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Analysen - Marktberichte
26.04.2011
STOXX 600 moderater Aufwärtstrend bleibt intakt
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der moderate Aufwärtstrend des STOXX 600-Index (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) bleibt intakt, so die Analysten der Erste Bank.

Der breite europäische Leitindex habe in der abgelaufenen Woche um 1,25% zugelegt. Deutlich besser hätten sich der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) (+2,1%) sowie der SMI (ISIN CH0009980894/ WKN 969000) mit einem Plus von 1,6% entwickelt. Eine negative Performance sei hingegen beim griechischen AEX (-0,1%) bzw. beim spanischen IBEX (ISIN ES0SI0000005/ WKN 969223) (-0,4%) zu beobachten gewesen.

Der beste Sektor in Europa sei in dieser Woche jener der Automobilzulieferer mit einem Plus von 4,2% gewesen. Ebenfalls eine weit überdurchschnittliche Performance hätten die Aktien aus den Branchen Chemie (+3,5%), Industrie (+3,2%) und Healthcare (+2,5%) aufgewiesen. Auf der Verliererseite seien abermals Banken (-1%), Versicherungen (-1,2%) und Telekom (-2,1%) gewesen.

Die auf den ersten Blick schwächere Performance des europäischen Leitindex versus dem S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) relativiere sich, wenn man beide Indices in der gleichen Währung analysiere. Dann sehe man, dass dem prozentuell höheren Indexgewinnen beim S&P 500 ein noch höherer Währungsverfall des US-Dollars gegenüberstehe und letztendlich eine deutliche Outperformance des europäischen Leitindex übrigbleibe, während der S&P 500 in Euro ausgedrückt 1,9% an Wert seit Jahresbeginn verliere. Als aufmerksamer Investor sollte man also unbedingt immer auch gleichzeitig die Währungsseite im Auge behalten. Nominelle Erträge würden wenig nutzen, wenn eine ehemals bedeutende Weltwährung ihre Wertschätzung allmählich verliere.

Sinngemäß Gleiches gelte übrigens für die Kupons und Tilgungen von Anleihen bei Inflationsraten, die höher seien als die Renditen der Papiere. Die Umschuldung griechischer Staatsschulden werde nun immer wahrscheinlicher, der Markt scheine klar davon auszugehen. Die Rendite für zweijährige Bonds sei auf 23% gestiegen, zehnjährige Papiere würden eine Rendite von 14% ausweisen. Laut Reuters würden mittlerweile 46 von insgesamt 55 befragten Ökonomen mit einer baldigen Umschuldung der griechischen Staatsanleihen rechnen.

Die finnische Metso (ISIN FI0009007835/ WKN 923876) beende die Handelswoche mit einem Plus von knapp 7%. Der Zulieferer für die Papier- und Minenindustrie profitiere naturgemäß von den stark gestiegenen Rohstoffpreisen und dem gestiegenen Risikoappetit der Minenbetreiber. Das Unternehmen habe die Prognosen für 2011 deutlich angehoben und erwarte nun 15% Umsatzwachstum, die Profitabilität solle ebenso besser als ursprünglich prognostiziert ausfallen. Zudem hätten in der Vorwoche zwei Großaufträge an Land gezogen werden können.

Weniger gut sei die Situation derzeit bei Nokia (ISIN FI0009000681/ WKN 870737). Nach einem einigermaßen akzeptablen Quartalsergebnis dürften die operativen Margen noch im Gesamtjahr 2011 unter Druck kommen. Die Zusammenarbeit mit Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) hinsichtlich des neuen Handy-Betriebssystems spare zwar hohe Kosten der eigenen Entwicklung, werde aber der Attraktivität der neuen Produkte wenig nützen. Die Frage, warum man nicht gleichzeitig auf die Android-Schiene setze, bleibe unbeantwortet. Das Management hätte dann zumindest eine bessere Verhandlungsposition gegenüber den Software-Lieferanten gehabt. Einstweilen werde sich diesbezüglich wenig ändern, weshalb die Analysten davon ausgehen würden, dass die Aktie auch in diesem Jahr weitere Schwäche zeigen werde. (Ausgabe vom 22.04.2011) (26.04.2011/ac/a/m)



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