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Analysen - Ausland
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29.06.2011
Verbund Ergebnis durch niedrige Wasserstände belastet
Raiffeisen Centrobank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Teresa Schinwald, Analystin der Raiffeisen Centrobank, stuft die Verbund-Aktie (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) von "kaufen" auf "halten" zurück.
Nach der Nuklearkathastrophe in Japan und der darauffolgende Atomstromdebatte in Deutschland seien Produzenten von erneuerbaren Energien die Lieblinge des Marktes gewesen: Immer mehr europäische Staaten hätten sich gegen Kernenergie entschieden und Energiepreise seien angestiegen, weshalb der eher defensive Sektor die Gesamtmarktentwicklung seit Februar übertroffen habe.
Die Analysten würden aber glauben, dass diese Vorteile kurzfristig durch unternehmensspezifische Faktoren beeinträchtigt werden könnten. Aufgrund geringer Niederschläge wirke der Ausblick für das zweite Quartal ernüchternd. Die Wasserstände an den österreichischen Flüssen hätten unter den bereits pessimistischen Analystenerwartungen gelegen. Dies könne sogar dazu führen, dass sich Verbund kurzfristig am Markt eindecken müsse, um langfristige Lieferverpflichtungen abzudecken, die allerdings zu weit geringeren Preisen abgeschlossen worden seien.
Obwohl noch keine konkreten Entscheidungen gefallen seien, könnte das Unternehmen bald auch einige größere strategische Entscheidungen treffen, sowohl was weitere Zukäufe betreffe, als auch Verkäufe von Unternehmensbeteiligungen. Diesbezüglich könnte man beim Capital Markets Day im frühen September mehr erfahren.
Eine Transaktion die bereits durchgeführt worden sei, sei der Verkauf von 26% der bayrischen Innkraftwerken an die beiden Kernaktionäre EVN (ISIN AT0000741053/ WKN 878279) und Wien Energie zu jeweils 13%. Die Analysten würden glauben, dass ungefähr derselbe Preis erzielt worden sei, wie der, den Verbund im Jahr 2009 gezahlt habe - rund EUR 370 Mio.
Verbunde besitze über eine äußerst günstige Kostenstruktur im europäischen Vergleich. Es gebe eine erhöhte Attraktivität von Wasserkraft bei steigenden Strompreisen.
Der Unternehmensausblick für das aktuelle Geschäftsjahr sei enttäuschend. Verbund sei im Vergleich zu anderen Stromproduzenten relativ hoch bewertet. Der niedrigen Wasserpegel in Q2/2011 würden das Ergebnis belasten.
Trotz der langfristigen Attraktivität von Wasserkraft, zwingen kurzfristige Beeinträchtigungen die Analysten ihr Kursziel von EUR 36 auf EUR 35 zu senken.
Entsprechend senken die Analysten der Raiffeisen Centrobank ihre Empfehlung für die Verbund-Aktie von "kaufen" auf "halten". (Analyse vom 28.06.2011) (29.06.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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