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Analysen - Marktberichte
03.06.2011
USA defensivere Sektoren gesucht
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) verlor in der vergangenen Woche knapp 1% seines Wertes, der NASDAQ Composite (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) hingegen nur -0,4%, so die Analysten der Erste Bank.

Etwas schwächer seien der Small-Cap-lastige Russell 2000 (-1,2%) sowie der Dow Jones (ISIN US2605661048/ WKN 969420) mit einem Rückgang von ebenfalls -1,2% gewesen. Wie schon seit mehreren Wochen zeige sich in Hinblick auf die Sektorentwicklung folgendes Bild: Defensivere Sektoren, insbesondere jene die am wenigsten zyklisch seien, würden aktuell besser performen. Aktien aus der Pharmabranche seien leicht im Plus (+0,1%) gewesen, Biotechnologiewerte seien ebenfalls geringfügig (+0,4%) gestiegen.

Der Biotechnologiesektor habe seit Jahresbeginn um 13% zugelegt. Pharma liege im gleichen Zeitraum 9% im Plus. Der einzige Sektor, der in diesem Jahr eine noch bessere Performance aufweise, sei jener der Medien (+14%). Die größten Rückgänge hätten die Hersteller von Baumaterialien (-2,5%), der Einzelhandel (-2,2%) und Finanzwerte (Banken: -2,1% bzw. Immobilienunternehmen: -1,9%) verzeichnet.

Sehr schwach seien also weiterhin die US-Banken, die 2011 als Gesamtsektor bereits einen Rückgang von 10% aufweisen würden. Seit seinem Hochstand im Jahre 2007 habe der KBW-Bankenindex exakt 60% an Wert verloren. Für Investoren in US-Aktien sei das ein Sektor, der noch jahrelang dringend gemieden werden sollte. Der Grund dafür sei, dass das Risiko-Chancen-Verhältnis eindeutig negativ sei. Allein der Blick nach Japan zeige, dass ein gesamter Sektor auch mehr als 90% verlieren könne. Der Topix-Bankensektor sei von seinen Höchstständen beispielsweise bereits 93% gefallen.

Der Immobilienmarkt zeige anhaltende Schwäche. Der Case-Shiller Housing Price-Index sei zuletzt im Jahresvergleich um 5% gefallen. Eine Erholung liege hier also in weiter Ferne. Ebenfalls schwach sei der zu Monatsbeginn gemeldete ISM-Einkaufsmanagerindex gewesen. Dieser Stimmungsindikator habe sich von 60,4 auf 53,5 reduziert. Das sei ein bedeutender Rückgang, der die Wahrscheinlichkeit weiterer FED-Eingriffe in die Marktpreisbildung von Wertpapieren erhöhe.

Die Verkaufszahlen von Automobilien seien ebenfalls wieder gesunken (annualisierte 11,76 Mio. Stk, nach einer Vergleichszahl von 13,14 Mio. im Monat davor). Auch die Auftragseingänge für die Industrie seien leicht zurückgegangen (-1,2%). Die US-Ökonomie verharre also in einer Stagnationsphase mit wenig Aussicht auf baldige Besserung. Der Aktienmarkt habe sich von der Realwirtschaft weitgehend abgekoppelt und trete nun in eine volatilere Phase ein, die voraussichtlich auch eine leichte Abschwächung mit sich bringen werde. (03.06.2011/ac/a/m)



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