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Analysen - Ausland
01.07.2002
Amylin Pharma. reduzieren
sunday-market

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Die Analysten von "sunday-market" empfehlen derzeit die Aktien von Amylin Pharmaceuticals (WKN 883303) zu reduzieren.

Amylin sei spezialisiert auf die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen. Das Unternehmen besitze jedoch noch kein zugelassenes Arzneimittel. Das am weitesten entwickelte Präparat sei Symlin, eine synthetische Version von Amylin, einem Hormon, das gemeinsam mit Insulin von den Betazellen der Bauchspeicheldrüse produziert werde. Bei Jugenddiabetes solle es eine Verbesserung der Glukosekontrolle ohne Gewichtszunahme bewirken.

Der zweite Entwicklungskandidat sei AC2993, ein Peptid zur Behandlung der Altersdiabetes. Es stimuliere die Sekretion von Insulin bei erhöhten Glukose-Konzentrationen im Blut, aber nicht bei niedrigen Blutzucker-Konzentrationen. Zwei weitere Präparate würden sich in sehr frühen klinischen Testphasen befinden.

Seit 13 Jahren arbeite Amylin verbissen an seinem ersten Präparat. Mehr als 40 klinische Tests seien durchgeführt worden; nicht alle mit Erfolg. 1998 sei Johnson&Johnson als Partner auf Grund der Testergebnisse von Phase II abgesprungen. Jetzt, Jahre und Millionen Dollar später, scheine nun die Zulassung als Zusatztherapie zu einer Insulinbehandlung bevorzustehen. Zunächst jedoch habe sich die FDA kritisch geäußert: die Wirkung sei nur kurzfristig und stünde erheblichen Risiken gegenüber. Doch die Zulassung sei unter bestimmten Bedingungen gewährt worden. Diese würden die größten klinischen Nachtestungen umfassen, die die FDA je in einem "Approvable Letter" verhängt habe. Mit einem Markteintritt könne bei positiven Ergebnissen Anfang 2003 gerechnet werden.

Nur ein amerikanisches Brokerhaus wage eine Umsatzprognose für 2003. Diese liege bei 41 Millionen US-Dollar, jedoch alle Analysten würden Amylin mit "strong buy" oder "buy" empfehlen. "sunday-market" könne diese positive Einschätzungen nicht ganz teilen. Immerhin betrage die Marktkapitalisierung rund 600 Millionen US-Dollar. Die Umsätze müssten bei fairer Bewertung auf 150 bis 200 Millionen US-Dollar ansteigen.

Möglicherweise komme mehr Phantasie in den Wert, wenn wie vollmundig angekündigt einer der großen Pharmakonzerne Interesse an dem inzwischen in Phase III befindlichen AC2993 zeige. Doch warum würden Pressemitteilungen wie "verschiedene große Pharmakonzerne seien ganz scharf auf das Präparat" ohne weitere konkrete Aussagen inzwischen eher misstrauisch als optimistisch machen?

Investoren sollten sicherheitshalber Gewinne mitnehmen. Das Rating der Analysten von "sunday-market" für Amylin lautet daher auf "reduzieren".



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