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Analysen - Ausland
16.07.2002
Generali Downgrade
Nord LB

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Die Aktie der Assicurazioni Generali S.p.A (WKN 850312) ist für den Analysten Michael Seufert von der Norddeutschen Landesbank nur noch eine Halteposition.

Im ersten Quartal 2002 habe die Generali-Gruppe auf konsolidierter Basis einen Anstieg der Beitragseinnahmen um 7,5% auf 12.752 Mio. Euro erzielt. Klar dominierend sei das Erstversicherungsgeschäft mit 12.402 Mio. Euro gegenüber den Rückversicherungsaktivitäten mit 250 Mio. Euro gewesen. Die Lebensversicherungs-Sparte habe mit +7,9% auf 7.146 Mio. Euro stärker als der Sachversicherungs-Bereich mit +6,9% auf 5.605 Mio. Euro zulegen können. Der Quartalsüberschuss sei um 42% auf 202 Mio. Euro im Vergleich zum ersten Quartal 2001 gefallen. Bereinigt man allerdings den Gewinn um außerordentliche Erträge, reduziere sich der Quartalsüberschuss nur von 393 Mio. Euro auf 380 Mio. Euro. Die Schaden-/Kostenquote habe Generali um 1,6% auf 107,8% senken können.

Die Generali habe im Januar die Genehmigung erhalten, das Lebensversicherungs-Geschäft in China aufnehmen zu dürfen. Die Lebensversicherungen werden über die Generali China Life Insurance Company, einem Gemeinschaftsunternehmen mit der China National Petroleum Corporation, vertrieben. Die Generali China Life Insurance Company sei in der Region Kanton ansässig und verfüge über 400 Versicherungs-Agenten. Damit gehöre die Generali zu den wenigen Finanzunternehmen, die bisher in China Fuß präsent seien.

Die Banca Generali baue ihre Rolle als das alleinige Dienstleistungs- und Servicezentrum für Bankprodukte der Generali-Gruppe in Italien weiter aus. Die Verschmelzung der Altinia, Ina Sim und Prime Consult Sim auf die Banca Generali setze diese Fokussierung fort. Als Multikanalanbieter werde das erweiterte Institut auf dem direkten Vertriebsweg über 1.300 Finanzberater verfügen, die unter anderem die Produkte des Generali Asset Management und die Alleanza-Fonds anbieten werden. 100 Finanzberater im Bereich des Private Bankings werden sich ausschließlich um die vermögendste Kundschaft kümmern.

Die österreichische Generali-Tochter Generali Holding Vienna habe im März von einem Fremdinstitut dessen Versicherungsaktivitäten in Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei übernommen. In Polen, wo man zusätzlich einen größeren Pensionsfond erworben habe, verfüge man nun über eine erheblich stärkere Positionierung. In der Slowakei sei eine Vertriebsvereinbarung mit der zweitgrößten Bank, der VUB, abgeschlossen worden, die zuerst den Verkauf von Lebensversicherungen und später auch von Sachversicherungen vorsehe.

Das Researchteam der Norddeutschen Landesbank rechne im laufenden Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 48 Mrd. Euro sowie einem Jahresüberschuss (JÜ) von 1,32 Mrd. Euro. In 2003 sollen die Erlöse auf 52 Mrd. Euro und der JÜ auf 1,5 Mrd. Euro ansteigen.

Der Generali-Konzern befinde sich im laufenden Jahr in einer Restrukturierungs-Phase. Die geringe Dynamik in den Hauptmärkten Italien und Deutschland zeichne sich in den Ertragszahlen ab. Die schwachen Kapitalmärkte führen ebenso zu einer Belastung der Gewinnrechnung.

Aufgrund des eingetrübten Umfeldes und der sich erst mittelfristig bemerkbar machenden Restrukturierungserfolge stuft das Researchteam der Nord LB die Generali-Aktie von "akkumulieren" auf "halten" herab.



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