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Analysen - TecDAX
15.11.2010
ADVA will zukaufen und/oder fusionieren
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "TradeCentre.de" raten erst bei Rücksetzern zu neuen Engagements in die Aktie von ADVA (ISIN DE0005103006/ WKN 510300).

Im Markt für Infrastrukturlösungen für Telekommunikationsunternehmen habe in den vergangenen Jahren eine Bereinigung und Konsolidierung stattgefunden. "Von gut 100 Unternehmen sind heute noch zehn Firmen übrig", sage ADVA-Chef Brian Protiva im Gespräch mit "TradeCentre.de". Er erwarte unter diesen Gesellschaften eine weitere Konsolidierung. Die Münchener wollten in diesem Prozess aktiv mitspielen. "Wir wollen uns wieder verstärkt nach vielversprechenden Akquisitionen umschauen". Protiva schließe auch eine Fusion mit einem in etwa gleich großen Unternehmen nicht aus. "Bei einem idealen Kandidaten ist auch dies eine interessante Option".

Zudem sei und bleibe ADVA ein potenzieller Übernahmekandidat für einen US-Anbieter. "Wir gehen nicht aktiv an den Markt und sagen bitte kauft uns. Wird uns ein Angebot vorgelegt und es ist attraktiv, werden wir allerdings eine Übernahme nicht verhindern können", so der CEO und Mitgründer der Gesellschaft. Möglicher Aufkäufer sei Juniper Networks (ISIN US48203R1041/ WKN 923889). Die Amerikaner seien bereits im kleinen Umfang an ADVA beteiligt.

Juniper und ADVA würden künftig operativ enger zusammenarbeiten. Zwar habe Protiva an dieser Stelle die Katze nicht so ganz aus dem Sack lassen wollen, aber wahrscheinlich seien die Entwicklung und der Vertrieb eines gemeinsamen Produkts. Je größer der Erfolg in der Zusammenarbeit, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme durch Juniper.

Das US-Unternehmen dürfte vor allem auf Optical+Ethernet-Lösungen der Bayern heiß sein. ADVA profitiere immens vom erhöhten Datenvolumen im Internet. Dadurch müssten die Telekommunikationsanbieter ihre Netze ausbauen. Das kurble die Nachfrage an. Highlight und weiterer Wachstumstreiber seien Smartphones, über die immer mehr und mehr Daten transportiert würden.

"Das Datenvolumen im Mobile-Bereich löst nochmals einen signifikanten Schub aus. Zwei größere Kunden haben wir dafür schon gewinnen können". Alles in allem befinde sich die Gesellschaft vor diesem Hintergrund in einer komfortablen Situation und sei auf Wachstum programmiert. Mit Zukäufen oder einer Fusion würden sich zudem weitere Synergien ergeben und das Wachstum würde noch beschleunigt werden.

Im Gesamtjahr 2010 werde ADVA rund 290 Millionen Euro umsetzen und eine bereinigte EBIT-Marge von vier bis fünf Prozent erzielen. Gegenüber dem sehr starken dritten Quartal erwarte die Firma allenfalls ein geringes sequentielles Wachstum im Schlussquartal. Das sei etwas enttäuschend, da Q4 oft nochmals besser verlaufe. "Wir sind wie gewohnt konservativ in unserer Prognose. Die Netzbetreiber haben in Q2 und vor allem Q3 viel Geld ausgegeben. Sie können dies etwas vorgezogen haben oder sogar noch erhöhen. Das lässt sich heute noch nicht abschätzen und ist entsprechend in unserer Prognose für Q4 enthalten".

Im Jahr 2011 wolle Protiva um mindestens zehn Prozent wachsen. Priorität eins habe jedoch die Steigerung der EBIT-Marge. "Ich bin mit der Marge bisher nicht zufrieden. Wir müssen besser werden und wollen im kommenden Jahr einen größeren Sprung machen und mittelfristig mit zweistelligen Renditen wirtschaften", sage der CEO. Eine Steigerung um bis zu zwei Prozentpunkte würden die Experten für möglich halten.

Bei Umsätzen von knapp 330 Millionen Euro und einer bereinigten EBIT-Marge von sieben Prozent, würden operativ rund 23 Millionen Euro in der Kasse klingeln. Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Aufwendungen für Mitarbeiteroptionen dürften den Gewinn mit jeweils circa zwei Millionen Euro belasten. Das berichtete EBIT erwarte man somit bei 19 Millionen Euro. Netto sollten knapp 14 Millionen Euro Profit hängen bleiben oder circa 30 Cent je Aktie.

Seit Kursen von 1,50 Euro Anfang 2009 empfehle man die Aktie von ADVA in jedem Quartal gebetsmühlenartig wie kein anderer zum Kauf. Hauptfaktor für die Empfehlungen sei stets eine erhebliche Datenausweitung im Internet aufgrund von Triple Play-Anwendungen (Video, Internet,Telefonie) gewesen, von der ADVA profitiere. Exakt vor diesem Hintergrund werde die Aktie nun in angelsächsischen Kreisen gerne wieder gespielt. Besser spät als nie!

Die von den Experten seit dem vergangenen Jahr avisierte Rückkehr in den TecDAX (ISIN DE0007203275/ WKN 720327) sei im September dieses Jahres ebenfalls umgesetzt worden. Mit den Kaufhinweisen der Experten für das Papier habe man den Einsatz in der Spitze vervielfachen können. Aber auch die mehrfachen Kaufempfehlungen bei Kursen um vier Euro hätten sich gelohnt. Wer auf üppigen Gewinnen sitze, könne auch mal den Erfolg einstreichen.

Erst bei Rücksetzern bieten sich nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" neue Engagements in die Aktie von ADVA an. (Analyse vom 15.11.2010) (15.11.2010/ac/a/t)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.



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