|
Analysen - Ausland
|
04.03.2011
Verbund Dividende und Ausblick belasten
Erste Bank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Wien (aktiencheck.de AG) - Christoph Schultes, Analyst der Erste Bank, stuft die Verbund-Aktie (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) unverändert mit "halten" ein.
Österreichs größter Stromproduzent habe in dieser Woche die Zahlen für das abgelaufene Wirtschaftsjahr präsentiert. Bei den Umsätzen sei ein Rückgang von 5% auf EUR 3,31 Mrd. verzeichnet worden, das operative Ergebnis sei um 20,5% auf EUR 828,5 Mio. gefallen, während das Nettoergebnis um 37,8% auf EUR 400,8 Mio. eingebrochen sei. Habe das operative Ergebnis aufgrund der starken Wasserführung im vierten Quartal noch leicht über den Analystenerwartungen gelegen, so habe das Nettoergebnis enttäuscht, das von zahlreichen (und überwiegend negativen) Einmaleffekten geprägt gewesen sei.
Der Rückgang der Ergebnisse sei jedoch in erster Linie auf die niedrigeren Strompreise zurückzuführen gewesen, daneben habe der Erzeugungskoeffizient 1% unter dem langfristigen Durchschnitt und 7% unter dem Wert des Vorjahres gelegen. Die Kapitalstruktur habe sich nach der Kapitalerhöhung im letzten Jahr nun deutlich verbessert. Die Gearing Ratio habe von über 140% auf unter 100% gedrückt werden können und weitere Verkäufe von Assets sollten diese Kennzahl im Laufe des Jahres noch weiter verbessern. Das vom Verbund gewünschte Rating im "A"-Bereich scheine abgesichert zu sein.
Das Unternehmen plane nun, eine Dividende in Höhe von EUR 0,55 je Aktie auszuschütten, was nicht nur deutlich unter dem Vorjahreswert liege (EUR 1,25 inklusive Bonusdividende), sondern auch unter den Markterwartungen. Der Konsensus habe - so wie die Analysten der Erste Bank - mit einer Dividende von EUR 0,65 gerechnet. Enttäuschend sei auch der Ausblick für das aktuelle Geschäftsjahr gewesen. Zwar habe die Wasserführung in den ersten beiden Monaten um rund 5% über dem langjährigen Durchschnitt gelegen, dennoch rechne das Management nur mit "ungefähr gleichbleibenden Ergebnissen". Ein stabiles Nettoergebnis von EUR 400 Mio. bedeute einen Gewinn pro Aktie von etwa EUR 1,16. Der Konsensus sei allerdings vor Veröffentlichung der Zahlen von einem Gewinn pro Aktie von EUR 1,61 ausgegangen, was den Kurssturz der Aktie erkläre.
Die Analysten hätten ohnehin die niedrigste Schätzung im Markt (EUR 1,34) gehabt und würden an dieser vorläufig einmal festhalten. Das Management habe im Conference Call bestätigt, dass der kommunizierte Ausblick eher konservativ sei, vor allem im Hinblick auf die zahlreichen Einmaleffekte des letzten Jahres. Mit einem starken Ergebnis könne man heuer also nicht rechnen. Das KGV (basierend auf den Schätzungen der Analysten) liege nun bei knapp unter 20x, die Aktie sei also noch immer kein Schnäppchen. Das langfristig interessante Geschäftmodell bleibe weiterhin bestehen. Dazu müssten allerdings die Strompreise anziehen, aber damit könne man aktuell anscheinend (zumindest kurzfristig) nicht unbedingt rechnen, wenn man die Futures Preise an den europäischen Strombörsen betrachte.
Die Empfehlung der Analysten der Erste Bank für die Verbund-Aktie lautet weiterhin "halten", ihr Kursziel unverändert EUR 29. (Analyse vom 04.03.2011) (04.03.2011/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|