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Analysen - DAX 100
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09.12.2010
Demag Cranes starkes Abschlussquartal
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Demag Cranes-Aktie (ISIN DE000DCAG010/ WKN DCAG01) weiterhin mit "verkaufen" ein.
Die Demag Cranes AG habe mit Blick auf die Umsätze und die Erträge ein sehr starkes viertes Quartal abgeliefert und damit die eigenen Prognosen sowie die Erwartungen des Marktes übertroffen. Auf Segmentebene habe das Hafengeschäft herausgestochen. Erstens sei hier endlich ein positives operatives Ergebnis erzielt worden. Zudem habe der höchste Auftragseingang seit zwei Jahren erzielt werden können.
Sowohl im Segment Industriekrane als auch im Hafenequipment werde die Gesellschaft die Produktpalette in Richtung mittleres Leistungs- und Preissegment ausweiten. Für diese Produktreihe sehe das Management vor allem Chancen in den Emerging Markets. Erste Umsätze werde es mit den Produkten Ende 2011 geben. Aber erst ab dem Geschäftsjahr 2014/15 plane die Gesellschaft mit signifikanten Umsatzbeiträgen (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 100 bis 150 Mio. EUR).
Im laufenden Geschäftsjahr werde die neue Produktfamilie angabegemäß zu Aufwendungen im niedrigen zweistelligen Millionen-Bereich führen (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 12 Mio. EUR). Auch im nächsten Geschäftsjahr würden die Analysten noch mit Belastungen rechnen.
Bei einem Umsatz von 0,97 bis 1,0 Mrd. EUR im laufenden Geschäftsjahr prognostiziere das Management deshalb auch nur eine leichte Verbesserung der operativen EBIT-Marge (2009/10: 5,8%). Die Analysten würden Chancen sehen, dass die Gesellschaft das obere Ende der Umsatz-Guidance übertreffen könne (Bankhaus Lampe-Erwartungen: 1,02 Mrd. EUR). Das operative EBIT würden sie dann bei 63 Mio. EUR sehen (Marge: 6,2%).
Für das Geschäftsjahr 2012/13 werde ein Umsatz auf dem Rekordniveau aus 2007/08 erwartet (1,226 Mrd. EUR) bei einer operativen EBIT-Marge von über 10%. Mit der neuen Produktfamilie sollte es dann in 2014/15 noch mal einen deutlichen Umsatzschub geben.
Ziel des Managements sei es, im Rahmen der Strategie 2015 die Nummer eins in der Branche mit Blick auf die Wahrnehmung durch die Kunden und finanzseitig führend in der Ertragskraft und Cash-flow-Generation zu werden. Diese klar formulierte Vision des Managements kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Gesellschaft der Verlust der Eigenständigkeit droht(e) und eine Steigerung des Shareholder-Value als wichtigste Waffe angesehen werden kann, so die Analysten vom Bankhaus Lampe.
Das Management betone, dass es keine Gespräche mit den Wettbewerbern gebe. Auch die Zusammenarbeit mit dem Großaktionär und Finanzinvestor Cevain Capital (10,7%), der als aktiver Investor eine zentrale Rolle in diesem Thema einnehme, werde als konstruktiv bezeichnet. Solange sich der Kurs der Aktie gut entwickle, würden die Analysten die Gesellschaft auch auf der sicheren Seite sehen.
Infolge der Belastungen aus der Produkteinführung erscheine der bisherige Konsens (FactSet) zu hoch (EBIT 2010/11: 78 Mio. EUR; EBIT 2011/12: 96 Mio. EUR). Kurzfristig könnten Gewinnrevisionen das Sentiment in dem Titel belasten. Zudem sei die Kursentwicklung in den vergangenen Wochen im Wesentlichen durch die Übernahmespekulationen bestimmt worden. Eine Übernahme sei nie ausgeschlossen, doch nach Meinung der Analysten sei die Wahrscheinlichkeit dafür gesunken. Im Peer-Group-Vergleich erscheine die Aktie damit mit Blick auf die Multiples EV/EBIT, KGV und Kurs/Buchwert-Verhältnis zu hoch bewertet (fairer Wert: 33 EUR). In ihrem DCF-Modell würden die Analysten zu einem fairen Wert der Aktie von 39 EUR gelangen.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten auf diesem Kursniveau aber erst einmal von einem Einstieg in die Demag Cranes-Aktie ab. Ihre Anlageempfehlung laute deshalb unverändert "verkaufen". Ihr Kursziel von 36 EUR (alt: 30 EUR) basiere auf dem Mittelwert von Peer-Group-Vergleich und DCF-Modell. (Analyse vom 09.12.2010) (09.12.2010/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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