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Analysen - Ausland
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27.05.2011
Raiffeisen Bank International gute Quartalszahlen
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Günter Hohberger, stuft die Raiffeisen Bank International-Aktie (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Die Raiffeisen Bank International habe gute Zahlen zum 1. Quartal abgeliefert. Mit einem Quartalsüberschuss von EUR 270 Mio. seien die Schätzungen der Analysten um 2,5% und die Konsensus-Erwartungen um 8% übertroffen worden. Das habe überwiegend an geringeren Risikovorsorgen (-32% y/y, -38% q/q) und dem um 15% besser als erwarteten Handelsergebnis (-2% y/y, +76% q/q) gelegen. Der Beitrag der Bewertungsgewinne aus Derivaten und Finanzinvestitionen sei mit EUR 28 Mio. geringer gewesen als in Vorquartalen. Sonderbelastungen habe es in diesem Quartal durch latente Steuern aus Bewertungsgewinnen gegeben, die wesentlich zu einer Erhöhung der Steuerquote auf 24,6% beigetragen hätten.
Das Management erwarte für das Gesamtjahr weiterhin eine Steuerquote von ca. 20%. Hervorzuheben sei in diesem Quartal aber die erstmals seit Beginn der Krise rückläufige Problemkreditquote von 8,6% (-40bp q/q) gewesen, wofür vor allem Bulgarien, Tschechien und Russland verantwortlich gewesen seien. Das Nettozinsergebnis (+5,1% y/y) und das Provisionsergebnis (+6% y/y) hätten in den Erwartungen der Analysten gelegen, wobei Ersteres vom Wachstum bei Krediten (+1,3% y/y) und Einlagen (+12% y/y) sowie um 30bp y/y verbesserten Margen aufgrund geringerer Refinanzierungskosten in Russland und Zentraleuropa (außer Ungarn) profitiert habe.
Die Zahlen zum 1. Quartal hätten den Analysten deutlich besser gefallen als das von Einmaleffekten dominierte 4Q10. Das Bild einer sich verbessernden Kreditqualität in Zentraleuropa (außer Ungarn) und der GUS sowie einer langsameren Verschlechterung in Südosteuropa habe sich abermals bestätigt und auf Konzernebene zu einer verringerten Problemkreditquote geführt. Die latente Gefahr von Kreditausfällen bei Firmenkunden lasse die Analysten aber den Höhepunkt bei den Problemkrediten erst im 2. Halbjahr erwarten. Dennoch sollten die verminderten Risikovorsorgen einen Ergebnisanstieg in diesem Jahr um 25% ermöglichen.
Bezüglich einer möglichen Kapitalerhöhung sehe das Management die Raiffeisen Bank International zwar nach wie vor ausreichend kapitalisiert (Tier 1 unverändert bei 9.7%), möchte seine Entscheidung aber vom Anspringen des Kreditwachstums abhängig machen, welches aber derzeit noch sehr bescheiden ausfalle. Damit würden die Analysten einen Kapitalschritt im 2. Halbjahr nun als noch etwas wahrscheinlicher ansehen als noch zu den FY10-Zahlen, weil sich bis dahin das Kreditwachstum beschleunigen sollte.
Die Analysten der Erste Bank bleiben wegen der günstigen Bewertung und des Gewinnsteigerungspotenzials bei ihrer Kaufempfehlung und ihrem 12-Monats-Kursziel von EUR 55 für die Raiffeisen Bank International-Aktie. (Analyse vom 27.05.2011) (27.05.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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