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Analysen - Ausland
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23.11.2010
UniCredit Turnaround weiter verlangsamt
SEB
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Manfred Jakob, Analyst der SEB, stuft die UniCredit-Aktie (ISIN IT0000064854/ WKN 850832) mit "buy" ein.
Am 22.09.2010 sei Profumo zurückgetreten. Am 30.09.2010 sei Federico Ghizzoni neuer CEO geworden: Er habe zuletzt das Osteuropa-Geschäft verantwortet (seit 2007). Er sei 1980 zur UniCredit gekommen.
UniCredit habe für Q3 gemischte Daten vorgelegt. Die operativen Einnahmen seien gegenüber dem Vorquartal mit 6,5 Mrd. EUR unverändert (Vorjahr bei 6,7 Mrd. EUR). Das Zinsgeschäft habe sich weiter stabilisiert, und das Provisionsgeschäft liege leicht über Vorjahresniveau (aber rund 8% unter Q2). Das Handelsergebnis habe sich mit 381 Mio. EUR gegenüber dem Q2 (58 Mio. EUR) deutlich verbessern können (Vorjahr aber bei 715 Mio. EUR). Höhere Steueraufwendungen hätten dafür gesorgt, dass der Nettogewinn in Q3 mit 334 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sei (394 Mio. EUR); in Q2 habe er bei148 Mio. EUR gelegen. Die HypoVereinsbank habe unter dem Strich 419 Mio. EUR verdient. Die Kernkapitalquote habe sich um +20 BP auf 8,61% erhöht (gegenüber dem Q2).
Q3 habe gemischte Trends gezeigt. Auch wenn sich der Turnaround nicht überall fortgesetzt habe, so habe UniCredit dennoch relativ robuste Einnahmen geliefert. Dank geringerer Wertberichtigungen und Risikovorsorge sei der Gewinn vor Steuern von 751 Mio. EUR auf 903 Mio. EUR gestiegen (Vq. 604 Mio. EUR). Die Unternehmensstrategie Profumos werde vom neuen CEO Ghizzoni im Wesentlichen fortgeführt. Dabei werde man sich mehr auf die Kernaktivitäten konzentrieren. Z.B. werde Ghizzoni am Deutschland-Geschäft um die HypoVereinsbank, wo das Investmentbanking gebündelt sei, festhalten. Die HypoVereinsbank habe in Q3 netto 419 Mio. EUR verdient und damit mehr als die Mutter. Auch die Bank Austria (Osteuropageschäft) habe das Gesamtergebnis gestützt. Hier sei ein relativ starker Turnaround zu erwarten.
Unsicherheitsfaktoren seien weiter vorhanden, da nach wie vor nicht alle Regionen im Aufschwung seien. Auffallend schwach sei in Q3 das Retailgeschäft gewesen, vor allem in Deutschland. Großaktionäre, wie einige der Sparkassenstiftungen, würden sich mit der Unternehmensstrategie nicht ganz zufrieden geben. So habe es u.a. auch Forderungen gegeben, dass UniCredit sich wieder stärker aufs Heimatgeschäft fokussieren solle. Personalquerelen würden ebenso das Haus beschäftigen. Zuletzt habe es z.B. Rücktrittsgerüchte um Dieter Rampl gegeben.
Aus Sicht der technischen Analyse befindet sich die Aktie von UniCredit weiterhin in einem intakten Abwärtstrend, dessen obere Begrenzungslinie aktuell bei 1,84 EUR (wöchentlich fallend) verläuft, so Savas Demirtas, technischer Analyst der SEB. Die mittelfristigen Overbought/Oversold-Indikatoren würden eine Auflösung des Abwärts-Szenarios derzeit nicht für möglich erscheinen lassen. Ein Rücklauf bis zur starken Unterstützung bei 1,53 EUR sei damit vorprogrammiert. Inwieweit diese erfolgreich verteidigt werden könne, sei ungewiss.
Neuengagements seien daher nach Erachten der Analysten nicht empfehlenswert. Bestehende Positionen hingegen könnten noch gehalten, sollten aber mit einem Alarm an der Unterstützung bei 1,53 EUR abgesichert werden. Bei einem Unterschreiten dieses Niveaus sollte man aber den Ausstieg erwägen, denn damit würde sich weiteres Abwärtspotenzial bis 1,30 EUR ergeben. Das von den Analysten erwähnte Negativ-Szenario wäre erst mit einer signifikanten Auflösung des Abwärtstrends obsolet, wovon sie aber aktuell nicht ausgehen würden.
Zu früherer Ertragsstärke sei es nach wie vor ein langer Weg, Chancen hierfür seien aber mittelfristig weiter vorhanden.
Die Analysten der SEB bewerten die UniCredit-Aktie mit dem Rating "buy". Das Kursziel werde von 2,30 EUR auf 2,00 EUR gesenkt. (Analyse vom 23.11.2010) (23.11.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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