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Analysen - TecDAX
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31.01.2011
Kontron Prognose zu konservativ?
TradeCentre.de
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www.optionsscheinecheck.de
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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "TradeCentre.de" ist die Kontron-Aktie (ISIN DE0006053952/ WKN 605395) mindestens eine Halteposition.
Der Anbieter von Embedded Computer Systemen erwarte in diesem Jahr einen Umsatz von mehr als 540 Mio. Euro nach über 500 Mio. Euro im Jahr 2010. Angesichts eines Auftragsbestands von 440 Mio. Euro per Ende Dezember dürften die Echinger das Umsatzziel gut erreichen. Die EBIT-Marge prognostiziere das Unternehmen auf acht bis neun Prozent. Das entspreche am oberen Ende der Marge einem EBIT von knapp 50 Mio. Euro. Netto könnten rund 35 Mio. Euro in der Kasse klingeln oder 63 Cent je Aktie.
Auf den ersten Blick sei das Margenniveau enttäuschend. Schließlich habe Kontron-Chef Ulrich Gehrmann spätestens 2011 eine zweistellige EBIT-Marge eintüten wollen. Wie den Experten der CEO im Hintergrundgespräch erläutere, sei die Prognose für das laufende Geschäftsjahr konservativ. "Wir haben in unserer Planung Risikoparameter vorsichtig abgebildet. Treffen diese nicht ein, haben wir die Chance auch besser als geplant abzuschneiden", sage Gehrmann.
Wesentlich berücksichtigt worden sei die Unsicherheit bezüglich der zu erwartenden starken Lohnerhöhung in China, sowie hinsichtlich der Entwicklung der Beschaffungsmärkte bei den Rohstoffen zur Herstellung der Komponenten für Embedded Computer. Beispielsweise: Seltene Erden. Der Rohstoff könnte sich verknappen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Einkaufspreise. "Zumindest signalisieren uns unsere asiatischen Lieferanten steigende Kosten. Aus diesem Grund haben wir diese Risiken in unserer Prognose berücksichtigt."
Insgesamt sei Kontron wieder zurück in der Erfolgsspur. Alle Sektoren würden sich erfreulich entwickeln. Auch die Einheit Infotainment stabilisiere sich immer mehr und mehr. Am meisten Freude bereite der Bereich Automatisierung. "Eine Erholung auf den Absturz war logisch. Aber einen derartigen starken Auftrieb haben wir nicht erwartet. Wir sehen aktuell keine Anzeichen von Schwäche". Die Gesellschaft sei 2010 stark gewachsen. Man müsse wissen, dass der Firmenchef das Electronic Contract Manufacturing in Asien komplett eingestellt und dadurch einen Umsatz von circa 70 Mio. Euro "verloren" habe.
In diesem Zusammenhang falle auch der Betrugsfall in Malaysia. 34 Mio. Euro stünden dadurch noch im Feuer. Gehrmann kämpfe an dieser Stelle um jeden Euro. Konkrete Neuigkeiten, ob Kontron das Geld wieder zurückbekomme, gebe es allerdings derzeit nicht. Insbesondere durch diese Causa und weiteren Restrukturierungskosten, die das Ergebnis vor allem im vierten Quartal mit circa vier Mio. Euro belastet hätten, hätten die Münchener 2010 einen Verlust produziert. Dennoch schließe Gehrmann eine Dividende für das vergangene Geschäftsjahr nicht kategorisch aus.
"Liquiditätsmäßig ist eine Ausschüttung möglich. Vielmehr ist es eine Frage des Working Capital. Je länger die Lieferfristen auf der Beschaffungsseite, desto mehr Working Capital benötigen wir. Gegen Ende März können wir den Verlauf sicher besser einschätzen als heute und werden dann über eine Dividende entscheiden", erkläre der CEO. Im vergangenen Jahr seien 20 Cent je Aktie ausgeschüttet worden. Das habe den Betrieb rund elf Mio. Euro gekostet.
Kontron wolle schnellstmöglich zweistellige EBIT-Margen erwirtschaften. "2012 sollte uns dies gelingen. Unser mittelfristiges Margenziel beträgt zwölf Prozent. An dieser Aussage hat sich nichts verändert. Jedoch ist es auf der Zeitachse etwas nach hinten verschoben", erläutere Gehrmann.
Nach Bekanntmachung des Betrugsfalls im August 2010 sei die Aktie auf 5,35 Euro abgestürzt. Dies hätten die Experten zum Anlass genommen, um Kontron Anfang September bei Kursen um 5,50 Euro erneut zum Kauf zu empfehlen. Das habe sich bezahlt gemacht. Zwischenzeitlich sei das Papier auf über neun Euro geklettert. Kursgewinn: Über 60 Prozent!
Aktuell betrachten die Experten von "TradeCentre.de" den knapp 500 Mio. Euro schweren Betrieb von Kontron mindestens als Halteposition. Bei Kursschwäche in den Bereich von acht Euro würden sich neue Engagements anbieten. (Analyse vom 31.01.2011) (31.01.2011/ac/a/t)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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