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Analysen - Ausland
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27.10.2010
Nokia niedrige Erwartungen (über-)erfüllt
Raiffeisen Centrobank
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Wien (aktiencheck.de AG) - Leopold Salcher und Christian Hinterwallner, Analysten der Raiffeisen Centrobank, stufen die Aktie von Nokia (ISIN FI0009000681/ WKN 870737) weiterhin mit "verkaufen" ein.
Die operative Marge bei Mobiltelefonen habe mit 10,5% über der eigenen Prognose-Bandbreite gelegen. Nokia wolle u.a. über den Abbau von 1.800 Mitarbeitern seine operative Effizienz bei seinem Betriebssystem (Symbian) und seiner Service-Organisation steigern.
Der Umsatz sei im Vergleich zum Vorjahr geringfügig um 4,7% auf EUR 10,27 Mrd. gestiegen und habe damit leicht über den Markterwartungen von EUR 9,99 Mrd. gelegen. Der durchschnittliche Verkaufspreis sei etwas überraschend und vor allem aufgrund des durch die Komponentenknappheit hervorgerufenen geringeren Anteils an Niedrigpreistelefonen, aber auch fremdwährungsgetrieben von EUR 64 im Vorjahr auf EUR 65 leicht angestiegen. Der bereinigte Nettogewinn auf vergleichbarer Basis sei um 36,9% von EUR 602 Mio. auf EUR 380 Mio. oder von EUR 0,17 auf EUR 0,14 je Aktie zurückgegangen.
Nokia habe im dritten Quartal 2010 insgesamt 110,4 Mio. Mobiltelefone und Handsets absetzen können (+1,8% vs. Vorjahr; -0,6% vs. Vorquartal). Das Unternehmen habe seinen globalen Marktanteil im dritten Quartal 2010 auf rund 30%, nach 34% im Vorjahresquartal geschätzt. Bei den margenstärkeren Smartphones sei er mit 38% im Berichtsquartal ebenfalls stark rückläufig gewesen (Vorquartal: 41%). Die Handset-Bruttomarge sei weiter unter Druck, mit 29,0% habe sie ihren vorläufigen historischen Tiefstpunkt erreicht. Nokia habe seine Prognose eines gegenüber 2009 unveränderten stückmäßigen Marktanteils in 2010 revidieren müssen, beim wertmäßigen Anteil habe man ohnehin schon zu Jahresbeginn einen Rückgang erwartet.
Mit seinen über den sehr niedrigen Erwartungen liegenden Quartalszahlen habe Nokia die Märkte kurzfristig beruhigen können. Die Analysten würden Nokia nach wie vor nicht gut aufgestellt sehen (Smartphones, Betriebssystem, zu wenig Apps) und weiterhin stärkere Marktanteilsverluste sowohl bei Einsteigertelefonen als auch bei Smartphones erwarten.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank behalten ihre "verkaufen"-Einschätzung für die Nokia-Aktie daher aufrecht. (Analyse vom 27.10.2010) (27.10.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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