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Analysen - TecDAX
17.02.2011
QIAGEN will 2012 wieder zweistellig wachsen
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten die Aktie von QIAGEN (ISIN NL0000240000/ WKN 901626) auf aktuellem Kursniveau zu kaufen.

QIAGEN habe im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 1,1 Milliarden US-Dollar erzielt und damit innerhalb der zuvor reduzierten Prognose gelegen. Der bereinigte operative Gewinn habe fast 310 Millionen US-Dollar erreicht. Die Marge: über 28 Prozent! Unterm Strich habe der bereinigte Gewinn 222,7 Millionen US-Dollar oder 93 Cents je Aktie betragen. Der berichtete Gewinn sei bei 144,3 Millionen US-Dollar oder bei 60 Cents gelandet. Zum Gewinn je Aktie müsse man allerdings wissen, dass sich die Anzahl der Aktien im vergangenen Jahr erheblich erhöht habe.

Wie Firmenchef Peer Schatz beim Besuch der Experten auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf erläutert habe, sei 2010 ein recht schwieriges Jahr für die Gesellschaft gewesen. "Das Umfeld in den USA war schwierig." Insbesondere die Nachfrage für Vorsorgetests auf Gebärmutterkrebs (HPV) habe sich in den USA schwächer entwickelt. Laut dem CEO sei das auf die Krise in Amerika zurückzuführen. Viele Patienten in den USA würden aufgrund der Arbeitslosigkeit ihr Geld sparen und seien deutlich seltener zum Arzt gegangen.

In Europa, vor allem in Deutschland, sei die Marktdurchdringung des Tests aufgrund fehlender Kostenerstattungen noch verhalten. Auf die Nachfrage der Experten erläutere Schatz, dass ein Durchbruch hierzulande schwer zu prognostizieren sei. Allerdings: Laut einer Studie der Politik werde es als sinnvoll erachtet, diesen Test zu fördern und entsprechend zu erstatten. Einen verstärkten Wettbewerb beim HPV-Test sehe Schatz gelassen. "Stärkere Aktivitäten von Wettbewerbern können uns durchaus helfen, den Einsatz von HPV-Tests in den USA auszubauen." QIAGEN müsse in der Zukunft mit diesem Test erfolgreich sein. Falls nicht, könnten Abschreibungen in der Bilanz drohen.

Per Ende 2010 horte das Unternehmen Firmenwerte in den Büchern von 1,35 Milliarden US-Dollar und immaterielle Vermögenswerte von über 750 Millionen US-Dollar. Ein ordentlicher Teil dieser Posten sei auf die Großakquisition Digene (HPV-Test) zurückführen. "Die Positionen wurden im Rahmen des Abschlusses wie gewohnt einem Impairment-Test unterzogen. Wir fühlen uns wohl und die Vermögenswerte sind um ein mehrfaches abgedeckt", so Schatz.

Für das Jahr 2011 habe der Vorstand ein Umsatzplus von fünf bis sieben Prozent in Aussicht gestellt. Das entspreche einem Mindestumsatz von 1,14 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie solle um sieben bis 13 Prozent expandieren. Damit dürfte QIAGEN in diesem Turnus mindestens einen US-Dollar verdienen. Die Prognose sei für QIAGEN-Ansprüche enttäuschend. Vor allem auf der Umsatzseite. Wie CFO Roland Sackers ergänze, werde das Unternehmen "soft" im ersten Quartal starten und dann sequentielles Wachstum zeigen.

Die operative Marge werde sich in Richtung 30 Prozent bewegen. Laut Schatz werde im Jahresverlauf eine Abschwächung des Abwärtstrends am US-Gesundheitsmarkt erwartet. Auch die HPV-Erlöse würden steigen, da immer mehr Ärzte und Krankenhäuser die Tests einsetzen würden. Das Problem einer hohen Arbeitslosigkeit könnte sich etwas lösen und den Rückgang der Arztbesuche reduzieren.

Zudem sollten sich die Ausgaben von öffentlichen Einrichtungen in den USA in diesem Jahr erneut auf einem hohen Niveau bewegen. "Wird dies Realität, können wir uns freuen." Schatz habe für 2011 eine bewusst konservative Prognose abgeben, da der US-Gesundheitsmarkt sehr schwanke. Zudem habe der CEO kein Interesse die Märkte erneut zu enttäuschen. Im Regelfall seien die Experten es gewohnt, dass die Firma die Erwartungen erhöhe und übertreffe. Vielleicht laufe es 2011 doch besser als gedacht.

Ab 2012 sei es das Ziel des Unternehmens aufgrund der Einführung von zahlreichen neuen Produkten wieder zweistellig zu wachsen und die operativen Margen auf über 30 Prozent auszubauen. Schatz bekräftige zudem die Erwartungen auf Sicht von drei bis fünf Jahren den Umsatz auf bis zu zwei Milliarden US-Dollar zu verdoppeln. "Um dieses Ziel zu erreichen müssen wir in den nächsten Jahren jeweils um circa 15 Prozent wachsen. Dann erreichen wir das Umsatzziel." Zudem wolle QIAGEN wieder aktiver bei Zukäufen werden. "2010 war es an dieser Stelle etwas ruhiger. 2011 sind wir sehr offen für Akquisitionen und werden ein Jahr sehen mit mehr Akquisitionstätigkeiten", sage Sackers.

Das Fazit der Experten sei trotz eines ernüchternden Ausblicks positiv. Alle negativen Nachrichten seien im Kurs eingepreist. Die Märkte, die QIAGEN heute adressiere, seien signifikant größer als früher. Erhebliches Wachstumspotenzial sehe Schatz in Asien. In erster Linie aus China. Highlight für die Zukunft sei die Personalisierte Medizin. Der Bereich habe super Margen und diene der gezielten Behandlung von Patienten nach Erhebung ihres genetischen Profils. Mit Gentests von QIAGEN lasse sich überprüfen, ob Patienten beispielsweise auf eine Behandlung der Krebspräparaten Erbitux von Merck (ISIN DE0006599905/ WKN 659990) oder Vectibix von Amgen (ISIN US0311621009/ WKN 867900) ansprechen würden.

Das sei ein Milliardenmarkt, indem die Firma eine führende Position habe und in neue Dimensionen wachsen könne. Das Unternehmen arbeite in diesem Bereich eng mit Pharmafirmen zusammen, die die gesamte Forschungs- und Entwicklungsarbeit für einen entsprechenden Medikamenten-Test bezahlen würden. Personalisierte Medizin biete erhebliches Einsparvolumen für das Gesundheitssystem. Die Anzahl von Anfragen aus der Pharmabranche steige an und diverse Genehmigungen von Tests lägen der US-Behörde vor.

QIAGEN habe eine kleine Durststecke. Das sei eine Chance für Investoren die Aktie zu einem interessanten Kursniveau zu kaufen. Bedingt durch die strategisch ideale Aufstellung sei die Gesellschaft zudem ein sehr interessantes Übernahmeobjekt für die Pharmaindustrie. Bei der Marktkapitalisierung müsse sich QIAGEN inzwischen das Treppchen im TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) mit AIXTRON (ISIN DE000A0WMPJ6/ WKN A0WMPJ) teilen, die derzeit ebenfalls auf einen Börsenwert von über 3,2 Milliarden Euro kämen.

Die QIAGEN-Aktie ist nach Meinung der Experten von "TradeCentre.de" auf aktuellem Kursniveau kaufenswert. (Analyse vom 17.02.2011) (17.02.2011/ac/a/t)

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