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Analysen - Ausland
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29.04.2011
Verbund präsentiert Zahlen zum ersten Quartal
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Christoph Schultes, stuft die Aktie von Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) mit dem Rating "halten" ein.
Die Freude über die gestiegenen Strompreise habe leider nicht lange gewährt, denn in dieser Woche habe der Verbund seine Zahlen zum ersten Quartal präsentiert. Die Umsätze seien um 13,8% auf EUR 918 Mio. gestiegen. Auch das operative Ergebnis habe mit einem Anstieg von 11% auf EUR 216 Mio. überzeugen können, was auf eine wesentlich bessere Wasserführung im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen gewesen sei. Doch das Nettoergebnis habe mit EUR 109 Mio. klar unter den Erwartungen gelegen, was auf ein schwaches Finanzergebnis zurückzuführen gewesen sei. Die Begründung, dass das Finanzergebnis des Vorjahres von positiven Einmaleffekten profitiert habe, sei nur die halbe Wahrheit, denn alle drei ausländischen Joint Ventures hätten dieses Mal negative Zahlen geliefert.
Die Gründe dafür seien unterschiedlich. In der Türkei seien es Kursverluste aus der Bewertung von Fremdwährungsverbindlichkeiten, in Italien das allgemein schwierige Marktumfeld gewesen. Die eigentlichen Probleme lägen aber in Frankreich. Hier habe das französische Tochter POWEO (ISIN FR0004191674/ WKN A0DJ8S) trotz positiver Einmaleffekte herbe Verluste in Höhe von EUR 12 Mio. einstecken können. Das lange erwartete französische Gesetz zur Regelung des Elektrizitätsmarktes dürfte auch nicht nach dem Geschmack des Verbund ausgefallen sein, das Management habe im Conference Call die Absicht bestätigt, aus dem Endkundengeschäft aussteigen zu wollen.
Der im Februar erfolgte Kauf des restlichen 60% Anteil an der POWEO Production S.A.S. sei davon zwar nicht unmittelbar betroffen, werfe aber die Frage auf, ob dieses Investment wirklich sinnvoll gewesen sei. Zudem würden der Kauf thermischer Assets in Frankreich und das gleichzeitige Bestreben, einen Anteil an den bayrischen Innkraftwerken zu verkaufen, auf keine klare Strategie schließen lassen, präsentiere sich das Unternehmen doch als einer der führenden Hydropower Player in Europa.
Die Gewinnschätzungen für das aktuelle sowie für die kommenden Geschäftsjahre müsse man zum Teil deutlich zurücknehmen. Das Kursziel kürzen die Analysten der Erste Bank von EUR 35,5 auf EUR 34,00, ihre Empfehlung für die Verbund-Aktie lautet nun "halten". Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld mit gestiegenen Strompreisen dem operativen Ergebnis des Unternehmens zugute komme, würden sie Investoren raten, in nächster Zeit von der Aktie Abstand zu halten. Sie würden auf positiven Newsflow der ausländischen Beteiligungen warten. (Analyse vom 29.04.2011) (29.04.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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