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Analysen - Nebenwerte
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24.11.2010
Borussia Dortmund Dämpfer wahrscheinlich
Geldanlage-Report
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Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" raten bei der Borussia Dortmund-Aktie (ISIN DE0005493092/ WKN 549309) zumindest zu Teilgewinnmitnahmen.
Vor nicht einmal vier Wochen hätten die Experten den Anlegern die BVB-Aktien ans Herz gelegt. Ihr Fazit am 23. Oktober bei einem Preis von 1,75 Euro: "Im Vergleich zu anderen Fußball-Aktien scheint die BVB-Aktie deutlich unterbewertet. In der Bilanz schlummern hohe stille Reserven. Die Champions League-Qualifikation würde eine komplette Neubewertung der Aktie erforderlich machen."
Einige Siege später rücke die Champions League-Qualifikation ungeachtet der Tatsache, dass wir uns erst am 12. Spieltag befinden würden, immer näher. Gleichzeitig habe sich der Marktwert der Spieler weiter gesteigert. Beim Länderspiel am Mittwoch seien gleich vier BVB-Profis erstmals in den Kader berufen worden. Die Aktie sei bis auf ein Hoch von 3,52 Euro explodiert und halte sich aktuell im Bereich von 3,30 Euro.
Nun werde von verschiedener Seite gewarnt, die Aktie sei überbewertet. Tatsächlich spreche einiges für diese These: Ein sportlicher Einbruch könnte die Champions League-Qualifikation immer noch gefährden. Schließlich seien immerhin noch 22 Bundesligaspiele in der laufenden Saison zu bestreiten. Die Qualifikation für die Europa League-Endrunde hänge zudem am seidenen Faden. Aus eigener Kraft könne der BVB diese nicht mehr erreichen. Ein Scheitern sei wahrscheinlich. Das würde der Aktie mit Sicherheit einen Dämpfer verleihen.
Doch Kritiker würden vor allem die Mechanismen in der Branche selbst bemängeln. Selbst die Qualifikation für die Champions League und in der Folge Mehreinnahmen von bis zu 20 Millionen Euro würden nicht garantieren, dass der BVB am Ende des Tages tatsächlich besser dastehe als jetzt. Denn, so werde argumentiert, Fußballvereine hätten die Angewohnheit die Mehreinnahmen dann sofort wieder für Einkäufe teurer, neuer Spieler zu "verpulvern". Ob sich diese zusätzlichen Investitionen dann tatsächlich auch lohnen würden, sei sehr fraglich.
"Sportlicher und finanzieller Erfolg korrelieren nicht zwangsläufig", sage beispielsweise Matthias Schrade von GSC Research. Seiner Ansicht nach liege der faire Wert der Aktie bei unter zwei Euro. Nehme man die Bewertung vom Saisonbeginn als Basis, lägen Schrade und auch andere Analysten sicher richtig. Die Experten seien aber der Ansicht, dass genau die Bewertung von damals, die im Tief gerade einmal einer Marktkapitalisierung von 61 Millionen Euro entsprochen habe, nie und nimmer dem immateriellen Wert des Wirtschaftsunternehmens Borussia Dortmund entspreche.
Der BVB habe Fans in der ganzen Welt. Alleine der Markenname BVB dürfte schon mehr Wert sein als die genannten 61 Millionen Euro. Sponsor Evonik überweise dem BVB beispielsweise immerhin 12 Millionen Euro pro Jahr plus hohe erfolgsabhängige Zusatzzahlungen.
Auch die Summen, die anderswo für Fußballvereine bezahlt würden, würden einen Hinweis darauf geben, was die BVB-Aktie Wert sein könnte. So sei der marode englische Traditionsclub FC Liverpool jüngst beispielsweise für umgerechnet 260 Millionen Euro an einen US-Investor verkauft worden. Klar, derartiges sei in Deutschland wegen der 50+1-Regel aktuell noch nicht möglich. Trotzdem verdeutliche auch dies den immateriellen Wert des Vereins.
Die nicht börsennotierte Bayern München AG werde beispielsweise auf einen Wert von knapp einer Milliarde Euro taxiert. Erinnert sei auch an die Tatsache, dass der BVB beim Börsengang im Jahr 2000 bei einem Emissionsvolumen von 150 Millionen Aktien mit sage und schreibe 1,65 Milliarden Euro bewertet gewesen sei. Auch wenn dies im Nachhinein fast unwirklich hoch erscheine, so seien doch Investoren damals bereit gewesen, diese Summe zu bezahlen - und das seien nicht ausschließlich Privatanleger gewesen. Auch zu dieser Zeit sei der BVB bereits hoch verschuldet gewesen.
Auch Value-Investoren wie beispielsweise Norman Rentrop hätten die BVB-Aktie später zu weit höheren Kursen als dem aktuellen gekauft. Vor diesem Hintergrund halte man es durchaus für möglich, dass die Aktie Kurse von 3,00 Euro mittelfristig halten könne - vorausgesetzt natürlich der sportliche Erfolg halte an.
Kurzfristig könnte es durch den wahrscheinlichen Misserfolg in der Europa League allerdings zu einem Dämpfer kommen. Das weitere Kurspotenzial nach oben scheine zudem begrenzt. Vor diesem Hintergrund würden zum jetzigen Zeitpunkt Gewinnmitnahmen in der Tat angebracht scheinen.
Der immaterielle Wert des Unternehmens BVB werde von Analysten unterschätzt. Dennoch scheine das Kurspotenzial kurzfristig begrenzt.
Zumindest Teilgewinnmitnahmen sind daher nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Report" bei der Borussia Dortmund-Aktie ratsam. (Analyse vom 24.11.2010) (24.11.2010/ac/a/nw)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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