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Analysen - Ausland
16.07.2002
Endesa akkumulieren
Nord LB

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Bei Kursschwäche Aktien der Endesa S.A. (WKN 871028) ordern, so lautet die Empfehlung des Analysten Heino Hammann von der Norddeutschen Landesbank.

Im ersten Quartal 2002 habe Endesa den Nettogewinn mit 767 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum fast verdoppelt. Dies habe aber überwiegend an Kapitalgewinnen aus dem Verkauf von Viesgo in Höhe von rund 1,07 Mrd. Euro gelegen. Dagegen seien der operative Gewinn und auch das EBITDA entgegen den meisten Prognosen zurückgegangen.

Den Umsatz habe Endesa insbesondere aufgrund der Erstkonsolidierung der italienischen Stromtochter Elettrogen (jetzt: Endesa Italia) um mehr als 20% steigern können. Die schwächeren operativen Zahlen seien hauptsächlich auf gestiegene Rohölkosten, geringere Regenfälle (Wasserkraft!) und auf die Argentinienkrise zurückzuführen. Immerhin habe man die Rückstellungen für Enersis, die unter anderem auch Beteiligungen in Argentinien halte, um 210 Mio. Euro aufstocken müssen. Der direkte Negativ-Einfluss auf das Nettoergebnis werde auf 75 Mio. Euro beziffert. Aufgrund vorhandener Abwertungstendenzen in mehreren südamerikanischen Ländern dürften noch weitere Rückstellungen notwendig sein.

Die Verschuldung von Endesa habe am 31.03.2002 rund 25 Mrd. Euro betragen, ein nur leichter Rückgang gegenüber Ultimo 2001. Damit dürfte das Vorhaben des Vorstands, die Verschuldung deutlich abzubauen, mit einem deutlich langsameren Tempo vonstatten gehen als ursprünglich vorgesehen. Zudem müsse noch mit hohen Investitionen in die Versorgungsinfrastruktur gerechnet werden.

Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank rechne im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 18,2 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 1,62 Mrd. Euro. In 2003 sollen die Erlöse auf 19 Mrd. Euro und der JÜ auf 1,75 Mrd. Euro ansteigen.

Die Probleme in Argentinien dürften dafür sorgen, dass die Gewinnprognosen des Vorstands kaum eingehalten werden. Eine Ausweitung der Krise auf benachbarte südamerikanische Länder würde aufgrund des nennenswerten Engagements zu weiterem Druck führen. Grundsätzlich positiv zu vermerken sei, dass der liberalisierungsbedingte Rückgang der Stromtarife in Spanien nun weitgehend beendet sei. Zudem sollen auf dem spanischen Markt die Gasaktivitäten weiter ausgebaut werden, um so teilweise die negativen Effekte der Liberalisierung zu kompensieren. Insgesamt plane Endesa bis 2004 den Verkauf von strategisch nicht notwendigen Aktiva in der Größenordnung um 5 Mrd. Euro. Bis 2006 sollen dann Investitionen in Höhe von rund 13 Mrd. Euro vorgenommen werden. Diese beziehen sich überwiegend auf die Kernbereiche Elektrizität und Kundenservice. Ein Schuldenabbau werde vor diesem Hintergrund schwierig.

Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank bleibt aufgrund der günstigen Bewertung und trotz der jüngsten Kursschwäche bezüglich den Aktien von Endesa bei "akkumulieren".



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