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Analysen - Ausland
01.08.2002
Gillette neutral
Stadtsparkasse Köln

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Für das Researchteam der Stadtsparkasse Köln ist die Aktie der Gillette Company (WKN 853194) eine Halteposition.

Das Unternehmen aus Boston sei einer der größten Markenartikel-Hersteller der Welt, die außerhalb des Nahrungs- und Genussmittelgeschäfts aktiv seien. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen Rasur, Pflege sowie Batterien. Das sich unterdurchschnittlich entwickelnde Schreibwaren- und Haarpflege-Geschäft habe der Konzern im Jahr 2001 verkauft. Die Gesellschaft produziere ihre Produkte in 20 Ländern und beschäftige dabei weltweit über 30.000 Mitarbeiter.

Der US-Konsumgüter-Hersteller habe im zweiten Quartal bei starken Umsätzen seiner Nassrasierer den Gewinn um rund ein Viertel gesteigert. So sei der Nettogewinn auf 293 Mio. USD oder 28 US-Cent je Aktie von 232 Mio. USD oder 22 US-Cent je Aktie im Vorjahr gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Einmalerträgen habe der Gewinn je Aktie 26 US-Cent betragen. Von Thomson First Call befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 25 US-Cent gerechnet. Der Umsatz sei im gleichen Zeitraum um 5% auf 2,02 Mrd. USD gestiegen.

Mit der erfolgreichen Markteinführung des Premium-Rasierers "MACH 3" habe die Gesellschaft ihre Marktführerschaft auf diesem Gebiet weiter ausbauen können. Gillette halte jetzt über 70% des Rasierklingenmarktes in den USA und Europa. Der Konzern repräsentiere ein Portefeuille international bekannter Marken, wie Gillette Sensor Excel, MACH 3, Braun, Oral-B und Duracell.

Gillette verfolge massive Kostensenkungsmaßnahmen durch Umstrukturierungen, Personalabbau und Werksschließungen. Die Hauptkonkurrenten seien BIC, Energizer Holdings und Pfizer. Die Marktanteile in den Bereichen Batterien und Zahnpflege stagnieren.

Circa zwei Drittel der Einnahmen kommen aus Nordamerika und Europa und circa ein Drittel aus den sogenannten Emerging Markets. Der Konzern generiert circa 60% seiner Umsätze außerhalb der USA, wodurch eine deutliche Abhängigkeit von der Währungsentwicklung bestehe.

Ein anhaltendes Problem des Konzerns bleibe Duracell. Die Gillette-Strategie "Qualität für Premiumpreise" lasse sich nicht auf Batterien übertragen. Hier achten Verbraucher mehr auf den Preis als auf Qualität. Mit niedrigeren Preisen verringern sich aber auch die Margen. Nach wie vor sei ein Verkauf dieses Teilbereichs nicht ausgeschlossen.

Der Konzern komme mit seinen Kostensenkungsmaßnahmen voran. Ein wichtiger Schritt sei dabei die Senkung der Ausgaben für die viel zu hohen Lagerbestände gewesen. Gillette habe die Lagerbestände zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren zurückgeführt.

Gillette könne auf deutliche Restrukturierungserfolge verweisen. Dabei habe die Gesellschaft selbst im Problembereich Batteriesektor mit wieder gestiegenen Marktanteilen einen Erfolg verbuchen können. Für das Unternehmen spreche zudem die geringe Abhängigkeit von der Konjunkturentwicklung.

Aufgrund der aber immer noch relativ hohen Bewertung sollte sich die Gillette-Aktie nach Ansicht von Analysten der Stadtsparkasse Köln nur im Marktdurchschnitt entwickeln.



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