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Analysen - Marktberichte
28.02.2011
Asiatische Börsen mit Kursverlusten
EMFIS

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Mainz (aktiencheck.de AG) - Obwohl zum Wochenbeginn die Börsen in Japan, China und Indien noch Gewinne verzeichnen konnten, drehte sich das Bild ab Dienstag gewaltig, so die Experten von EMFIS in ihrem "Asia Weekly".

Die Furcht der Anleger vor den sich ausweitenden politischen Unruhen und zunehmenden Spannungen in Nordafrika und im mittleren Osten, hätten die Börsen erheblich unter Druck gebracht und zu massiven Abschlägen in den folgenden Tagen geführt. Auch der explodierende Ölpreis in der Wochenmitte - er habe ein Zwei-Jahreshoch von 102 USD pro Barrel erreicht - habe zum zeitweisen Preisverfall besonders der Papiere von Fluggesellschaften und Reedereien, sowie Ölaktien mit umfangreichen Raffinerieaktivitäten beigetragen, bei denen die Gewinnmargen wegen der hohen Rohölpreise zunehmend unter Druck geraten könnten.

Zum Ende der Woche seien dann fast überall die Schnäppchenjäger ins Spiel gekommen, die die Kurse wieder hätten steigen lassen. Auch der Ölpreis sei wieder unter die 100 US-Dollar-Marke gefallen, so dass die zuvor besonders stark in Mitleidenschaft gezogenen Fluggesellschaften wieder Investoren gefunden hätten. Über die Woche gesehen hätten jedoch alle asiatischen Börsen bis zu 3,7 Prozent verloren.

Die hohen Ölpreise hätten im chinesischen Raum die ohnehin schon virulenten Inflationssorgen weiter angefacht und würden zunehmend negative Auswirkungen auf die sich gerade erholende, jedoch immer noch sehr fragile globale Konjunktur befürchten lassen. Zusätzlich hätten Aussagen des chinesischen Politbüros den Markt belastet, wonach die Gewährleistung der Preisstabilität die Top-Priorität in diesem Jahr sei. Viele Anleger würden nun eine erneute Runde an geldpolitischen Straffungsmaßnahmen befürchten. Die erste Maßnahme sei bereits angekündigt worden, nämlich die Erhöhung des Mindestreservesatzes auf 19,5 Prozent.

Trotzdem sei der Wochenverlust des CSI300 mit -0,44 Prozent sehr moderat ausgefallen. Eine weitere positive Nachricht sei vom chinesischen Handelsministerium gemeldet worden. Die ausländischen Direktinvestitionen (FDI) nach China seien im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 23,4 Prozent auf 10,03 Mrd. USD gestiegen.

Der südkoreanische Leitindex sei in dieser Woche wieder unter die 2.000-Punkte-Linie gefallen und habe gleichzeitig auf dem niedrigsten Niveau seit Jahresbeginn geschlossen. Vor allem die Investoren aus Übersee hätten reflexartig Kapital abgezogen. Besonders stark unter Druck geraten seien die Aktien der Baukonzerne, die umfangreiche Aktivitäten in Libyen unterhalten würden. Schwäche gezeigt hätten auch die Werte aus dem Einzelhandelssektor, nachdem die Daten zum Verbrauchervertrauen einmal mehr unter den Erwartungen gelegen hätten.

Der Hang Seng Index (ISIN HK0000004322/ WKN 285086) sei in dieser Woche zeitweise unter die 23.000-Punkte-Marke gefallen, habe diese zum Ende der Woche jedoch wieder zurückerobern können. Zu dieser Erholung habe die Ankündigung der chinesischen Regierung beigetragen, im ersten Quartal 10 Millionen günstige Wohnungen hochzuziehen. Daraufhin hätten die Immobilienwerte einen starken Anstieg zum Ende der Woche verzeichnen können. Im Internet-Sektor habe Alibaba.com (ISIN KYG017171003/ WKN A0M5W0) nach dem Rücktritt seines CEO einen herben Kursverlust hinnehmen müssen, der zeitweise den gesamten Sektor in Mitleidenschaft gezogen habe. Der Hang Seng Index habe 2,5 Prozent verloren.

Japans Einstufung der Verbindlichkeiten sei von der Ratingagentur Moody's mit einem "negativen Ausblick" versehen worden, allerdings seien Exportsteigerungen für den Januar um 1,4 Prozent zu vermelden gewesen. Die Unruhen in Libyen hätten unter anderem zu einer Flucht in den Yen geführt. Dieser habe sich somit gegenüber dem Dollar erholen können und daraufhin die japanischen Exporttitel erheblich unter Druck gebracht. Der Nikkei (ISIN XC0009692440/ WKN 969244) habe 2,9 Prozent im Wochenverlauf verloren. (Ausgabe 08/2011) (28.02.2011/ac/a/m)



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