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Analysen - Marktberichte
12.11.2010
STOXX 600 konnte auf Wochensicht leicht zulegen
Erste Bank

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Wien (aktiencheck.de AG) - Der STOXX 600 (ISIN EU0009658202/ WKN 965820) konnte auf Wochensicht leicht um 0,21% auf 271 Punkte zulegen, berichten die Analysten der Erste Bank.

Damit notiere der Index knapp unterhalb des April-Highs und des Lehman Widerstands. Dass der Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen an Schwung verloren habe, lasse sich auch an der Marktbreite ablesen. 9 der 19 Sektoren hätten diese Woche schon tiefer geschlossen. Insbesondere Banken hätten im Hinblick auf die weiterhin angespannte Situation in Irland Verluste hinnehmen müssen und 2% tiefer geschlossen. Der Rohstoffsektor habe mit einem Plus von 5% abermals zulegen können.

Telefónica (ISIN ES0178430E18/ WKN 850775) habe von einer Neubewertung ihres Brasilien-Geschäfts profitiert. Das Geschäft im Heimatmarkt Spanien sei hingegen in diesem Jahr enttäuschend gelaufen. Der Telekommunikationskonzern habe für die ersten neun Monate einen Anstieg des Nettogewinns von rund 66% auf EUR 8,8 Mrd. ausgewiesen. Allein EUR 3,5 Mrd. davon seien auf die Neubewertung der brasilianischen Mobilfunktochter Vivo (ISIN US92855S2005/ WKN A0RA8P) zurückgegangen. Mit dem Ergebnis sei Telefónica jedoch hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Umsatz sei zwar insgesamt um 6% auf EUR 44,28 Mrd. gestiegen. In Spanien seien die Umsatzerlöse allerdings um 4,2% gesunken.

K+S (ISIN DE0007162000/ WKN 716200) gehe trotz Agrarbooms und sprudelnder Gewinne nur verhalten optimistisch ins nächste Jahr. Der Konzern rechne 2011 lediglich mit einem minimalen Absatzanstieg von Kalidüngemittel und einem moderaten Umsatzplus. In Q3 habe K+S einen Gewinn von EUR 40,4 Mio. verbucht, nachdem im Vorjahr wegen der schwachen Düngemittelnachfrage in der Wirtschaftskrise noch ein Verlust von EUR 2,1 Mio. zu Buche gestanden habe.

Der umstrittene Großauftrag über die Lieferung von zehn Hochgeschwindigkeitszügen für den Kanaltunnel zwischen Frankreich und England an Siemens (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) komme wohl im Oktober 2011 vor Gericht. Eurostar habe zehn Züge im Wert von 600 Millionen Euro überraschend bei Siemens und nicht wie in der Vergangenheit bei Alstom (ISIN FR0010220475/ WKN A0F7BK) bestellt. Alstom wehre sich nun nach Kräften gegen die Vergabe und habe sich auch bei der EU-Kommission beschwert. Die Aktien der beiden europäischen Industrieriesen würden weiterhin eine sehr konträre Entwicklung zeigen.

Alstom sei diese Woche auf ein neues Jahrestief gesunken, während Siemens auf einem neuen Jahreshoch notiere. Im vergangenen Geschäftsjahr habe Siemens wegen sprudelnder Gewinne im Energiegeschäft und der anziehenden Industriekonjunktur mit knapp EUR 4,1 Mrd. fast zwei Drittel mehr als im Vorjahr verdient. Der Umsatz sei bei knapp EUR 76 Mrd. nahezu konstant geblieben. Die Dividende werde auf EUR 2,70 von zuletzt EUR 1,60 angehoben. Für 2011 behalte man den positiven Ausblick bei.

Henkel (ISIN DE0006048432/ WKN 604843) sei dank Kostensenkungen und florierenden Geschäften in seiner Klebstoff-Sparte auf Rekordkurs. 2010 werde das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte. Im dritten Quartal sei der Umsatz um 13,7% auf EUR 3,96 Mrd. gestiegen. Man habe die Erwartungen kräftig übertroffen. Die Aktie habe diese Woche um fast 10% zugelegt.

Carlsberg (ISIN DK0010181759/ WKN 861061) rechne mit einem schwierigen Marktumfeld in Europa und steigenden Herstellungskosten. In Q3 hätten die Dänen indes einen Anstieg des operativen Gewinns um 26% auf EUR 447 Mio. ausgewiesen. Als Wachstumstreiber habe sich der Konzern den russischen Markt sowie Asien ausgesucht. In Russland habe die Erhöhung der Alkoholsteuer die Geschäfte seit Jahresbeginn aber belastet. Carlsberg habe dort zuletzt Marktanteile verloren, sei mit 39% aber noch Marktführer.

SMA Solar Technology AG (ISIN DE000A0DJ6J9/ WKN A0DJ6J) habe in Q3 trotz schwächerer Nachfrage in Deutschland Rekordwerte verbucht und dabei die Markterwartungen deutlich übertroffen. Der Hersteller von Wechselrichtern habe seinen Umsatz binnen Jahresfrist auf EUR 626,7 Mio. verdoppelt. Damit habe das Unternehmen über EUR 100 Mio. mehr eingefahren als erwartet. Der Vorstand habe seine bereits zwei Mal angehobenen Jahresziele bekräftigt: Demnach solle der Umsatz EUR 1,7 bis 1,9 (Vorjahr: 0,93) Mrd. erreichen. Die operative Marge solle aber niedriger ausfallen.

SMA sei mit einem Marktanteil von über 40% Weltmarktführer für Wechselrichter. Sie seien das Herzstück einer Solaranlage und würden den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln. Die Aktie sei diese Woche aber fast 19% gefallen. Viele Investoren hätten wohl mit noch bessern Zahlen gerechnet. (12.11.2010/ac/a/m)



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