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Analysen - Ausland
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01.02.2011
Polytec Q4'2010-Zahlen sind überraschend stark ausgefallen
Montega AG
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Montega AG, Hendrik Emrich, stuft die Aktie der Polytec Holding AG (ISIN AT0000A00XX9/ WKN A0JL31) neu mit "halten" ein, nach einer "verkaufen"-Empfehlung zuvor.
Polytec habe vorläufige (ungeprüfte) Zahlen für 2010 berichtet, die überraschend stark ausgefallen seien. So habe der österreichische Autozulieferer den Umsatz auf 770 Mio. Euro steigern können(Montega-Schätzung: 750 Mio. Euro). Die Ausweitung des EBITDA auf >50 Mio. EUR (Montega: 40,5 Mio.) sei noch überraschender ausgefallen, ebenso wie der zügige Abbau der Verschuldung (Nettofinanzverbindlichkeiten Ende 2010: 28,4 Mio. Euro nach 70 Mio. Ende 2009).
Die Analysten würden dies auf eine Kombination der folgenden Gründe zurückführen: Operativ starkes Q4 mit einer EBITDA-Marge von über 9%. Hier hätten die Analysten aufgrund des in der Automobilindustrie traditionell schwachen Q4 (Werksferien der OEMS um Weihnachten) mit einer weniger dynamischen Geschäftsentwicklung gerechnet. Zügige Restrukturierungsfortschritte: Nach einer existenziellen Krise ausgelöst durch die gescheiterte Peguform-Übernahme und die Finanzkrise habe sich Peguform seit 2009 in einer Restrukturierung befunden. Durch die zügige Umsetzung von operativen und vertriebsseitigen Maßnahmen mache man hier schnellere Fortschritte als erwartet. Starke Rückführung von Working Capital in Q4: Neben den schneller als erwarteten operativen Verbesserungen dürfte der signifikante Schuldenabbau in 2010 um rd. 42,0 Mio. Euro nach Erachtens der Analysten auch an einer massiven Rückführung des Working Capitals liegen, welches sie in ihrem Modell entsprechend angepasst hätten. Einmaleffekt durch Verkauf des Grammer (ISIN DE0005895403/ WKN 589540)-Aktienpakets: Neben den geringeren Zinskosten infolge des raschen Verschuldungsabbaus sei die Ausweitung des EPS auf "etwas weniger als 1 Euro" auf die Veräußerung der Grammer-Aktien (positiver Einmaleffekt 6 Mio. Euro) und eine vermutlich niedrige Steuerquote in Q4 zurückzuführen. Hier müsse die Vorlage der endgültigen Zahlen abgewartet werden.
Nach Erachten der Analysten dürften zumindest die Working Capital-Reduktion, die positiven Effekte im Finanzergebnis und die geringe Steuerquote nicht nachhaltig sein und sich künftig eher zuungunsten des Unternehmens entwickeln (wachstumsinduzierter Aufbau Working Capital, Normalisierung Steuerquote, keine Einmalerträge mehr). Aufgrund der ihres Erachtens unterdurchschnittlichen Wettbewerbsqualität von Polytec (technisch wenig anspruchsvolle Produkte im margenschwachen Massengeschäft mit Spritzguss- und Kunststoffteilen) hätten sie auch Zweifel, dass die ergriffenen Maßnahmen und die höhere Profitabilität nachhaltig sein würden. Da Polytec fast ausschließlich in europäischen Hochlohnländern produziere, könnten die Analysten auch künftig keine führende Kostenposition ableiten.
Die Analysten würden ihre Schätzungen an die überraschend starken Q4- Zahlen anpassen, jedoch ihre Wachstumserwartungen für die Top Line unverändert lassen.
Die Analysten der Montega AG stufen die Polytec-Aktie mit einem DCF-basierten Kursziel von 6,10 Euro von "verkaufen" auf "halten" hoch und weisen trotz der vermeintlich niedrigen Bewertungsmultiplikatoren auf die deutlich unterdurchschnittlichen Margen Polytecs hin. (Analyse vom 01.02.2010) (01.02.2011/ac/a/a)
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