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Analysen - Ausland
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08.04.2011
Raiffeisen Bank International mit guten operativen 4Q 10-Zahlen und Sondereffekten
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Erste Bank, Günter Hohberger, stuft die Raiffeisen Bank International-Aktie (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
Die Raiffeisen Bank International habe auf den ersten Blick außergewöhnlich gute Zahlen für das vierte Quartal 2010 vorgelegt. Mit einem Quartalsüberschuss von EUR 304 Mio. seien die Analysten- und die Konsensuserwartungen um rund das Doppelte übertroffen worden. Das sei überwiegend auf Sondereffekte aus latenten Steuererträgen aus der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen in Österreich (EUR 120 Mio.) sowie aus einer geänderten Steuergesetzgebung in der Ukraine (EUR 26 Mio.) zurückzuführen gewesen.
Darüber hinaus hätten Bewertungsgewinne bei den Derivaten von EUR 43 Mio. verzeichnet werden können. Bereinigt um diese ergebe sich ein Vorsteuergewinn von EUR 246 Mio. - 25% weniger als im dritten Quartal. Hauptverantwortlich dafür seien deutlich gestiegene operative Aufwendungen (+14% q/q) durch die Wiederaufnahme von Bonuszahlungen und gestiegene Kosten bei Marketing und IT gewesen. Die Risikovorsorgen (bereinigt um einen positiven Sondereffekt in der Ukraine von EUR 70 Mio.) seien um 15% q/q gestiegen, was auf eine verbesserte Problemkredit-Deckungsquote von 66% (64% in 3Q10) und eine leicht gestiegene Problemkreditquote (9,0% nach 8,8% in 3Q10) zurückzuführen sei.
Im Großen und Ganzen seien die Analysten mit der operativen Performance im vierten Quartal zufrieden, auch wenn sie der saisonbedingte Anstieg des Verwaltungsaufwands doch etwas überrascht habe. Das Bild einer sich verbessernden Kreditqualität in Zentraleuropa (außer Ungarn) und der GUS habe sich auch bei der Raiffeisen Bank International bestätigt. Südosteuropa hingegen (außer Albanien und Serbien) leide nach wie vor unter einer Zunahme der Problemkredite und der Risikovorsorgen. Hier würden die Analysten aber davon ausgehen, dass der Höhepunkt bei den Problemkrediten im zweiten Halbjahr erreicht werden sollte und die dadurch verminderten Risikovorsorgen einen Ergebnisanstieg um 25% ermöglichen sollten.
Bezüglich einer möglichen Kapitalerhöhung habe im Analystenmeeting durchgeklungen, dass sich das Management zwar ausreichend kapitalisiert sehe, eine Entscheidung aber je nach Marktentwicklung zu treffen sei. Mit der kürzlich in Europa angelaufenen zweiten Runde an Kapitalerhöhungen (z.B. Intesa Sanpaolo (ISIN IT0000072618/ WKN 850605), Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200)) und den anstehenden Stresstests würde die Analysten ein Kapitalschritt im zweiten Halbjahr nun nicht mehr überraschen.
Die Analysten der Erste Bank bleiben wegen der moderaten Bewertung und des Gewinnsteigerungspotenzials bei ihrer Kaufempfehlung und ihrem 12-Monats-Kursziel von EUR 55 für die Raiffeisen Bank International-Aktie. (Analyse vom 08.04.2011) (08.04.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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