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Analysen - Neuemissionen
28.10.1999
Plaut nicht zeichnen
Wirtschaftswoche

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Die Anlageexperten der Wirtschaftswoche raten von einer Zeichnung der Plaut-Aktie (WKN 918703) ab.

Bereits zweimal habe die Salzburger Unternehmensberatung Plaut ihren Börsengang verschoben. Zunächst habe Vorstandschef Erich Lebeiner das Unternehmen im April an die Börse bringen wollen, verschob dann aber, angeblich wegen des hohen Organisationsaufwands. Im Oktober waren es noch einmal zwei Wochen – wegen „unerwartet starker Nachfrage in Österreich“ bereitete die DG Bank eine Plazierung im Nachbarland vor. Am Neuen Markt seien Informationstechnik (IT)-Berater zur Zeit nicht gefragt Lebeiner sehe das Unternehmen als Komplettanbieter: „Wir machen von der Strategie über alle Facetten der Umsetzung bis hin zur Ausgliederung von Unternehmensaufgaben alles.“ Plaut wachse rasant: Der Umsatz von 171,5 Millionen Euro in 1998 werde bis 2003 im Schnitt um jährlich 35 Prozent zulegen. Für das Ergebnis vor Steuern erwarte die DG Bank 56 Prozent Steigerung jährlich.

Die Kosten der Expansion drückten 1999 das Ergebnis. Der Gewinn je Aktie werde von 39 auf 29 Cents fallen um sich dann in 2000 fast zu vervierfachen. Riskant sei allerdings die starke Abhängigkeit von SAP-Produkten. Auch Wettbewerber gebe es schon genug: Gegen Multis wie Anderson Consulting mit 7,1 Milliarden Dollar Umsatz sei Plaut ein Zwerg. Aktionäre sollten auch beachten, daß das heutige Management und ehemalige Partner kräftig Aktien abgeben, so Wirtschaftswoche Tun sie dies in sechs Monaten – nach Ablauf der vorgeschriebenen Haltefrist – noch einmal, so könnte das dem Kurs schaden. Die Hauptaktionärin, eine Stiftung, dürfe laut Lebeiner allerdings keine Aktien verkaufen. Internationale Wettbewerber hätten im Schnitt ein KGV von 29, die am Neuen Markt von 34. Plaut habe bei 29 Euro ein 2000er KGV von 26, wäre also moderat bewertet – vorausgesetzt allerdings, dass das Unternehmen den sagenhaften Ergebnissprung von zwei auf 21 Millionen Euro in 2000 wirklich schaffe.


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