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Analysen - DAX 100
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12.11.2010
HHLA vom Nachzügler zum Klassenbesten
SRH AlsterResearch
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SRH AlsterResearch, Oliver Drebing, stuft die Aktie der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) (ISIN DE000A0S8488/ WKN A0S848) unverändert mit dem Rating "kaufen" ein.
An den Terminals der HHLA in Hamburg und im Schwarzmeerhafen Odessa sei in Q3/2010 ein um 27,9% höheres Umschlagvolumen mit seewärtigen Containern verzeichnet worden als im Vorjahresquartal. Nicht weniger eindrücklich: Die Steigerung zum unmittelbaren Vorquartal (Q2/2010) betrage 17,3%. Mit dieser Dynamik sei die HHLA zumindest in der Quartalsbetrachtung um Längen Klassenbester im Vergleich zum Wettbewerb in Rotterdam oder Antwerpen.
Für die Analysten komme diese Entwicklung nicht überraschend, zumal der Hamburger Hafen gegenüber den Konkurrenten bis zum Frühjahr deutlich zurückgefallen sei und sich somit enormes Aufholpotenzial habe darstellen lassen. Die in Q3 im Container-Segment umgeschlagenen 1,62 Millionen Standardcontainer (TEU) hätten exakt ihrer Projektion entsprochen. Habe der im Sommer mit den Halbjahreszahlen dokumentierte Aufschwung noch allein aus den anziehenden Abfertigungen von Containerriesen aus Fernost resultiert, so würden jetzt auch wieder die kleinen Schiffe für den Feeder-Transit nach Russland, Skandinavien und Polen an den Terminals festmachen.
Den Höhepunkt des Quartalberichts jedoch bilde die Ergebnisqualität. Die HHLA sei auf allen Ergebnisebenen noch erfolgreicher gewesen als es den bereits zuversichtlichen Analystenprognosen entsprochen habe. Das operative Ergebnis (EBIT) schlage mit 56,8 Mio. EUR ihre Erwartung wie auch den Marktkonsensus (Quartalsprognose von SRH AlsterResearch: 53,2 Mio. EUR). Das mit 25,4 Mio. EUR berichtete Nettoergebnis (nach Minderheitenanteilen) liege noch weit von den Rekorden des Jahres 2008 entfernt; die aktuellen Schätzungen seien aber klar eingeholt worden (Prognose von SRH AlsterResearch: 20,1 Mio. EUR).
Nach Veröffentlichung des Halbjahresberichts habe sich das HHLA-Management in den Ambitionen (quantitativ wie im Wording) noch zurückhaltend gezeigt. Verwiesen worden sei insbesondere auf Überkapazitäten an Hafeninfrastruktur in der Northern Range (Rotterdam, Hamburg, Antwerpen, Bremen/Bremerhaven, Zeebrügge). Jetzt aber würden die Jahresziele erhöht. Das EBIT könne im Gesamtjahr in der Größenordnung von 167 Mio. EUR liegen. Wichtiger als diese Heraufstufung seien Formulierungen, die von gewachsenem Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Entwicklung zeugen würden.
Die besonderen Stärken der HHLA (Zuverlässigkeit, Schnelligkeit) würden für die Erträge der Reedereien wieder an Bedeutung gewinnen. Während der extremen Unterauslastung der Schiffstonnage im Rezessionsjahr 2009 hätten sich zwischenzeitlich preisliche Argumente in den Vordergrund geschoben. Im Gegensatz zu den Haupttarifen im Überseegeschäft, die die HHLA auch während der Krisenmonate unangetastet belassen habe, hätten die Hamburger bei Zubringerdiensten per Feeder-Schiff Zugeständnisse gemacht (wie im Übrigen auch beim Hinterlandverkehr per Schiene).
Des Weiteren baue die HHLA ihre zentraleuropäische Logistikinfrastruktur aus. Bei einigen Hinterlandverkehren sei nicht nur zum Vorkrisenniveau aufgeschlossen worden, sondern es werde aktuell übertroffen. Das gelte für einige der Transporte nach Tschechien, in die Slowakei und nach Kroatien. Im deutschen Hinterland würden HHLA und Eurogate Kräfte im Rahmen eines Joint Venture bündeln. Die HHLA habe sich in der Krise innovativ und beweglich gezeigt; die Initiativen würden der Equity-Story zusätzlich Argumente liefern.
Die Analysten von SRH AlsterResearch bestätigen ihr "kaufen"-Anlageurteil für die HHLA-Aktie. Sie würden im Wesentlichen auch ihre Prognosen beibehalten. Beim Kursziel nehme man eine Heraufsetzung von 35 EUR auf 40 EUR vor. Das Risiko des Rückschlags sei geringer geworden. (Analyse vom 12.11.2010) (12.11.2010/ac/a/d)
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