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Analysen - TecDAX
05.01.2011
QSC organisches Umsatz- und Ertragswachstums-Potenzial
Warburg Research

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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Jochen Reichert, Analyst von Warburg Research, stuft die Aktie von QSC (ISIN DE0005137004/ WKN 513700) von "kaufen" auf "halten" herab.

Ende 2010 habe QSC den Hosting und IT Outsourcing Anbieter IP Partner (10.000 Server, 1.000 Kunden) akquiriert. Das Unternehmen werde ab Januar 2011 konsolidiert (erwarteter Umsatzbeitrag: EUR 15 Mio.). Entsprechend würden sich die Umsatzprognosen in 2011e um EUR 17 Mio. und in 2012e um EUR 19 Mio. erhöhen. EBITDA, EBIT und EPS würden unverändert bleiben.

Mit einem EV/EBITDA 2011e von 5,5 erscheine die Aktie trotz der jüngsten Performance auf den ersten Blick zunächst weiter attraktiv bewertet. Eine Betrachtung der Free Cash Flow Multiplikatoren sowie eine Analyse des Umsatzwachstums-Potenzials würden jedoch ein differenziertes Bild zeigen:

QSC befinde sich mitten in einer Transformationsphase. In der Vergangenheit sei QSC in Deutschland als klassischer Anbieter von TK-Infrastrukturlösungen, Breitband-Vorleistungsprodukten sowie TK-Standardprodukten positioniert gewesen. Hohe Wettbewerbsintensität sowie neue Technologien hätten zu einem Preisverfall bei DSL-Vorleistungsprodukten, klassischen Sprachtelefonielösungen und VPN-Lösungen geführt. Daher verlängere QSC die Wertschöpfungskette und entwickle sich vom Netzanbieter zum Anbieter von Lösungen für Outsourcing und Cloud Computing.

Die Kombination aus rückläufigen Umsätzen aus klassischen Telekommunikationsprodukten und die Einführung von neuen innovativen Outsourcing-Lösungen dürften in 2011e und 2012e zu einem organischen (ohne IP Partners) Umsatzwachstum von 1,2% in 2011e und 1,6% in 2012e führen. Da die neuen Dienste tendenziell eine höhere Marge aufweisen sollten, dürfte sich in 2013e das EBITDA-Wachstum beschleunigen.

In 2011e dürfte der FCF pro Aktie um 5 Cent bzw. 25% auf EUR 0,25 steigen. Die Steigerung ergebe sich zu 3 Cent aus der EBITDA-Steigerung von EUR 2 Mio. und durch ein verbessertes Finanzergebnis von EUR 2 Mio. 2 Cent seien auf Working Capital Effekte zurückzuführen. In 2012e werde eine Steigerung des FCF pro Aktie von 12% auf EUR 0,38 erwartet. Das Verhältnis von Aktienkurs zu FCF liege in 2011e bei 15,1 und in 2012e bei 12,7. Der adjustierte FCFY (2011e: 9,2%; 2012e: 2012e: 10,2%) zeige ein ähnliches Bild.

Ein geringes organisches Umsatz- und EBITDA-Wachstum, ein Kurs-FCF-Verhältnis von ca. 12 sowie einem FCFY von 10,2% für 2012e würden auf eine faire Bewertung der Aktie hindeuten.

Bisher seien die durch die Ende des Jahres 2010 angekündigte Transaktion mit Tele2 zufließenden liquiden Mittel von EUR 29 Mio. noch nicht berücksichtigt gewesen. Darüber hinaus werde die langfristige EBIT-Marge im DCF-Ansatz von 7% auf 8% erhöht, da die Migration zu Outsourcing-Services die Margen ab 2013 erhöhen sollten. Zusätzlich werde angenommen, dass QSC ab 2013e durchschnittlich ein Umsatzwachstum von 1% p.a. generieren könne (bisher: 0%). Auf Basis der revidierten Annahmen ergebe sich ein neues DCF-basiertes Kursziel von EUR 3,50 (zuvor: EUR 2,80).

Die QSC-Aktie wird von den Analysten von Warburg Research von "kaufen" auf "halten" zurückgestuft. (Analyse vom 05.01.2011) (05.01.2011/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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