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Analysen - Ausland
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17.11.2010
Vivendi Ergebnisse besser als erwartet
National-Bank AG
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Essen (aktiencheck.de AG) - Andrea Großmann, Analystin der National-Bank AG, stuft die Aktie von Vivendi (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) weiterhin mit "kaufen" ein.
Der französische Medienkonzern habe im zurückliegenden Dreimonatszeitraum erwartungsgemäß von der hohen Dynamik im Geschäft mit Videospielen sowie bei der brasilianischen Breitbandtochter GVT profitiert und mit den vorgelegten Ergebnissen für die ersten neun Monate bzw. das dritte Quartal die Konsensschätzungen übertroffen. Konzernweit sei der Q3 Erlös binnen Jahresfrist um 8,5% (erwartet: 5,6%) auf 6,89 Mrd. EUR geklettert. Das bereinigte EBITA habe um 6,0% (4,0%) auf 1,43 Mrd. EUR zugelegt. Damit gehe allerdings nicht unerwartet eine Abschwächung der EBIT-Marge um 50 BP auf 20,7% einher, wofür v. a. EBITA-Rückgänge bei SFR infolge des erhöhten Wettbewerbsdrucks auf dem Heimatmarkt verantwortlich zeichnen würden.
Der bereinigte Gewinn sei um 6,7% auf 688 Mio. EUR verbessert worden, wohingegen im Konsens ein leichtes Minus von 1,1% erwartet worden sei. Der Rückgang des Nettoergebnisses inklusive aller Sonderposten um 38,0% auf 372 Mio. EUR sei auf den höheren steuerpflichtigen Gewinn von Activision Blizzard, die aufgebrauchten Verlustvorträge des übernommenen Breitbandanbieters Neuf Cegetel sowie wechselkursbedingte Verluste in Höhe von 232 Mio. EUR aus der Reduzierung des NBC-Anteils um 7,66% (in USD sei indes ein Gewinn realisiert worden) zurückzuführen.
Auf Basis der ersten neun Monate habe Vivendi ebenfalls Umsatz- und EBITA-Zuwächse verbuchen können, allerdings bei einer Ausweitung der EBITA- und EBIT-Marge. Da die Töchter Maroc Telecom und Activision Blizzard bereits besser als erwartete Resultate vorgelegt hätten, habe bei der Publikation des Vivendi-Berichts am Montag nach Börsenschluss das Abschneiden von GVT und SFR im Fokus gestanden. Während der brasilianische Breitbandanbieter positiv überrascht habe, habe SFR die höher gesteckten Schätzungen nicht erfüllen können. Dabei seien v. a. die in Q3 gestiegenen Kundengewinnungskosten, die das EBITA trotz leichter Erlöszuwächse unerwartet deutlich geschmälert hätten, ungeachtet der konzernweit besser als angenommenen Ergebnisse zunächst mit einer gewissen Enttäuschung aufgenommen worden.
Der französische Medienkonzern habe sehr solide Ergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate vorgelegt und dank der hohen Dynamik im Spiel- und brasilianischen Breitbandgeschäft die Konsensschätzungen auf allen Ebenen übertroffen. Der jüngst veröffentlichte Geschäftsbericht unterstreiche die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells, die auf den hohen Erlösanteil wiederkehrender Einnahmen (ca. 70%) und die geringe Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Werbegeschäft zurückzuführen sei.
In Anbetracht dessen zähle man Vivendi nach wie vor zu den defensivsten Titeln im Mediensektor. Auf Basis der Konsensschätzungen für 2010 und 2011 weise die Aktie im Vergleich zur Peergroup bei der überwiegenden Mehrzahl der von den Analysten betrachteten Relationen (KGV, Kurs/Umsatz-, Kurs/Buchwert", Kurs/EBITDA-Verhältnis sowie EV/Umsatz- und EV/EBITDA-Multiplikatoren) eine moderate Bewertung auf.
Vor diesem Hintergrund sowie angesichts der attraktiven Dividendenrendite sehen die Analysten der National-Bank AG keine Veranlassung, das "kaufen"-Rating oder das Kursziel von 23 EUR zu überdenken. (Analyse vom 17.11.2010) (17.11.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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