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Analysen - Ausland
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05.08.2002
Abgenix Positionen abbauen
sunday-market
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Die Analysten von "sunday-market" empfehlen derzeit bei den Aktien von Abgenix (WKN 915298) Positionen abzubauen.
Abgenix gehöre wie Medarex, IDEC oder auch Protein Design zu den Biotechnologie-Unternehmen, die sich auf die Herstellung von monoklonalen Antikörpern zur Behandlung von schwerwiegenden Erkrankungen spezialisiert hätten. Ähnlich auch wie Medarex und Protein Design habe man zunächst nur die Kommerzialisierung der hauseigenen Technologieplattform zur Herstellung humaner monoklonaler Antikörper angestrebt.
Die sogenannte XenoMouse-Technologie sei ursprünglich bei Cell Genesys entwickelt worden. Dabei handele es sich um genetisch veränderte Mäuse, deren eigene Gene für die Antikörper-Produktion ausgeschaltet und gegen entsprechende humane Gene ersetzt worden seien. 1996 habe Cell Genesys die Tochter Abgenix an die Börse gebracht. Zur Zeit würden noch etwa zehn Prozent der Aktien beim Mutterkonzern liegen.
In den letzten Jahren habe Abgenix begonnen neben der Lizenzierung seiner Technologie eine eigene Pipeline aufzubauen, die zur Zeit drei Kandidaten enthalte. Hoffnungsträger des Unternehmens sei augenblicklich ein gegen den EGF-Rezeptor gerichteter monoklonaler Antikörper. Partner für dieses Projekt sei Amgen.
Der EGF-Rezeptor sei ein neues Target für Medikamente. Man schätze, dass bislang lediglich etwa 500 Targets, d.h. Angriffspunkte für Medikamente existieren würden. Die Blockierung des Rezeptors scheine ein vielversprechender Ansatz zur Bekämpfung verschiedener Tumore zu sein, da besonders bösartige Tumore eine erhöhte Zahl dieser Rezeptoren aufweisen würden.
Jedoch auch ImClone, Genentech, OSI Pharmaceuticals und AstraZeneca würden an Medikamenten für das gleiche Target arbeiten. Obwohl erst in Phase II könnte der ABX-EGF genannte Antikörper von Abgenix dennoch das erste neue Medikament seit zehn Jahren gegen Nierentumore sein. Sowohl ImClones Kandidat Erbitux als auch AstraZenecas Mittel Iressa hätten hier keine Wirkung gezeigt.
Doch Vorsicht! Statistisch gesehen verfehle leider die Mehrzahl aller Entwicklungs-Kandidaten die erwünschten Ziele. ABX-EGF befinde sich erst in Phase II der klinischen Tests. Abgenix letzter Hoffnungsträger, der ebenfalls bis in Phase II vorgestoßene Antikörper ABX-IL8 zur Behandlung u.a. von Psoriasis und metastasierenden Melanomen, sei erst im Mai diesen Jahres wegen schlechter Testergebnisse zurückgezogen worden.
Etwas weiter fortgeschritten in der Pipeline (Phase II/III) aber kaum mit Potenzial zum Blockbuster sei ein Antikörper, der nach Knochenmark-Transplantationen angewendet werden solle. In Start-Phase I befinde sich schließlich der dritte Kandidat. Es sei ein Antikörper, der gegen den schwarzen Hautkrebs (Melanom) helfen solle.
Abgenix schreibe rote Zahlen und werde diese noch einige Jahre weiter schreiben. Auf Grund des geplanten weiteren Ausbaus der Pipeline und damit verbundenen steigenden Kosten für Forschung und klinische Tests würden auch die Verluste weiter steigen. Zur Zeit rechne man mit 130 und 150 Millionen US-Dollar Verlust für 2002 bzw. 2003. Bereits die letzten Quartalsergebnisse hätten einen weiteren Anstieg signalisiert. Demgegenüber würden etwa 550 Millionen US-Dollar Cashreserve stehen. Rein rechnerisch reiche dies noch für etwa drei Jahre und nur knapp bis zur Zulassung des Antikörpers ABX-EGF - natürlich optimale Testergebnisse vorausgesetzt.
Die Analysten von "sunday-market" sehen die Risiken bei Abgenix eindeutig höher als die Chancen: Positionen bei Erholung abbauen.
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