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Analysen - DAX 100
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25.01.2011
Vossloh deutsche Technologie für die Schienen dieser Welt
Oldenburgische Landesbank
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Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank, stuft die Aktie von Vossloh (ISIN DE0007667107/ WKN 766710) unverändert mit "aufstocken" ein.
Vossloh wolle vor allem aus eigener Kraft wachsen. Zwar habe sich der Bahntechnikkonzern immer wieder nach Akquisitionsmöglichkeiten umgesehen, das Angebot und die verlangten Preise hätten aber bisher nicht in das Konzept des Unternehmens aus dem sauerländischen Werdohl gepasst. Nun wolle man "sehr sportlich investieren", habe Vorstandsmitglied Norbert Schiedeck gesagt. 2011 sollten 90 Mill. Euro für Investitionen ausgegeben werden. 2012 werde mit einer Investitionssumme von 64 Mill. Euro gerechnet. Sollte sich aber noch eine Akquisitionsmöglichkeit ergeben, könne sie das Wachstum aus eigener Kraft ergänzen, habe es geheißen.
Entsprechend der hohen Investitionen werde das Ergebnis im laufenden Jahr nicht so schnell wachsen wie in der Vergangenheit. Vor allem in China und Russland wolle Vossloh das Geschäft ausbauen. In China werde Vossloh eine eigene Fertigung für Schienenbefestigung bauen. In Russland habe man gerade einen Auftrag in einem Volumen von 10 Mill. Euro erhalten. Bis 2015 sollten 3.000 km neue Strecken gebaut und 2.700 km elektrifiziert, also mit Strom versorgt werden.
Schwachstelle des Konzerns sei derzeit das Lok-Geschäft mit dem Werk in Valencia. Dort habe es 2010 kaum Aufträge gegeben, sodass für 2011 mit einem Umsatzrückgang von 25 Mill. Euro gerechnet werde. Die anderen Bereiche würden dies aber kompensieren. Für 2012 sei man aber wieder optimistischer. Das Lok-Geschäft am Standort Kiel habe sich deutlich entspannt. Im Laufe des Jahres 2010 habe man hier die Umsatzniveaus aus 2008 wieder erreicht.
Hauptwachstumstreiber bleibe der asiatische und amerikanische Raum. In beiden Regionen wachse der Schienengütertransport. Aufgrund der weiten Strecken lohne der Transport via Lastkraftwagen nicht. Speziell bei Schüttgut und sehr schwerer Ladung (z.B. Stahlträger) könne der Schienenverkehr seine Vorteile ausspielen. Aber auch im Nahverkehrsbereich und beim U-Bahn Bau sei die Bahn alternativlos, würden die Megacitys in China und Indien schon jetzt unter einem stetigen Verkehrschaos leiden. Es sei ausgeschlossen, dass der Straßenverkehr mit dem Bevölkerungszustrom mitwachsen könne. Entsprechend rechne Vossloh mit einer Verachtfachung des Metronetzes bis 2020.
Das Unternehmen profitiere aktuell von den weltweit steigenden Ausgaben in Schieneninfrastruktur. Die Analysten würden das jüngst vorgestellte Investitionsprogramm begrüßen. Vossloh investiere damit in seine Zukunft und festige seine Marktstellung in China und Russland. Ebenfalls würden Indien, die USA und Nordafrika mittelfristig weiteres Wachstumspotenzial für Vossloh bieten. Trotz der Ergebnisbelastung aus den hohen Investitionen und den mit den Investitionen einhergehenden Abschreibungen rechne das Management mit einer weiteren Gewinnsteigerung. Auch die Dividende für das laufende Jahr solle mindestens auf 2010er Niveau bleiben bzw. auf 2,60 Euro erhöht werden. Unter Bewertungsaspekten sei das Unternehmen weiterhin auf einem moderaten Niveau.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank bestätigen aufgrund der soliden Entwicklung ihre Empfehlung "aufstocken" für die Vossloh-Aktie. (Analyse vom 25.01.2011) (25.01.2011/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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