjahr erfülle die Erwartungen nicht. Der Ausblick sei enttäuschend, Degussa sehe "keine Anzeichen für eine durchgreifende konjunkturelle Belebung im zweiten Halbjahr". Der Gesamtjahresumsatz dürfte ca. 11 (10,8) Mrd. Euro erreichen, das EBIT im Kerngeschäft solle leicht gesteigert werden, jedoch werde der Konzernüberschuss infolge von Sonderaufwendungen deutlich unter dem Vorjahreswert liegen. Man revidiere die Gewinnschätzung für 2002 und erwarten nun ein EPS von 0,85 (1,58) Euro.

Der Steinkohle- & Technologiekonzern Ruhrkohle AG (RAG) habe gestern Nachmittag mitgeteilt, dass das freiwillige Übernahmeangebot für insgesamt 95.578.964 Aktien (46,5% des Grundkapitals) angenommen worden sei. Der verbleibende Streubesitz betrage jetzt ca. 7% nach vorher 35,4%, d.h. ca. 80% des vorhandenen Freefloats seien angedient worden. E.ON habe somit bereits 18,1% an der Degussa abgegeben und besitze nun ebenso viele Anteile wie RAG.

In der zweiten Stufe des Übernahmeangebots würden von E.ON an die RAG weitere 3,6% des Grundkapitals veräußert (31.05.04: Preis 38 Euro je Aktie), damit diese mit 50,1% Mehrheitsaktionär werde. Die verbleibenden Degussa-Anteile von E.ON (42,9%) sollten dann mit einem Freefloat-Ziel von 49,9% über die Börse verkauft werden. Dies alles gelte jedoch nur bei Genehmigung der Ruhrgas-Übernahme durch E.ON und der Kartellrechtsfreigabe spätestens am 31.03.2003.

Aktuell stünden noch einige Fragezeichen (Beschwerden, Einspruchverfahren) hinter dem Degussa-Deal; man gehe jedoch nach wie vor von einem Besitzerwechsel aus. Degussa sollte vorerst, bis die Übernahme in trockenen Tüchern sei, DAX-Mitglied bleiben. Mittelfristig sei ein Wechsel in den M-DAX wahrscheinlich.

Die Analysten der WGZ-Bank sehen ihr Anlageurteil "verkaufen" für Degussa bestätigt.



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