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Analysen - Marktberichte
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23.12.2010
Europäische Leitindices tendierten weiterhin freundlich
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Wien (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Leitindices tendierten in der abgelaufenen Woche weiterhin freundlich, so die Analysten der Erste Bank.
Der breite europäischen Benchmarkindex DJ STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) habe zuletzt sein Jahreshoch erzielt. Im Jahresvergleich sei dieser Index um 11% gestiegen. Deutlich hinter dieser Entwicklung würden der EURO STOXX (+ 2,5%) und der Blue-Chip Index EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) (ebenfalls +2,5%) bleiben. Unter den besten Indices finde sich auch der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) mit einem Jahresgewinn von 18,6%. Für Anleger, die nicht nur in Aktien aus konservativen Blue-Chip-Indices investiert hätten, sei dieses Jahr also durchaus sehr gut verlaufen.
Bei europäischen Unternehmen habe es in den vergangenen Tage kaum wichtige Neuigkeiten gegeben. Weniger gute Nachrichten seien allerdings von der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) gekommen. Das Unternehmen habe bekannt gegeben, dass es eine Strafe von USD 554 Mio. an die US-Regierung zahlen müsse, damit ein Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beendet werden könne. Die Aktie sei aktuell in einem Abwärtstrend und habe heuer 2,5% verloren. Einen negativen Trend weise auch Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) auf (-3,7% seit Jahresbeginn). Impulse auf eine Trendumkehr seien hier ebenfalls nicht erkennbar.
Ebenfalls bergab gehe es aktuell mit den meisten Aktien der deutschen Solarbranche. Der Grund liege in einer nachhaltigen Änderung der Rahmenbedingungen. Die Förderungen seien von der deutschen Bundesregierung drastisch gekürzt worden. Die Aktie der Firma SolarWorld (ISIN DE0005108401/ WKN 510840) habe allein in diesem Jahr 50% ihres Wertes eingebüßt. Das Minus betrage bei Q-Cells (ISIN DE0005558662/ WKN 555866) heuer 74% und bei SOLON (ISIN DE0007471195/ WKN 747119) -68%. Der Sektor sollte weiter gemieden werden.
Eine weitere Branche, bei der die relative Schwäche vermutlich noch einige Quartale andauere, sei jene der europäischen Versorgerwerte. Solange die zyklischen Sektoren eine gute Performance aufweisen würden, gebe es wenig Grund, hier verstärkt zu investieren. Die meist nach außen hin attraktiv erscheinende Dividendenrendite bezahle der Aktionär oft mit einem Kursrückgang. In nicht wenigen Fällen würden Dividenden nämlich aus Schuldenaufnahmen getätigt. Das mache wenig Sinn für einen Aktionär, weil damit das Risiko der Veranlagung steige, die Aktien aber meist nicht.
Es sei in den allermeisten Fällen wesentlich sinnvoller, attraktive Aktien zu kaufen und zu halten. Eine Schuldenaufnahme könne der Anleger gegebenenfalls auch selbst durchführen. Versorgerwerte seien in den nächsten Quartalen nicht attraktiv!
Auch der Pharmasektor werde in den kommenden Quartalen voraussichtlich weiterhin eine relative Schwäche aufweisen. Grund dafür sei, dass die oftmals staatlichen Gesundheitssysteme in den entwickelten Märkten an Geldknappheit leiden würden. Verordnete Preiskürzungen bei den Medikamenten seien sehr wahrscheinlich. Vor circa vier Wochen habe China die Einzelhandelspreise für Pharmazeutika um 30% gesenkt. Solche für Aktionäre negative Entwicklungen seien in vielen Ländern absehbar. Umsätze und Gewinne der Pharmafirmenen seien also langfristig unter Druck.
Die gute Nachricht gegen Jahresende: Trotz der Probleme in einigen Sektoren gebe es auch 2011 nach wie vor attraktive Chancen für Aktionäre: Zyklische Sektoren, wie z.B. Konsum, Rohstoffe, Industrie, Energie würden in ihren Aufwärtstrends bleiben. Eventuelle Kursrückschläge seien nach wie vor als Einstiegschancen zu sehen! (23.12.2010/ac/a/m)
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