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Analysen - Nebenwerte
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25.11.2010
Homag Umsatzpotenzial vor allem in China und im Holzhausbau
Bankhaus Lampe
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www.optionsscheinecheck.de
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Homag-Aktie (ISIN DE0005297204/ WKN 529720) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.
Auf dem Eigenkapitalforum in Frankfurt hätten die Analysten die Gelegenheit gehabt, mit dem Management (CEO und CFO) die aktuelle Geschäftsentwicklung zu diskutieren. Insbesondere folgende Punkte hätten sie aus dem Meeting mitgenommen:
Bereits im Conference Call zu den Q3-Zahlen seien für 2011 und 2012 weitere Restrukturierungsaufwendungen bis maximal 3 Mio. EUR angekündigt worden. Diese würden durch eine Bündelung von Ressourcen kleinerer Gesellschaften anfallen und somit einer zukünftigen Verbesserung der Margen dienen. Ihre Schätzungen hätten die Analysten nun diesbezüglich angepasst.
Das Management sehe unverändert positiv in die Zukunft. Nachdem mit den Q3-Zahlen die Prognose für 2010 erhöht worden sei, erwarte man in 2011 ein Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich (BHLe: 7,6%). Wachstumspotenzial würden insbesondere der chinesische Markt (aktuell: 80 Mio. EUR; Ziel 2013: 160 Mio. EUR) sowie eine Erholung des Holzhausbaus (aktuell: 30 Mio. EUR; Potenzial: 60 bis 80 Mio. EUR in drei bis fünf Jahren) bieten. Große Märkte für Maschinen für den Fertighausbau seien insbesondere die USA und Russland. In Russland habe sich die Investitionsbereitschaft zuletzt gebessert.
Der Aufbau einer Produktion in 2011 in Indien sei jetzt beschlossen worden. Wesentliche Impulse aus diesem Markt, der in der Entwicklung noch weit hinter China zurückliege, würden allerdings erst in fünf bis zehn Jahren erwartet.
Bis 2013 strebe das Management eine EBITDA-Marge (vor Mitarbeiterbeteiligung) von 12% an (in 2008: 11,1%). In 2011 solle sich diese Marge um einen Prozentpunkt verbessern. In ihren Modellen seien die Analysten bisher vom Erreichen dieser Ziel-Marge in 2012 ausgegangen. Dies sei nicht ausgeschlossen, scheine aber nach Aussagen des Managements ambitioniert zu sein. Zu beachten seien hier u. a. zu erwartende Lohnerhöhungen.
Treiber auf dem Weg zu besseren Margen seien folgende: erstens organisches Wachstum mit einer entsprechenden Fixkostendegression, zweitens Preiserhöhungen (zwei in 2010 von je etwa 2%) sowie eine bessere Rabattquote, und drittens die Erhöhung des Komponenteneinkaufs in China. Während Homag aktuell etwa 1% aller Komponenten aus China beziehe, liege der Durchschnittswert des deutschen Maschinenbaus bei 4%. Homag sehe Potenzial bis 10%. Der vierte Treiber sei der Ausbau des Service-Geschäfts, und der fünfte die Verbesserung der Margen im Projektgeschäft.
Mit der Reduzierung ihrer Schätzungen würden die Analysten auch ihr Kursziel von 18 EUR auf 17 EUR senken.
Mit einem Kurspotenzial von noch etwa 10% bleibt die Homag-Aktie damit trotzdem ein Kauf, so die Analysten vom Bankhaus Lampe. Für die Aktie spreche, dass die Bewertung mit einem 2012er KGV von 9x mit Blick auf historische Bewertungen des Maschinenbaus noch nicht teuer sei und sie das Sentiment für den Sektor unverändert positiv einschätzen würden. Allerdings steche die Aktie mit ihrer Bewertung auch nicht mehr aus dem Sektor heraus. Zudem habe der Titel in den vergangenen zwölf Monaten die Entwicklung des SDAX (ISIN DE0009653386/ WKN 965338) deutlich übertroffen. (Analyse vom 25.11.2010) (25.11.2010/ac/a/nw)
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