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Analysen - DAX 100
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01.02.2011
Aurubis Gewinnwarnung sieht anders aus
SRH AlsterResearch
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Oliver Drebing, Analyst von SRH AlsterResearch, stuft die Aurubis-Aktie (ISIN DE0006766504/ WKN 676650) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die Aurubis-Aktie nach ausgewiesenen Ergebnisgrößen zu beurteilen sei kein dankbares Unterfangen. Wohl kein anderer Titel auf dem deutschen Kurszettel liefere Zahlen, die so wenig für sich selbst sprechen würden und so sehr erläuterungsbedürftig seien. Zu Aurubis sollte vernünftigerweise auf Grundlage der Story, des Ausbaus einer führenden Positionierung auf dem hochattraktiven Kupfermarkt, der Entwicklung des Brutto-Cash flow (Einzahlungsüberschüsse vor Änderungen des Umlaufvermögens) und der Dividendenausschüttungen diskutiert werden.
Für das Quartal stehe ein operatives Ergebnis von -21 Mio. EUR zu Buche. Doch die Vermeldung vorläufiger Ergebnis-Eckdaten zu Q1/2010/11 (Oktober bis Dezember) als Gewinnwarnung zu interpretieren, wäre genau die falsche Schlussfolgerung. Richtig sei, dass der Brandschaden am Schwebeschmelzofen in Hamburg entgegen ersten Aussagen des Managements nun doch mit rund 10 Mio. EUR unmittelbar den Periodenerfolg belaste. Andere, mit dem Brand in Hamburg nicht zusammenhängende Sondereffekte, die sich insgesamt auf rund 50 Mio. EUR belaufen würden, seien jedoch rein buchhalterisch. Sie seien weder zahlungswirksam, noch bringe ihre Kenntnis eine Annäherung an den eigentlichen Periodenerfolg.
Aurubis nehme bei Altmetallen/Schrotten Mengengeschäfte vor, die preislich zunächst nicht fixiert würden. Deren Verbuchung erfolge in mehreren Schritten, zum einen bei Geschäftsabschluss (im Einkauf Materialaufwand zu Stichtagskurs), zum anderen bei Erfüllung (Ansatz tatsächlicher Preise und Deckungsgeschäft). Für Q1/2010/11 habe sich nun aus der zeitlich auseinanderfallenden Verbuchung ein außergewöhnlich hoher Effekt ergeben, weil bei anziehenden Marktpreisen (Schrotte) zugleich hohe Mengenvolumina vertraglich gesichert worden seien. Im weiteren Periodenfortschritt würden diese Effekte aber wieder kompensiert.
Entsprechend positive Sondereffekte würden später den für Q1 verbuchten Aufwandsüberhang ausgleichen. Seit dem Q1/2007/08, für das erstmals Daten auf der operativen Ergebnisebene vorlägen, seien vergleichbar sich überlagernde Entwicklungen nicht zu verbuchen gewesen.
Die Analystenprognosen für das im Oktober angelaufene Geschäftsjahr 2010/11 passe man nur in dem Maße nach unten an, wie der Brandschaden in Hamburg eine Ergebnisbelastung darstelle. Die Perspektive für das Gesamtjahr sei außerordentlich positiv, resultierend aus starker Produktnachfrage (BU Kupferprodukte), der zuletzt kommunizierten Erholung der Schmelz- und Raffinierlöhne (TC/RCs der BU Primärkupfer), höheren Kontraktpreisen beim Schwefelsäureabsatz (ebenfalls BU Primärkupfer) und dem günstigen Umfeld für das Kupferrecycling (gute Altkupferversorgung, somit hohe Raffinierlöhne der BU Recycling/Edelmetalle).
Zudem erwarte man auf absehbare Zeit keine scharfe Korrektur der Preisentwicklung an den Kupferbörsen. Angesichts von Rekordnotierungen für Kupferkathoden (aktuell über 9.700 USD/t) verschiebe sich die Marktposition strategisch zugunsten von Aurubis. Die starke Verfassung der Produktnachfrage bei Gießwalzdraht könnten viele Wettbewerber nicht für sich ausschöpfen, weil sie angesichts der Rohstoffpreise auf Finanzierungsprobleme stoßen und zudem über kein vergleichbar integriertes Geschäftsmodell verfügen würden. Die Schwäche der Konkurrenz sei die Stärke von Aurubis: Die BU Kupferprodukte stehe vor Marktanteilszuwächsen.
Die Kursermäßigung (zunächst zu verdauende Kapitalerhöhung, jetzt Mitteilung fälschlich als Gewinnwarnung interpretiert) lade verstärkt zu Engagements ein. Das Anlageurteil "kaufen" der Analysten von SRH AlsterResrarch für die Aurubis-Aktie wird bekräftigt. Das Kursziel sehe man bei 50 EUR. (Analyse vom 01.02.2011) (01.02.2011/ac/a/d)
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