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Analysen - Marktberichte
29.04.2011
Wiener Börse eher lauwarme Berichtssaison
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Die Wiener Börse erlebt in der nachösterlichen Woche eine eher lauwarme Berichtssaison und der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) war mit einem Rückgang von 0,3% auch ein klarer internationaler Underperformer, so die Analysten der Erste Bank.

Die ATX-Verliererliste werde diesmal von SBO (ISIN AT0000946652/ WKN 907391) angeführt, die ohne wesentliche News um 4,2% korrigiert habe. Der Grund im Rückgang dürfte charttechnischer Natur sein, die Aktie habe bei EUR 70 einen Widerstand und habe auch glatte 30% über der 200-Tageslinie gelegen, was auf eine etwas überzogene Situation hindeute. Zumtobel (ISIN AT0000837307/ WKN A0JLPR) habe um 2,4% korrigiert, nachdem in einer Strategieaussendung die durchaus ambitionierten mittelfristigen Ziele präsentiert worden seien - wahrscheinlich gemäß dem Motto "Sell on good news".

Ferner erwähnenswert seien die Rückgänge bei Erste Group (ISIN AT0000652011/ WKN 909943) und OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) um jeweils 1,4% im Wochenvergleich. Erste Group habe das Q1-Ergebnis präsentiert, das netto leicht unter dem Konsensus gelegen habe. OMV habe im Trading Statement erste Einblicke ins operative Q1-Ergebnis gegeben. Dazu gewonnen hätten Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) (+1,8%) und voestalpine (ISIN AT0000937503/ WKN 897200) (+1,0%), beide ohne wesentliche News. Vor allem bei voestalpine sehe man sicher weiteres Aufwärtspotenzial für die Aktie.

Auch STRABAG (ISIN AT000000STR1/ WKN A0M23V) habe als eines der letzten Unternehmen Q4/2010 Zahlen vorgelegt, die - außer einer Libyen-Abschreibung - letztlich gut ausgefallen seien. Der Ausblick des Unternehmens sei aber unverändert geblieben, die Aktie habe dennoch um 0,8% zugelegt. Die Analysten würden ebenso moderat optimistisch für die Aktie bleiben, würden aber mit keinen großen Kurssprüngen rechnen (außer im Fall eines Aktienrückkaufs).

Die wirklich prägnante Frage diese Woche sei allerdings gewesen, warum die Wiener Börse dem positiven Trend in Europa nicht habe folgen können. Die wahrscheinlichste Ursache sei in einer Kombination an Faktoren zu finden: Bei OMV und Raiffeisen Bank Int. (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) würden Anleger teilweise abwarten, was zum Thema Kapitalaufbringung konkret unternommen werde, beide Aktien seien schwere ATX-Werte. Erste Group sei durch das Q1-Ergebnis etwas belastet gewesen und sei im ATX aktuell mit 19% Gewicht der Top-Wert.

Auch Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) (mit 5% ATX-Gewicht) habe mit dem Q1-Bericht diese Woche nicht überzeugen können, die Analysten hätten die Aktie daraufhin auch auf "halten" zurückgestuft. Von der prinzipiell positiven Einschätzung würden sie allerdings nach einer nicht ganz überzeugenden Woche nicht abrücken. Das CEE-Sentiment verbessere sich laufend, die Kapitalaufbringungsthemen würden auch irgendwann geklärt sein, von einer Sommerflaute abgesehen sollte sich in der zweiten Jahreshälfte definitiv eine bessere Kursperformance zeigen. Aktionäre von Flughafen Wien (ISIN AT0000911805/ WKN 884216) (EUR 2,0) und Mayr-Melnhof (ISIN AT0000938204/ WKN 890447) (EUR 1,95) könnten sich in der nächsten Woche jedenfalls auf die Dividendenzahlungen freuen. (29.04.2011/ac/a/m)



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