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Analysen - DAX 100
02.12.2010
Commerzbank Ertragswende ist auf Kurs
SEB

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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, bewertet die Aktie der Commerzbank (ISIN DE0008032004/ WKN 803200) mit dem Rating "buy".

Die Commerzbank habe dank der kundenorientierten Ausrichtung im saisonal typisch schwächsten Quartal schwarze Zahlen beibehalten. Operativ habe sie einen Gewinn von 116 Mio. Euro (nach 122 Mio. Euro im Vorjahr bzw. nach 243 Mio. Euro im Vorquartal) und netto 113 Mio. Euro (nach -1,06 Mrd. Euro im Vj. bzw. nach 352 Mio. Euro im Vorq.) erzielt. Die operativen Segmente in der Kernbank - Retail, Mittelstandsbank, Central & Eastern Europe (CEE), Corporates & Markets (C&M) - hätten den positiven Ertragstrend fortgesetzt; sie hätten ein operatives Ergebnis von 552 Mio. Euro (525 Mio. Euro in Q2) erzielt. Die Risikovorsorge in der Kernbank sei infolge der guten Konjunktur markant auf 126 Mio. Euro (-78% ggü. Vj.) gesenkt worden. Im Konzern sei sie um ein Drittel auf 621 Mio. Euro zurückgegangen (ggü. Vj.).

9-M-Daten: Cost/Income-Ratio (CIR) 68,6% (Vj. 75,1%), ROE 5,2% (-13,4%), Tier-1-Ratio 11,2% (10,5%), Kern-Tier-1 bei 9,9% (deutlich über Zielband von 7 - 8%). Der Ausblick für 2010: Der CEO rechne für 2011 mit einem Risikovorsorgebedarf von max. 2,7 Mrd. Euro (vorher bis zu 3,0 Mrd. Euro bzw. 3,8 Mrd. Euro). Der Gewinn nach Steuern gemäß IFRS werde auf 1 Mrd. Euro veranschlagt. Der Gewinn der AG (HGB) dürfte hiervon erheblich abweichen, da für die Eurohypo hohe Abschreibungen zu erwarten seien.

Die Commerzbank habe für Q3 zwar schwache und unter den Erwartungen liegende Zahlen veröffentlicht, doch sie sei in der Pluszone (3. Mal in Folge) geblieben. Die Mittelstandsbank - seit Quartalen die Vorzeigebranche - habe ihren positiven Ertragskurs fortgesetzt und das bisher beste Quartal abgeliefert. Der Bereich profitiere weiterhin vom positiven Konjunkturumfeld. Auch C&M sei erneut positiv gewesen. Dies beweise, dass hier hinreichend Risiko stets abgebaut worden sei, und dass die die Commerzbank von den erhöhten Kundenaktivitäten an den Märkten profitieren könne. Die Kern-Tier-1 liege mit 9,9% über dem Ziel von 7-8%. Es würden sich erste Synergieeffekte aus der DreBa-Integration zeigen.

In Q3 sei die Risikovorsorge bei Asset Based Finance aufgrund von Wertberichtigungen auf gewerbliche Immobilien weiter auf 493 Mio. Euro angestiegen. Es sei zu erwarten, dass die Commerzbank auf die Eurohypo nach HGB mind. 1 Mrd. Euro abschreiben müsse. Die Diskussion um die voraussichtliche Nichtbedienung der Stillen Beteiligung schade dem Ruf der Commerzbank (in der HGB-Bilanz werde voraussichtlich ein Verlust ausgewiesen). Eine frühzeitige Rückzahlung der Staatsgelder sei erstmal verschoben. Eine hierfür notwendige Kapitalerhöhung sei bislang nicht durchgeführt worden. Größere Asset-Verkäufe seien derzeit kaum durchführbar.

Anfang August dieses Jahres warnten wir vor einem Rücklauf bis zur Unterstützung bei 5,81 Euro und rieten Anlegern bei einem Unterschreiten der Marke von 6,93 Euro zum Ausstieg, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Investoren, die diesem Rat gefolgt seien, seien von der Abwärtsbewegung der vergangenen Wochen verschont geblieben.

Die Aktie drohe nun auch noch unter die Unterstützung bei 5,81 Euro zu fallen. Von Seiten der Markttechnik kämen eher negative Impulse. Die mittelfristige Abwärts-Bewegungsdynamik sei intakt und spreche für weiter fallende Notierungen. Zu allem Übel schneide die gewichtete 13 Wochen-Linie (aktuell bei 6,22 Euro) die 52 Wochen-Linie von oben nach unten. Weiter fallende Kurse bis zur nachgelagerten Unterstützung bei 5,33 Euro seien daher sehr wahrscheinlich. Daher sollte die Aktie weiterhin gemieden werden. Kaufenswert wäre sie erst mit einer Auflösung des neu ausgebildeten Abwärtstrends, dessen obere Begrenzungslinie aktuell bei 6,41 Euro (wöchentlich fallend) verlaufe.

Die Ertragswende sei auf Kurs, wenngleich die Wegstrecke holprig bleibe.

Die Analysten der SEB stufen die Commerzbank-Aktie mit dem Anlagevotum "buy" ein. Es werde ein Kursziel von 6,70 Euro gesehen. (Analyse vom 02.12.2010)
(02.12.2010/ac/a/d)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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