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Analysen - TecDAX
09.11.2010
Evotec bereits schneller profitabel?
TradeCentre.de

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Lichtenstein (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "TradeCentre.de" ist die Aktie von Evotec (ISIN DE0005664809/ WKN 566480) weiterhin kaufenswert.

"TradeCentre.de" Favorit Evotec sei auf dem besten Wege, die nachhaltige Profitabilität einzuschlagen. "Unsere Restrukturierung hat gut gegriffen und wir haben ein Kerngeschäft mit einem sehr starken Wachstum", sage den Experten CEO Werner Lanthaler im Hintergrundgespräch. Im ersten Halbjahr seien die Umsätze um 33 Prozent expandiert. Das Nettoergebnis sei leicht positiv ausgefallen. Insbesondere das zweite Quartal habe die Bilanz mit einem operativen Gewinn von 1,8 Mio. Euro und einem Periodengewinn von 1,3 Mio. Euro beflügelt. Das Quartal sei allerdings stark von hochmargigen Meilensteinzahlungen geprägt gewesen.

Im dritten Quartal sei indes nur ein kleinerer Meilenstein verbucht worden. Lanthaler habe sich mit dieser Periode dennoch sehr zufrieden gezeigt. "Wir profitieren insgesamt von einem hohen Wachstum unserer Forschungsallianzen und sind mit unseren Kapazitäten bis Ende 2010 voll ausgebucht". Aktuell belaufe sich das Orderbuch auf knapp 50 Mio. Euro, 30 Prozent mehr als im Vorjahr, und befinde sich damit auf Rekordniveau. Dank des starken Wachstums im Umsatz würden die Experten davon ausgehen, dass die Hamburger auch das dritte Quartal knapp ausgeglichen abgeschlossen hätten. Ein positives Ergebnis wäre eine echte Überraschung.

Für das Gesamtjahr 2010 würden die Experten nunmehr vielleicht sogar ein positives Ergebnis anstatt einen Verlust erwarten. Das Schlussquartal sollte ebenfalls positiv ausfallen. Den Umsatz würden die Experten bei circa 53 Mio. Euro erwarten. Lanthaler habe die Ertragserwartungen der Experten zwar nicht konkret kommentieren wollen, einen Wiederspruch hätten sie aber auch nicht registriert. Im kommenden Jahr erwarte der CEO ein weiter zweistelliges Wachstum und einen Umsatz von jenseits der Marke von 60 Mio. Euro. In die Forschung und Entwicklung würden weniger als zehn Mio. Euro fließen.

Ihre früheren Annahmen, dass Evotec bereits 2011 nachhaltig die Gewinnzone erreichen werde und nicht erst in 2012, müssten die Experten dahingehend korrigieren, dass das Unternehmen 2010 den Turnaround erziele. Damit hätte Lanthaler seine Prognose zwei Jahre früher erfüllt als in Aussicht gestellt. In der Kasse dürften zum Ende dieses Jahr mehr als 65 Mio. Euro Cash liegen.

Das Geschäft von Evotec mit Pharma- und Biotechfirmen Wirkstoffallianzen zu schmieden, werde sich in der Zukunft immer mehr und mehr auszahlen. Aktuell liege die Anzahl an potenziellen Targets bei den Partnerschaften im zweistelligen Bereich. Sechs davon würden sich in der klinischen Entwicklung befinden. Im Jahr 2014 oder 2015 könnte aus dem Mitwirken von Evotec ein erstes Medikament auf den Markt kommen. Da würden zusätzlich signifikante Royalties klingeln. Das sei Cashflow pur!

Trigger für ein massives Aufwärtspotenzial der Aktie sei die eigene Produktpipeline. Die Entwicklung mit Roche (ISIN CH0012032113/ WKN 851311) für die 100-er Serie laufe plangemäß. Nachrichten über die klinische Entwicklung der Phase II von EVT101 seien 2011/2012 zu erwarten. Die Kosten für die Entwicklung trage Roche. Im besten Fall erhalte Evotec vom Schweizer Partner im kommenden Jahr 65 Mio. US-Dollar, sofern die Substanz zurückgekauft werde. Bei Erfolg der Phase II werde Roche diese Option sicher ziehen.

Zudem habe Evotec weiteren Anspruch auf Zahlungen für Entwicklungs- und Verkaufserfolge sowie auf abgestufte Umsatzbeteiligungen im zweistelligen Prozentbereich. Diese Meilensteine könnten sich auf bis zu 220 Mio. US-Dollar belaufen zuzüglich Umsatzbeteiligungen. Der Markt für diese Substanz liege zwischen drei bis fünf Mrd. US-Dollar. Lanthaler mache allerdings auch kein Hehl daraus, dass ein Mittel gegen Depression ein "schwieriges Produkt" sei. Ein Selbstläufer sei EVT 101 sicher nicht.

In den nächsten Monaten wolle der CEO noch weitere Deals hinsichtlich der eigenen Pipeline verkünden. Einen ersten Erfolg habe Lanthaler schon verbuchen können. Mit der chinesischen Jingxin Pharma sei ein Lizenz- und Entwicklungsauftrag für EVT201 unterschrieben worden. Für das Mittel gegen Schlafstörungen habe Jingxin Pharma die chinesischen Rechte für die Entwicklung und den Vertrieb. Die Vorabzahlung sei mit weniger als eine Million Euro recht gering. Bis zur Zulassung könne Evotec einige Millionen Euro an Meilensteinzahlungen erhalten. Alles nicht besonders viel. Aber die Substanz sei zumindest von der Börse ohnehin schon längst abgeschrieben worden.

Charmant werde der Deal erst dann, wenn Evotec die klinischen Ergebnisse zur Weitentwicklung in anderen Ländern nutzen könne, die die Chinesen bezahlt hätten. Gute Chancen einen Deal oder auch eine eigene Entwicklung voranzutreiben sehe der Firmenchef beim H3-Antagonisten oder in der Familie von P2X3.

Altempfehlung Evotec entwickle sich glänzend. Durch das Erreichen des Turnarounds dürfte die Aktie ihre erfreuliche Entwicklung fortsetzen.

Nach Einschätzung der Experten von "TradeCentre.de" ist die Evotec-Aktie weiter kaufenswert. (Analyse vom 09.11.2010) (09.11.2010/ac/a/t)

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