|
Analysen - Marktberichte
|
07.01.2011
Europäischer Aktienmarkt im Fokus
Erste Bank
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Wien (aktiencheck.de AG) - Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) startete mit einem Plus von 1,6% ins neue Jahr, so die Analysten der Erste Bank.
Investoren hätten Automobilproduzenten (+5%) und Versicherungen (+4%) bevorzugt. Es habe sich jedoch gezeigt, dass die wichtigen zyklischen Sektoren wie Chemie, Rohstoffe und der Bausektor mit Kursverlusten von ca. 1% die Hausse gebremst hätten. Diese Entwicklung sei im Einklang mit den leicht fallenden Rohstoffpreisen (Kupfer: -0,5%, Öl: -1,4%). Zudem seien die defensiven Telekomaktien (+4%) relativ stark gestiegen, während Industrieaktien nur unterdurchschnittlich hätten zulegen können (+0,6%).
Es zeige sich somit, dass Investoren im neuen Jahr nicht mehr auf die Zugpferde aus 2010 (Rohstoffe, Chemie, Industrie) gesetzt hätten. Rotationen in defensive Sektoren würden momentan einen deutlicheren Rückgang verhindern, seien aber meist nur eine temporäre Erscheinung bei der Ausbildung von (kurzfristigen) Highs. Man empfehle Aktien in einem Portfolio weiterhin überzugewichten und sehe Korrekturen weiterhin als Einstiegsmöglichkeiten.
Die Indikatoren aus der Wirtschaft seien indes auch im neuen Jahr zumeist positiv gewesen. So notiere zum Beispiel der Markit Eurozone Composite Einkaufsmanagerindex mit 55,5 Punkten exakt auf dem Dreimonatshoch von November und signalisiere damit anhaltend kräftiges Wachstum der Eurozone im Dezember. Deutschland und Frankreich würden die Wachstumsmotoren bleiben.
Deutschland habe beinahe eine Rekordwachstumsrate ausgewiesen, hier habe der Index auf dem höchsten Wert seit dem Allzeithoch von Juni 2006 notiert. In Frankreich habe sich das Wachstum der Industrie beschleunigt und der Servicesektor kräftig expandiert, womit sich der Index hier ebenfalls auf hohem Niveau habe halten können. Das schlechte Wetter und die Proteste gegen die Rentenreform hätten somit nur begrenzten Einfluss auf den Wachstumsverlauf in Frankreich gehabt.
Die Länder der Peripherie hätten hingegen mit den beiden Schwergewichtsländern weiterhin nicht mithalten können. In Italien habe der Aufschwung erheblich an Fahrt verloren, in Spanien sei die Wirtschaft den vierten Monat in Folge geschrumpft und auch Irland wieder in die Rezession abgesackt.
Die Verbraucherpreise seien im Dezember 2010 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. So habe die jährliche Inflation auf 2,2% angezogen, während sie im Vormonat nur bei 1,9% gelegen habe. Damit habe die Inflation in der Eurozone leicht über der Preisstabilitätsnorm der EZB gelegen, die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0% anstrebe.
Die spanische Industrieproduktion sei im November 2010 angewachsen. Binnen Jahresfrist habe sich der Output um 2,7% erhöht. Davor sei für Oktober ein Produktionsrückgang von 1,9% ausgewiesen worden. Auch die spanische Arbeitsmarktlage habe sich verbessert. Im Dezember habe sich die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 10.221 auf nun offiziell 4,1 Millionen verringert. Hierbei handle es sich um den stärksten Dezember-Rückgang seit 2000.
Bei Renault (ISIN FR0000131906/ WKN 893113) zeichne sich eine Spionageaffäre ab. Drei hochrangige Führungskräfte seien vorläufig suspendiert worden, nachdem die interne Compliance-Abteilung auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam geworden sei. Die Manager würden verdächtigt, vertrauliche Dokumente über die Entwicklung von Elektroautos weitergegeben zu haben.
Nachrichten habe es auch von der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) gegeben. Einem Pressebericht zufolge bleibe der deutsche Staat länger als erwartet an der Bank beteiligt. Ursächlich hierfür sei, dass man keine Verwässerung seiner Anteile durch eine Kapitalerhöhung zulassen wolle. So behalte der Staat gemäß einer Vereinbarung zwischen dem Bankenrettungsfonds Soffin und der Commerzbank auch im Fall einer Kapitalerhöhung seine Sperrminorität.
Petrobras (ISIN US71654V1017/ WKN 615375) verhandle derzeit mit ENI (ISIN IT0003132476/ WKN 897791) über den Erwerb dessen Beteiligung am portugiesischen Energieunternehmen Galp Energia (ISIN PTGAL0AM0009/ WKN A0LB24). Es sei gemeldet worden, dass Petrobras EUR 3,5 Mrd. für den 33,34% Galp-Anteil geboten habe. ENI verlange aber mindestens EUR 4,7 Mrd.
Neuigkeiten gebe es auch von der spanischen ACS (ISIN ES0167050915/ WKN A0CBA2). Der Baukonzern habe seine Beteiligung an HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) auf leicht über 30% steigern können, da das Tauschangebot teilweise angenommen worden sei. Damit belaufe sich der Stimmrechtsanteil inzwischen auf 30,34%. Da damit die Hürde von 30% genommen worden sei, könne ACS weitere HOCHTIEF-Aktien über die Börse erwerben ohne ein Pflichtangebot unterbreiten zu müssen.
EADS (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) habe einen Milliardenauftrag an Land gezogen. So habe die südkoreanische Fluggesellschaft Asiana Airlines sechs A380-Flugzeuge mit einem Listenpreis-Wert von rund USD 2,1 Mrd. fest bestellt. (07.01.2011/ac/a/m)
|