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Analysen - Ausland
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29.04.2011
OMV mögliche Kapitalerhöhung und Libyen als bedeutende Unsicherheitsfaktoren
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Thomas Unger, stuft die OMV-Aktie (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) unverändert mit "kaufen" ein.
Mit der gestrigen Aussendung des Trading Statements im Vorfeld der Q1 11 Ergebnispräsentation (am 11. Mai) habe die OMV erstmals die Auswirkungen der Produktionsausfälle in Libyen auf die eigene Produktionsrate im Bereich Exploration und Produktion (E&P) veröffentlicht. Wie erwartet sei die Öl- und Gasproduktion im ersten Quartal 2011 deutlich zurückgegangen, von durchschnittlich 320.000 boe/d im letzten Quartal 2010 auf 304.000 boe/d im abgelaufenen Quartal.
In Libyen habe sich die Ölproduktion bis 20. Februar auf normalem Niveau befunden, danach seien jedoch keine offiziellen Produktionsvolumina mehr gemeldet worden und damit habe auch die Produktion de facto still gestanden. Dadurch sei die durchschnittliche Gesamtproduktion in Libyen im ersten Quartal auf 18.700 Barrel pro Tag von 32.800 bbl/d in 2010 gefallen.
Ähnlich habe sich die Produktion im Jemen entwickelt, wo es nach dem Anschlag auf eine Export-Pipeline am 14. März zum völligen Stillstand gekommen sei. Der hohe Ölpreis sei für das E&P Segment natürlich sehr positiv, werde aber zum Teil durch die negative Wirkung der neuen Ölpreis-Hedges (EUR -24 Mio.) aufgewogen.
Im Bereich Raffinerien & Marketing (R&M) hätten verbesserte Mitteldestillate-Spreads die OMV Raffineriemarge vor einem noch stärkeren Rückgang bewahren können, sie sei von USD 3,48/bbl im Vorquartal auf USD 2,30 im abgelaufenen Quartal gefallen. Grund dafür sei hauptsächlich der starke Anstieg des Ölpreises, der nicht nur die Rohstoffkosten der Raffinerien erhöhe, sondern auch den deren Energieverbrauch verteuere. Abermals habe Positives aus dem Gas & Power Segment gemeldet werden können, wo die Verkaufsmenge vs. Q1 10 um 18% habe gesteigert werden können (auf 6,63 Mrd. m³). Das Unternehmen habe Netto-Sonderaufwendungen in der Höhe von EUR 20 Mio. verbucht, die auf Abrisskosten im Zusammenhang mit der Schließung der rumänischen Arpechim Raffinerie zurückzuführen seien und das EBIT belasten würden.
Obwohl die Entwicklung im Vergleich zum Vorquartal sowie zur Vergleichperiode im letzten Jahr deutlich negativ sei (speziell bei der E&P Produktionsrate), habe das Trading Statement sogar über den Analystenerwartungen gelegen. Die Raffineriemarge habe wie schon in den vorangehenden Quartalen für eine positive Überraschung gesorgt. Der Markt habe auf die Veröffentlichung negativ reagiert, was zwar auf den ersten Blick verständlich sei, allerdings seien all jene Faktoren, die zu diesen schwachen Quartalsindikatoren geführt hätten, lange vorher bekannt gewesen und seien damals bereits mit Verkäufen eingepreist worden.
Derzeit würden die Analysten eine mögliche Kapitalerhöhung und die politische Situation in Libyen als zwei bedeutende Unsicherheitsfaktoren betrachten, die die Aktie belasten würden. Diese müssten beseitigt werden (hoffentlich bald), damit der Weg nach oben wieder frei werde.
Nichtsdestotrotz sind die Analysten der Erste Bank der Meinung, dass die OMV-Aktie günstig bewertet ist (fundamental betrachtet) und bleiben daher bei ihrer "kaufen"-Empfehlung mit einem Kursziel von EUR 44,50. (Analyse vom 29.04.2011) (29.04.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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