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Analysen - Marktberichte
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25.02.2011
Libyen Unruhen setzen der Wiener Börse zu
Erste Bank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Libyen Unruhen setzen der Wiener Börse zu, so die Analysten der Erste Bank.
Die Eskalation der Unruhen in Libyen und der damit verbunden starke Anstieg des Ölpreises hätten den Aktienmärkten diese Woche ordentlich zugesetzt und damit auch die Wiener Börse unter starken Druck gebracht. Es sei bezeichnend, dass nicht einmal ein einziger ATX (ISIN AT0000999982/ WKN 969191)-Wert in der letzten Woche einen Anstieg habe verzeichnen können. Das ATX-Minus habe 3,9% betragen, womit auch der erste Angriff auf den 3.000er Wert im ATX kläglich gescheitert sei.
Nicht ganz überraschend hätten sich in diesem Umfeld defensive Werte wie Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) (-1,1%) und Telekom Austria (ISIN AT0000720008/ WKN 588811) (-1,4%) noch am besten gehalten, für einen absoluten Anstieg habe es dennoch nicht ganz gereicht. Auch Wienerberger (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) habe sich nach der Vorlage der 2010er Ergebnisse gut gehalten und nur 0,8% im Wochenvergleich verloren.
Am deutlichsten "erwischt" habe es mit der OMV (ISIN AT0000743059/ WKN 874341) leider einen der Top-Favoriten der Analysten im ATX. Hier sei der Markt verständlicherweise sehr besorgt, weil OMV ca. 10% ihrer Eigenproduktion aus Libyen generiere, wo nun die Produktion (temporär) beeinträchtigt bzw. sogar stillgelegt worden sei. Den Analysten erscheine der Kursrückgang aber stark übertrieben, da die OMV ja an anderer Stelle wiederum von den gestiegenen Ölpreisen insgesamt deutlich profitiere. Sie würden mit einer weiteren Gegenbewegung des Kurses nach oben rechnen. Zumtobel (ISIN AT0000837307/ WKN A0JLPR) (-7,3%) und Schoeller-Bleckmann (SBO) (ISIN AT0000946652/ WKN 907391) (-5,7%) seien ebenso deutlich gefallen, allerdings ohne wesentliche News in dieser Woche.
Nächste Woche stünden Quartalszahlen von Kapsch TrafficCom (ISIN AT000KAPSCH9/ WKN A0MUZU), Verbund und Intercell (ISIN AT0000612601/ WKN A0D8HW) am Plan. Speziell bei Intercell und Verbund sollte man vorerst die Zahlen abwarten. Weit wichtiger für die Börsenentwicklung werde aber letztlich die weitere Entwicklung in Libyen und anderen Krisenstaaten. Die Börsianer würden Ölknappheit und dadurch einen weiteren Ölpreisanstieg fürchten, der letztlich die Konjunktur abwürgen könnte. Ganz von der Hand zu weisen, sei diese Überlegung nicht. Die Analysten der Erste Bank sehen allerdings auch eine weiterhin robust günstige Börsenbewertung. Ob sich dies allerdings schon in der nächsten Woche in steigenden Kursen niederschlage, sei dahingestellt.
Mutige könnten jedoch die Kursrückgänge speziell bei OMV für einen antizyklischen Einstieg nutzen. Nach Meinung der Analysten reflektiere der Rückgang der Marktkapitalisierung hier schon mehr als die Abschreibung der gesamten libyschen Ölfelder, was ja doch eine sehr pessimistische Annahme sei. Auch eine RHI (ISIN AT0000676903/ WKN 874182) sei bei Kursen von rund EUR 26 aus ihrer Sicht ein klarer Kauf - hier würden sie ebenso zugreifen.
Bei IMMOFINANZ (ISIN AT0000809058/ WKN 911064) erfolge nächste Woche am Mittwoch (3. März) die Preisfestsetzung für die neue Wandelanleihe. Dieser Tag sei für die Aktie üblicherweise der beste Tag für Zukäufe - dies würden die Analysten auch in diesem Fall empfehlen. Bei Kursen von EUR 3,0 bis 3,1 würden sie IMMOFINANZ ganz klar zum Kauf empfehlen. Sie würden im Anschluss zumindest mit einem Test und hoffentlich auch einem baldigen Überschreiten des Widerstands bei EUR 3,30 rechnen. (25.02.2011/ac/a/m)
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