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Analysen - DAX 100
01.07.2011
HHLA Elbvertiefung bringt profitables Wachstum
Bankhaus Lampe

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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Sebastian Hein, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) unverändert mit "kaufen" ein.

Die Analysten seien mit der HHLA auf Roadshow in Zürich gewesen. Im Fokus hätten die aktuelle operative Performance, die Aussichten in der Containerschifffahrt und vor allem die Wachstums- und Ertragsaussichten der HHLA gestanden, welche wiederum maßgeblich von der Elbvertiefung abhängen würden.

Die HHLA zeige sich optimistisch, dass die Ausbaumaßnahmen, wie von den Behörden angekündigt, Ende 2011 begännen. Voraussetzung hierfür sei der Planfeststellungsbeschluss, der den Abschluss des Verfahrens markiere. Aktuell würden sowohl die Stellungnahme der EU-Kommission als auch die Einvernehmenserklärung der Länder fehlen (wobei hier lediglich die Zustimmung Niedersachsens noch offen sei). Verantwortlich für das Verfahren sei das Bundesverkehrsministerium, welches auf beide Erklärungen nicht angewiesen sei, diese aber abwarten möchte, um rechtliche Sicherheit zu erhalten.

Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Zustimmung sowohl der EU als auch des Landes Niedersachsen erfolge. Das Bundesverkehrsministerium habe sich zuletzt deutlich pro Elbvertiefung ausgesprochen, so dass die Ausbaumaßnahme aus Sicht der Analysten nicht gefährdet sei. Lediglich der Zeitrahmen sei mit Unsicherheiten behaftet, wobei eine deutliche Verzögerung aktuell nicht abzusehen sei.

Die Elbvertiefung sei elementar für die HHLA, um die Wettbewerbsvorteile wie die effiziente Terminalausstattung vollständig auszuspielen. Die Restriktionen würden aktuell dazu führen, dass Hamburg nicht der erste Anlaufpunkt in der Rotation der Liniendienste sei. Diese würden aktuell zunächst andere Nord-Range-Häfen anlaufen, in welchen sie voll beladen keinen Tiefgangsrestriktionen ausgesetzt seien.

In der Folge würden der HHLA-Volumina verloren gehen, die aus Sicht der Schifffahrtsgesellschaften am effizientesten in Hamburg entladen würden. Dies betreffe insbesondere die Asien-Europa-Dienste, bei denen Hamburg ausgewogene Ladungsmengen im Im- und Export und eine hochmoderne Abfertigung aufweisen könne. Zudem eröffne die Elbvertiefung Spielräume für Preiserhöhungen, da die Effizienz der Abfertigung steige.

Gleichzeitig habe die HHLA deutlich gemacht, dass die kurzfristigen Spielräume für Preiserhöhungen begrenzt seien, da sich das Umfeld für die Schifffahrtgesellschaften verschlechtert habe. Diese würden sich sinkenden Frachtraten (Shanghai Containerized Freight Index -5% YTD, -35% vom Peak Anfang Juli 2010) in Verbindung mit steigenden Bunkerkosten (+55% seit dem Peak) ausgesetzt sehen. Die Analysten würden dennoch von ersten leichten Preiserhöhungen noch 2011 ausgehen.

Maersk (ISIN DK0010244508/ WKN 861837), Marktführer und Trendsetter unter den Schifffahrtsgesellschaften, habe zuletzt ein Manifest veröffentlicht, in welchem aus Sicht der Analysten klar die Megatrends benannt werden und woraus deutlich werde, dass die HHLA zukunftssicher aufgestellt sei. Laut Maersk würden die Trends "On Time Delivery", "Ease of Business" und "Environmental Excellence" heißen.

Lediglich jeder zweite Container erreiche den Bestimmungsort rechtzeitig. Zwei Drittel der Verspätungen seien hierbei auf den Terminalbetrieb zurückzuführen, wovon wiederum die Hälfte Terminalineffizienzen seien. Es sei davon auszugehen, dass die Kunden Preiserhöhungen akzeptieren würden, wenn die Pünktlichkeit erfüllt sei. Die HHLA mit ihrem "state-of-the-art-Terminal" CTA und dem schrittweise zu modernisierenden CTB könne zum Abbau dieser Ineffizienzen beitragen. Nach Einschätzung der Analysten könne die HHLA an den modernen Anlagen Zeitvorteile von bis zu 60% im Vergleich zu altem Equipment (ohne AGV's, keine Tandembrücken, keine Blocklager etc.) erzielen.

Im Manifest von Maersk werde angemerkt, dass die Transportkette im Containerbereich insgesamt zu viele Interaktionen und Transaktionen beinhalte, was wiederum zu Ineffizienzen führe. Drei von zehn Containern seien nicht rechtzeitig am Terminal, wenn die Beladung erfolgen solle. Auch hier könne die HHLA punkten, indem über die Vernetzung der Transportketten mit dem Container-, Intermodal- und Logistikgeschäft aus einer Hand Reibungsverluste vermieden würden.

Klarer Megatrend in der Schifffahrt sei die Ausrichtung auf Umweltaspekte. Hier habe das Transportmittel Container Vorteile gegenüber anderen Verkehrsträgern (ein Cargo-Flugzeug habe beispielsweise den 20- bis 50-fachen CO2-Ausstoß mit der gleichen Beladungsmenge. Insofern sei es zielführend den Containertransport für die größtmögliche Streckendistanz zu nutzen und dann wiederum beim Umladen die Schiene ggü. dem LKW vorzuziehen. Hier würden die Analysten ebenfalls die HHLA gut aufgestellt sehen, da zum Einen der Hamburger Hafen weit im Landesinneren liege und zum Anderen die Bahninfrastruktur in Hamburg umfassend sei.

Sowohl auf kurze Sicht (News-flow zur Elbvertiefung sollte folgen) als auch auf lange Sicht (die HHLA sei gut gerüstet für die oben beschriebenen Megatrends) sei die Equity Story der HHLA intakt.

Die HHLA-Aktie bleibt ein klarer Kauf mit einem Kursziel von 42,00 EUR, so die Analysten vom Bankhaus Lampe. (Analyse vom 01.07.2011) (01.07.2011/ac/a/d)

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