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Analysen - Nebenwerte
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20.12.2010
SKW Stahl-Metallurgie Kauf einer Kalziumkarbid-Produktionsanlage von Carbide Sweden geplant
Warburg Research
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www.optionsscheinecheck.de
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von Warburg Research, Frank Laser, rät unverändert zum Kauf der SKW Stahl-Metallurgie-Aktie (ISIN DE000SKWM013/ WKN SKWM01).
Am Freitag habe SKW bekannt gegeben, eine Kalziumkarbid-Produktionsanlage von Carbide Sweden, einer schwedische Gesellschaft im hundertprozentigen Besitz des niederländischen Beschichtungs- und Chemieunternehmens Akzo Nobel (ISIN NL0000009132/ WKN 914188), übernehmen zu wollen. SKW habe eine Vereinbarung für die Akquisition unterzeichnet. Ein Abschluss werde in Q1 2011 erwartet.
Kalziumkarbid sei neben Magnesium und Kalk einer der Hauptrohstoffe, die SKW für die Roheisenentschwefelung verwende. Dies sei eines der Hauptgeschäftsfelder des Unternehmens (etwa 47% des Umsatzes).
Die Übernahme der Produktionsanlage werde somit die Versorgung mit Kalziumkarbid auch langfristig sichern. Thematisch könne dies positiv gewertet werden, da SKW Ende 2009 einen ehemaligen Hauptlieferanten verloren habe.
Bei erfolgreichem Abschluss des Vertrages dürfte sich die Visibilität für SKWs Rohmaterialversorgung deutlich erhöhen. In Kombination mit der vollständigen Integration der Magnesiumproduktion (über SKWs ESM) und der eigenen Kalzium-Silizium-Produktion in Bhutan (ab 2011) dürfte sich die Abhängigkeit von externen Lieferanten insgesamt deutlich verringern und außerdem einen positiven Effekt auf die Materialaufwandsquote des Unternehmens haben.
Des Weiteren dürfe SKW infolge der Akquisition bestehende Verträge mit neuen Kunden übernehmen, die die Marktposition des Unternehmens in Europa weiter stärken sollte. Carbide Sweden liefere zudem Kalziumkarbid an die Gase-Industrie, was für SKW ein neues Geschäftsfeld darstelle und durch das das Unternehmen zusätzlichen Umsatz generieren könnte.
Beide Vertragspartner hätten den Kaufpreis nicht offengelegt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Investitionen in das Kerngeschäft des Unternehmens dürfte SKW jedoch einen hohen einstelligen Millionen-Euro-Betrag (Warburg Research Schätzung) zahlen. Der Kaufpreis werde aus dem Kapitalfluss von SKW Metallurgie sowie bestehenden Bankkreditlinien finanziert.
Die Übernahme werde im Warburg Research-Modell berücksichtigt und führe damit zu leicht höheren EBIT-Beiträgen. Trotzdem würden höhere Finanzierungskosten (Übernahme der Kalziumkarbid-Produktionsanlage, höhere Capex für die aktuelle Produktionserweiterung) zu niedrigeren Nettogewinn-Annahmen für 2010 und darüber hinaus führen.
Eine anhaltend starke Nachfrage aufgrund von hohen Produktionsvolumen in der Stahlindustrie, eine erhöhte Visibilität bei der Rohstoffbeschaffung und eine weiterhin günstige Bewertung führen zu einer Bestätigung der Kaufempfehlung für die SKW Stahl-Metallurgie mit einem von 22 auf 23 EUR erhöhten Kursziel, so die Analysten von Warburg Research. (Analyse vom 20.12.2010) (20.12.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen betreuen die analysierte Gesellschaft am Markt. Weitere mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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