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Analysen - Marktberichte
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01.07.2011
Europäischer Aktienmarkt deutlicher Anstieg quer über alle Sektoren
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der erwartete Rebound am europäischen Aktienmarkt hat in der letzten Woche im Zuge des Abschluss des zweiten Teils der Griechenlandkrise stattgefunden, so die Analysten der Erste Bank.
Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) sei um 3,2% auf 273 Punkte gestiegen. Alle 19 Sektoren hätten zulegen können und damit die Marktbreite bestätigt. Am besten hätten die davor sehr schwachen Rohstoff- und Automobilproduzenten mit je +7% performt. Nachlassende Sorgen über die EWU-Schuldenkrise und die erwartete Zinserhöhung der EZB im Juli hätten auch dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen der EWU-Kernländer zurückgegangen sei. Die Renditen für 2-jährige Bunds seien 13 Basispunkte auf 1,50% gestiegen.
Die Kredithürde für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands habe im Juni weiter abgenommen. Nach Angaben des ifo-Instituts würden aktuell nur noch 21,4% der befragten Unternehmen die Kreditvergabe durch die Banken als restriktiv einschätzen, nach 21,8% im Vormonat und 34,0% im Vorjahresmonat. Auch der wirtschaftliche Ausblick sei weiterhin positiv. Laut ifo-Institut würden die vorliegenden Frühindikatoren eine Fortsetzung des Aufschwungs erwarten lassen, jedoch bei verlangsamtem Tempo. Das BIP dürfte 2011 um 3,3% und 2012 voraussichtlich um 2,3% steigen.
Im Zuge der Griechenlandkrise habe auch der Ölpreis stark korrigiert. Der Abwärtstrend sei jedoch diese Woche zu Ende gegangen. Das Barrel Brent habe sich um fast 4% auf USD 113/Barrel verteuert. Noch stehe Öl aber auf 3-Monatssicht um 3% tiefer. Sollte die hohe Korrelation zu den Aktienmärkten weiter anhalten, sei das kurz- bis mittelfristige Aufwärtspotenzial der Aktienmärkte gering. Auch Kupfer habe diese Woche wieder stark zugelegt: +5%.
Die gefallenen Rohstoffpreise in den letzten Monaten hätten sich positiv auf die türkische Wirtschaft ausgewirkt. Der türkische Einkaufsmanagerindex habe zum 26. Mal Wachstum im "China" Europas signalisiert. Der Index habe sich von 50,6 Punkten im Mai auf 52,3 im Juni verbessert. Im zweiten großen Emerging Market von Europa - Polen - sehe es nicht ganz so gut aus. Der Einkaufsmanagerindex sei zum dritten Mal in Folge gesunken und notiere jetzt bei 51,2 Punkten.
Global seien die Investoren derzeit erleichtert, dass sich Griechenland dazu entschlossen habe, dem Sparpaket zuzustimmen und dieser Unsicherheitsfaktor fürs erste vom Tisch sei. Das Land werde aber weiter mit seinen strukturellen wirtschaftlichen Problemen (z.B. fast nicht existente Exportquote von High Tech-Produkten etc.) kämpfen. Der Zugang zum internationalen Kapitalmarkt sei bei Renditen von 16% für 10-jährige und 26% für 2-jährige Anleihen langfristig unmöglich. Das Problem der hohen Verschuldung und geringen Wettbewerbsfähigkeit bleibe bestehen.
Das Interesse der Investoren werde in den kommenden Wochen wieder in Richtung der USA schwenken. Wenn die USA bis 2. August die Schuldenobergrenze nicht anheben würden, sei man insolvent. Die Ratingagentur S&P habe bekannt gegeben, man würde das Rating der USA in diesem Fall auf "D" senken.
Die Analysten der Erste Bank schreiben gerade an ihrem Quartalsausblick für Aktien in Q3. In Q2 hätten sie Aktien als "neutral" eingestuft (Q2 - Quartalsperformance des STOXX 600: -1,1%). Ihren bisherigen Analysen zufolge würden sie diese Einschätzung beibehalten. Die "Global Strategy" werde Ende nächster Woche veröffentlicht. (01.07.2011/ac/a/m)
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