Logo
Analysen - Marktberichte
25.03.2011
Wiener Börse profitiert vom Paradigmenwechsel in der Energiepolitik
Erste Bank

www.optionsscheinecheck.de

Wien (aktiencheck.de AG) - Wien profitiert vom Paradigmenwechsel in der Energiepolitik. Das alles bestimmende Thema in diesen Tagen ist und bleibt die Energiepolitik als Folge der nuklearen Bedrohung in Japan, so die Analysten der Erste Bank.

Da sich die Rettungsversuche in Fukushima jetzt immer länger hinziehen würden und das Desaster medial groß aufbereitet werde, könne sich kein westlicher Politiker in diesen Tagen erlauben, weiter auf den Ausbau der Atomkraft zu setzen. Die Frage nach Alternativen und Ausstiegsszenarien werde die Welt und damit auch die Börse weiter beschäftigen. Während Versorgerwerte mit Atomkraft (E.ON (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99), RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) wohl langfristig zu den Verlierern zählen würden (entweder über Ausstieg oder teure Nachrüstungen), würden alternative Energien (Solar, Wind), Wasserkraft, aber auch Gas zu den Gewinnern zählen. Und hier komme die Verbindung zur Wiener Börse.

Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) sei einer der klarsten Gewinner des Anstiegs der Strompreise. Die Analysten hätten die Aktie ja schon auf Kauf gestuft und den Wert diese Woche auch in ihre Research-Zertifikate aufgenommen - die Aktie biete damit auch längerfristig noch einiges an Aufwärtspotenzial. Aber auch OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) werde als großer Gasförderer mittelfristig zu den Gewinnern zählen. Hier werde der Vorteil aktuell noch von den chaotischen Verhältnissen in Libyen überschattet. Saubere Gaskraftwerke würden zukünftig zur Versorgung mit Strom-Grundlast unverzichtbar nötig sein - OMV erweitere ja gerade diesen Bereich aktuell auch als Kraftwerksbetreiber selbst.

Ansonsten habe der ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191) diese Woche mit einem starken Rebound von 4,7% geglänzt. Der Rebound sei vornehmlich von zyklischen und Industriewerten getragen worden (SBO (ISIN AT0000946652/ WKN 907391): +12,4%, STRABAG (ISIN AT000000STR1/ WKN A0M23V): +9,1%, Semperit (ISIN AT0000785555/ WKN 870378): +7,7%). Am schwächsten (aber trotzdem mit einem Anstieg!) hätten diese Woche - wie nicht anders zu erwarten bei einem solchen ATX-Anstieg - defensive Werte (Österr. Post (ISIN AT0000APOST4/ WKN A0JML5): +2,0%, CA Immo (ISIN AT0000641352/ WKN 876520): +2,0%, Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811): +2,9%) gelegen.

Newsmäßig sei es sonst eher trocken in Wien gewesen - conwert (ISIN AT0000697750/ WKN 801475) habe Q4-Zahlen vorgelegt, die leicht über den Analystenschätzungen gelegen hätten, die Aktie biete noch leichtes Aufwärtspotenzial, aber jedenfalls einen guten Inflationsschutz. Flughafen Wien (ISIN AT0000911805/ WKN 884216) habe exakt im Rahmen der Erwartungen gelegen, die Aktie bleibe eher wenig interessant - auch die Dividenden dürften in Zukunft eher sinken als steigen. Wolford (ISIN AT0000834007/ WKN 893975) hätten die Analysten - wie schon fast angekündigt - Anfang dieser Woche auf Kauf hochgestuft. Die Aktie habe im Wochenvergleich um fast 17% (!) zugelegt.

Was solle man bzw. könne man nun noch kaufen? Verbund und OMV würden langfristig aussichtsreiche Werte bleiben. Die Bankenwerte (inkl. Raiffeisen Bank Int. (ISIN AT0000606306/ WKN A0D9SU)) hätten ebenso noch langfristigen Aufholpotenzial, vor allem wenn die Kreditabschreibungen nun effektiv zu sinken beginnen würden.

Im Immosektor bleibe aktuell IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058/ WKN 911064) ganz klar am aussichtsreichsten, der nächste Test der EUR 3,30er Marke stehe unmittelbar bevor. Kapsch TrafficCom (ISIN AT000KAPSCH9/ WKN A0MUZU) dürfte die Korrektur nun endgültig abgeschlossen haben, auch hier wäre ein Einstieg jetzt noch interessant - vor allem nachdem in Frankreich nun doch wieder leichte Hoffnung bestehe, da der Zuschlag des Mega-Mautauftrags an Autostrade (ISIN IT0003056190/ WKN 913220) für ungültig erklärt worden sei. (25.03.2011/ac/a/m)



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de