|
Analysen - DAX 100
|
16.12.2010
Beiersdorf Gewinnschätzungen gesenkt
Bankhaus Lampe
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Heiko Feber, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Beiersdorf-Aktie (ISIN DE0005200000/ WKN 520000) weiterhin mit "halten" ein.
Nachdem Beiersdorf bereits am vergangenen Freitag den Ausblick für die Consumer Division in 2010 gesenkt habe, sei nun auch noch ein enttäuschender Ausblick für 2011 gefolgt. Für 2010 erwarte Beiersdorf für die Consumer Division infolge von zusätzlichen Kosten in Höhe von 120 Mio. EUR (im wesentlichen Impairments und Abschreibungen), die noch dieses Jahr gebucht würden, lediglich eine EBIT-Marge von etwa 9% (bereinigt: ca. 11%). Da zudem das Produktportfolio bereinigt werde, sei die organische Wachstumsprognose für Consumer auf 2 bis 3% gesenkt worden. Zusätzliche Belastungen in Höhe von 150 Mio. EUR würden für 2011 erwartet.
Im kommenden Jahr erwarte Beiersdorf infolge von Portfoliobereinigungen einen Consumer-Umsatz auf dem Niveau von 2010 sowie eine EBIT-Marge von 9 bis 10%. Der Rückgang der EBIT-Marge sei auf erhöhte Marketingaufwendungen (u.a. wg. 100-Jahre-Nivea Jubiläum) zurückzuführen. Sonderbelastungen (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 62 Mio. EUR) seien in dieser Margenprognose nicht enthalten.
Darüber hinaus habe Beiersdorf angekündigt, die Art der Umsatzermittlung zu verändern. Bislang in den Marketingaufwendungen enthaltene Handelsrabatte würden ab 2011 direkt im Umsatz erfasst. Hierdurch würden Umsatz und Marketingaufwendungen um jeweils etwa 600 Mio. EUR sinken. Da dies ohne Auswirkung auf das EBIT bleibe, erhöhe sich die Consumer-Marge um etwa 1,2 Prozentpunkte gegenüber der vorherigen Handhabung. Die Prognose für 2011 basiere jedoch noch auf der alten Umsatzberechungsmethode.
Enttäuschend sei die Aussage gewesen, dass in China nicht vor 2015 (mit etwas Glück bereits 2014) mit dem Erreichen der Gewinnschwelle gerechnet werde. Die Steuerquote werde daher bis 2013 bei etwa 35% liegen und erst danach wieder auf das normale Niveau von 33% zurückkehren.
Die Analysten hätten die obigen Aspekte in ihren Gewinnschätzungen berücksichtigt. Per saldo würden sie ihre Prognose für den Gewinn je Aktie deutlich senken. Bereinigt um Sondereffekte würden sie für 2010 und 2011 ein EBIT von 684 bzw. 620 Mio. EUR und einen Gewinn je Aktie von 1,92 bzw. 1,75 EUR erwarten.
Die Analysten würden jedoch davon ausgehen, dass die Restrukturierung in den Jahren ab 2012 wieder zu einem Umsatz- und Ergebniswachstum führen werde, obgleich von einem geringeren Niveau. Infolge der reduzierten Ergebnisschätzungen würden sie ihr DCF-basiertes Kursziel von 46 EUR auf 43 EUR senken.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen somit ihre "halten"-Empfehlung für die Beiersdorf-Aktie. Trotz der jüngsten Kursverluste würden sie davon ausgehen, dass Beiersdorf erst wieder Vertrauen bei den Investoren aufbauen müsse, bevor dem Aktienkurs eine Outperformance zugetraut werden könne. (Analyse vom 16.12.2010) (16.12.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
|