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Analysen - Neuemissionen
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28.10.1999
Direkt Anlage Bank zeichnen
Wirtschaftswoche
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Wirtschaftswoche empfehlen die Aktien der Direkt Anlage Bank (WKN 507230) zur Zeichnung.
Eigentlich war der Börsengang erst für das Frühjahr 2000 geplant, doch plötzlich habe es Schmidt eilig. Erst sei Konkurrent Consors aus Nürnberg schneller, dann komme ihm auch noch die ehemalige Quelle Bank unter dem Namen Entrium auf dem Parkett zuvor. Und nun drohten weitere Mitbewerber ihren Markteintritt an. Zuletzt habe sich der amerikanische Online-Broker E-Trade mit der bereits börsennotierten Berliner Effektengesellschaft liiert.
DAB, der drittgrößte heimische Discountbroker, habe mit seinem Start am 16. Mai 1994 als erster das Kartell der Kassierer aufgemischt. Mit niedrigen Transaktionsgebühren bei Börsengeschäften und schneller Orderabwicklung mache der Pionier zusammen mit einem Dutzend Konkurrenten den traditionellen Banken das Leben schwer. Durch dauernd neue Preissenkungsrunden und aufwendiger Werbung bis hin zu Geschenken in Form von Gratisaktien zum Börsengang – Consors spendierte jedem Neukunden eine Aktie – machten sich die Billigbankiers das Überleben aber auch untereinander schwer. Um sich erfolgreich am Markt zu behaupten, versuche die DAB mehr als andere zu bieten. Neben Kleinanlegern und Zockern betreuten die Münchner mit weitem Abstand die meisten professionellen Wertpapierhändler und Fondsvermittler. Um nicht nur von der Tagesform der Daytrader und vom Trend der Aktienbörsen abhängig zu sein, hätten die Bayern zudem frühzeitig auf das eher ruhige und stetig boomende Fondsgeschäft gesetzt. Die DAB biete den Vorteil, alle in Deutschland zum Verkauf zugelassenen Fondszertifikate anbieten zu können. Mit Rabatten auf die üblichen Ausgabeaufschläge sowie Fondssparplänen habe sich die DAB an die Spitze beim Fondsabsatz unter den Discountern katapultiert. Mit drei neu kreierten Dachfonds versuche sich die DAB nun auch als Produktentwickler zu profilieren. Für die Anlagepolitik habe der Vorstand die renommierte Vermögensverwaltung Feri Trust gewinnen können. Auf diesem Weg würden Kleinanlager die Chance bekommen, sich an einem chancenreichen Fondsmix zu beteiligen. Damit falle die Mauer, die Discountbroker bisher von Kunden mit Wunsch nach Beratung trennten, so DAB-Vorstand Matthias Kröner. Vorteil für ihn: Die Beteiligung an Ausgabeaufschlägen und Managementgebühren sichere der DAB angesichts des zu erwartenden Wachstums der Fondsbranche kontinuierliche Einnahmen. Weiteren Imagegewinn habe der Zugang zum vorbörslichen Handel mit neuen Aktien gebracht. Zusammen mit dem Maklerhaus Lang & Schwarz ermögliche die DAB seit August ihren Kunden, sich unabhängig von der undurchsichtigen Zuteilungspraxis der Konsortialbanken am Graumarkt vorab mit Newcomern einzudecken. Auch der Sekundenhandel von acht Uhr bis 22 Uhr zu garantierten Kursen über die Düsseldorfer Makler sorge für Umsatzphantasie.
Einzige Voraussetzung: Die Börse spiele mit. Bleibe die Stimmung gut, dürften auch die Ertragsprognosen der Analysten in Erfüllung gehen. Der Gewinn je Aktie habe dann Spielraum von 0,03 Euro im nächsten Jahr auf 0,52 Euro im Jahr 2002.
Dieses Niveau erwarten vorsichtig orientierte Analysten für Consors schon im Jahr 2000. Im Jahr 2001 solle der Consors-Profit sogar auf 1,05 Euro je Aktie steigen. Gemessen daran bewillige die Börse dem Nürnberger Discounter derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 55. Reagiere sie auf die DAB-Aktie ebenso euphorisch, seien langfristig Kurse um 28 Euro möglich. Der jetzt geforderte Preis sollte allerdings erst einmal zwischen 15 und 18,50 Euro liegen, so Wirtschaftswoche.
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